Pechgrün – Lage und Umgebung

Pechgrün zwischen Höhenzügen, Wegen und Tälern

2025-12-17

Aquarell: Blick auf Pechgrün vom Meislberg in südwestlicher Richtung, im Hintergrund ferne Höhen.
„Unser Dorf vom Meisls Berch“ – Aquarell von Karl Redelbach. Blick auf Pechgrün vom Meislberg, einem Ausläufer des Erzgebirges, in südwestlicher Richtung. Im Hintergrund die fern liegenden Höhen des Kaiserwaldes jenseits des Egerbeckens.

Pechgrün lag nicht in einer Ebene, sondern in einer flachen Geländemulde – einer sanft trichterförmigen Einsenkung, in der sich das Dorf entwickelte. Die Höhenunterschiede waren gering, prägten aber dennoch die Wahrnehmung des Ortes und seiner Umgebung.

Nach Norden und Nordosten rückten die Höhen des Erzgebirges vergleichsweise nahe an das Dorf heran. In südwestlicher Richtung öffnete sich der Blick über das Egerbecken hinweg zu den deutlich weiter entfernten Höhen des Kaiserwaldes. Je nach Standpunkt ergab sich somit ein ganz unterschiedliches Landschaftsbild.

Diese Seite zeigt Pechgrün zunächst als Landschaft – mit ihren Blickrichtungen, Entfernungen und natürlichen Begrenzungen –, bevor einzelne Häuser, Familien oder Ereignisse in den Vordergrund treten.

Zeitgenössische Ortsbeschreibung

Die räumliche Einbindung Pechgrüns wird bereits in zeitgenössischen Beschreibungen klar umrissen. Der folgende Auszug stammt aus einem Gedenkbuch der Gemeinde aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Text wurde aus Sütterlin transkribiert; der ursprüngliche Satzbau blieb erhalten.

Am Fuße der südlichen Ausläufer des Erzgebirges, in dem gegen Südosten sich verflachenden Tale des Schwarzebaches, 3½ km nördlich von Chodau, liegt inmitten gepflegter Obstbäume das Dörfchen Pechgrün.

Die Natur des zum Dorfe gehörigen Gemeindegebietes trägt noch voll und ganz den Charakter einer friedlichen Ackerlandschaft. Der Boden ist durchwegs, in den höheren Lagen mehr, in den niederen Lagen weniger, sandig, aber ziemlich fruchtbar. Wogende Getreidefelder, ertragreiche Kartoffeläcker wechseln ab mit langen Streifen grüner Wiesen, die zum großen Teile von dem erlen- und weidenumsäumten Schwarzebache durchflossen werden. Im Westen und Südwesten von den glänzenden Spiegeln fischreicher Teiche umsäumt, während im Norden die Abhänge des Erzgebirges mit schönem, immergrünen Nadelwald bewachsen sind.

Die herrliche Lage des Ortes mit seiner frischen ozonreichen Waldluft, die im Norden liegenden Berge (Spitzberg 618 m), die einen herrlichen Ausblick auf das weite Egertal bieten, und die tadellos erhaltene Bezirksstraße, durch die der Ort mit Chodau verbunden ist, bedingen es, daß Pechgrün ein beliebter Ausflugsort der Städter ist.

Gedenkbuch der Gemeinde Pechgrün, frühes 20. Jahrhundert

Diese Beschreibung bestätigt die doppelte Ausrichtung des Ortes: die Öffnung zur bäuerlich geprägten Landschaft des Egerlandes einerseits und die Nähe der nördlichen Bergzüge andererseits.

Die Berge im Blick – eine persönliche Beschreibung

Der folgende Auszug beschreibt den Weg von Chodau nach Pechgrün und den Blick von der Leitn, einem sanften Höhenzug zwischen Chodau und Pechgrün, hinunter in den Pechgrüner Kessel.

Die Pechgrüner Straße begann in Chodau bei der Einmündung in die Bezirksstraße nach Neudeck, bzw. nach Heinrichsgrün und führte von 428 m Meereshöhe kurvenreich auf die »Leitn«. Der höchste Punkt der Straße lag bei 465 m. Von dieser Stelle aus hatte man den Kessel von Pechgrün und das ansteigende Erzgebirge vor sich.

Die Berge, die das Dorf einrahmten, waren im Westen der Föllerberg; nach Osten hin erstreckte sich der lange Rücken des Mitterberges, daran anschließend die Goldene Leitn. Zwischen ihr und dem auffälligen Spitzberg floß der Schwarzebach ins Tal. Es folgten der Kahlhau, Fuchsberg und der Håmmerrång. Der Wölfling, schon etwas weiter entfernt, schloß diesen Rahmen ab. Vor diesen gewaltigen Bergrücken erhob sich der wesentlich niedrigere unbewaldete Vulkankegel des Voigtsgrüner Berges. Bei guter Sicht konnte man den Keilberg sehen, mit 1244 m die höchste Erhebung im Erzgebirge. Im Norden erblickte man weit hinter dem Håmmerång den Peindlturm.

Auf dem nun folgenden Straßenstück konnte man den Anblick der Berge genießen, die hinter dem Dorf emporstrebten. Sie waren zum Greifen nahe und umgaben schützend das Dorf.

Erich Heinzl, „Meine Erinnerungen an unser Heimatdorf Pechgrün“ (Auszug)

Blick von heute – aus dem Dorf heraus

Drohnenpanorama: Blick aus der ehemaligen Dorfmitte nach Norden, beschriftete Höhenzüge am Horizont.
Drohnenaufnahme aus erhöhter Vogelperspektive, etwa 150–200 m über der ehemaligen Dorfmitte von Pechgrün, Blick nach Norden. Die nahen Höhenzüge des Erzgebirges rücken hier unmittelbar an den Ort heran und prägen den nördlichen Horizont der Pechgrüner Mulde.
Quelle: Google Maps, Nutzerfoto (Benutzerangabe nicht mehr verfügbar).
Tipp: Im Panorama nach links/rechts scrollen (Trackpad: zwei Finger; Maus: Shift + Scrollrad).

Das Panorama macht sichtbar, was sich aus dem Dorf heraus unmittelbar erschließt: Die Berge liegen hier nicht fern, sondern rücken nahe an den Ort heran und prägen seinen nördlichen Horizont.

Erinnerung und Struktur

Aquarell mit Ergänzungen: Hausnummern und Hausnamen im Dorf Pechgrün.
Dasselbe Aquarell, ergänzt um Hausnummern und Hausnamen. Es verbindet die persönliche Erinnerung mit der konkreten Dorfstruktur.

Ausblick

Von dieser Landschaft aus führen die Wege weiter – zu einzelnen Häusern, zu Familien, zu Dokumenten und Ereignissen. Diese finden auf anderen Seiten dieser Website ihren Platz.