Haus Nr. 62

Hof der Familie Lenk – ban Hånsgirgn / Lenk Peppms Huaf

Anfahrt nach Pechgrün – Haus Nr. 62 in der Vorkriegs- und Nachkriegslandschaft
Blick auf die ersten Häuser von Pechgrün aus Richtung Chodau. Haus Nr. 62 liegt links der Straße, etwas zurückgesetzt.

Lage und Einordnung

Haus Nr. 62 lag nicht direkt an der Straße, sondern etwa 40 Meter zurückgesetzt hinter den Wohnhäusern Nr. 74 und Nr. 90, an der markanten Straßenkrümmung, der sogenannten „Krimming“.
Von der Straße aus führte ein Abzweig zum Hof, der aus einem frontal zur Straße ausgerichteten Wohn- und Stallgebäude sowie einer im rechten Winkel dazu errichteten Scheune bestand. Mehrere ältere Obstbäume schlossen den Hofraum ab, dahinter standen hohe, bereits damals alte Fichten.

Die Lage erlaubte einen weiten Blick über das Dorf hinweg zu den umliegenden Bergen. Haus Nr. 62 gehörte damit zu den vorgelagerten Anwesen am Dorfrand, noch vor der dichter bebauten Ortsmitte.

Haus Nr. 62 und Haus Nr. 74 auf einer historischen Schwarz-Weiß-Aufnahme
Haus Nr. 62 (rechts, zurückgesetzt) und Haus Nr. 74 auf einer historischen Aufnahme.

Haus- und Besitzgeschichte

Das Anwesen Nr. 62 gehörte ursprünglich zu einer alten Pechgrüner Heinzl-Linie, die nachweislich bis 1575 in den Kirchenbüchern zurückverfolgt werden kann.
Um die Jahrhundertwende wird als Hausbesitzer Johann Heinzl, im Dorf Hånsgirgn genannt, erwähnt. Seine Söhne Josef Heinzl (Girgn Bepp) und Heinrich Heinzl übernahmen den Hof nicht.

Als Nachfolgerin erscheint die Tochter Berta Heinzl, verheiratet mit Rudolf Lenk, genannt Lehna Dolf. Berta starb im Jahr 1903 bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Josef. Spätestens mit der Übernahme des Hofes durch diesen Josef Lenk setzte sich im Volksmund die Bezeichnung „Lenk Peppms Huaf“ durch.

Rudolf Lenk heiratete später die verwitwete Anna Lorenz, geborene Dürrschmidt, und zog um 1924 zu ihr ins Haus Nr. 13 im sogenannten Iawan Dorf. Der Hof Nr. 62 blieb jedoch weiterhin mit dem Namen Lenk verbunden.

Familie Lenk – historische Aufnahme
Familie Lenk. Historische Aufnahme aus dem Familienbesitz.

Haus Nr. 62 als biografischer Ort

Neben seiner eigenen Hofgeschichte ist Haus Nr. 62 auch ein biografisch bedeutsamer Ort für die Familie von Claus. An diesem Haus wurde bei einem gemeinsamen Besuch eine Gedenktafel angebracht, die an diese Lebensphase erinnert.

Karl Bauer und Margareta Rossmeißl wohnten hier in den Jahren 1919 bis Anfang 1922 zur Miete bei der Familie Lenk. Es waren die frühen Ehejahre einer jungen Familie, noch ohne eigenes Anwesen.
In dieser Zeit wurde hier ihre Tochter Elisabeth Bauer geboren, die im Dorf als Kutscher-Liesl bekannt war. Sie ist die Mutter von Claus.

Der Aufenthalt der Familie in Haus Nr. 62 endete, als sie wegen der Pflegebedürftigkeit des Vaters von Karl Bauer nach Voigtsgrün übersiedelte. Haus Nr. 62 markiert damit eine kurze, aber prägende Lebensphase der Familie Bauer in Pechgrün.