Wolfsberg
Der verschwundene Berg
Wolfsberg
Der Wolfsberg war eine bewaldete Erhebung nordwestlich von Pechgrün. Er lag im Bereich der späteren Abraumhalde und ist heute im Gelände nicht mehr sichtbar. In den Erinnerungen ehemaliger Bewohner erscheint der Wolfsberg als benannter Geländepunkt, nicht jedoch als Ort mit markanten Felsformationen.
Heute ist der Wolfsberg im Gelände nicht mehr als eigenständiger Berg erkennbar. Er wurde im Zuge der Abraumaufschüttungen großteils überdeckt und verschwand damit aus dem sichtbaren Landschaftsbild.
Ausgangspunkt der Suche
Für Claus gewann der Wolfsberg besondere Bedeutung durch ein historisches Foto:
Es zeigt seine Mutter als junges Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater und einer Cousine auf einem Felsen sitzend. Auf der Rückseite des Fotos ist der handschriftliche Vermerk „Wölfling“ angebracht.
Da die Familie aus Voigtsgrün und Pechgrün stammte, begann Claus nach einem Ort zu suchen, der mit dieser Bezeichnung in Verbindung stehen könnte. In Voigtsgrün existiert ein ausgedehnter Bergrücken namens Wölfling, doch dort ließ sich kein entsprechender Felsen finden. Dadurch rückte der Wolfsberg bei Pechgrün als möglicher Ort in den Fokus.
Warum der Wolfsberg nicht auffindbar war
Als Claus mit seiner Suche begann, war die Halde bereits vollständig aufgeschüttet.
Der Wolfsberg war zu diesem Zeitpunkt im Gelände nicht mehr als Berg wahrnehmbar. Zwar war seine ungefähre Lage bekannt, doch ließ sich vor Ort kein markanter Geländepunkt mehr identifizieren.
Historische Karten und Luftbilder zeigen, warum dies so war:
Bereits die topografische Karte von 1965 zeigt den Wolfsberg als vollständig bewaldeten Höhenzug. Es sind keine offenen Flächen oder felsigen Strukturen verzeichnet, die auf einen markanten Felsen hindeuten würden.
Auch das Luftbild von 1990 bestätigt dieses Bild. Der Wolfsberg ist dicht bewaldet; eine freie, felsige Oberfläche ist nicht erkennbar.
Im Luftbild von 1992 ist der Wolfsberg bereits gerodet, jedoch noch nicht von der Halde überdeckt. Auch in diesem Zustand zeigen sich keine offenen Felsformationen.
Im Luftbild von 1996 ist der Wolfsberg schließlich deutlich verändert: Der Gipfelbereich ist bereits rund fünf Meter hoch überschüttet, daran schließt sich ein steiler Hang aus Schüttgut in Richtung Nordosten an. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist der Wolfsberg als eigenständige Geländeform verschwunden.
Diese Bildabfolge macht deutlich:
Der Wolfsberg verschwand nicht plötzlich, sondern wurde schrittweise von der Halde verschluckt. Als Claus vor Ort nach ihm suchte, war er im Gelände nicht mehr als solcher erkennbar.
Verhältnis zum Affenfelsen
Parallel zur Suche nach dem Wolfsberg rückte der Affenfelsen als möglicher Ort des historischen Fotos in den Fokus. Anders als der Wolfsberg handelt es sich dabei um einen konkret beschriebenen und fotografisch belegten Felsvorsprung nahe Pechgrün, der trotz der Aufschüttungen teilweise erhalten blieb.
Ob das Foto tatsächlich auf dem Affenfelsen aufgenommen wurde oder an einem anderen, heute verschwundenen Ort, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit entscheiden. Der Wolfsberg scheidet jedoch als Aufnahmeort weitgehend aus, da weder Karten noch Luftbilder Hinweise auf eine frei liegende Felsformation in seinem Bereich liefern.
Bedeutung heute
Der Wolfsberg steht exemplarisch für jene Landschaftsteile rund um Pechgrün, die durch den Bergbau vollständig aus dem sichtbaren Gelände verschwunden sind. Er erklärt, warum bestimmte Orte gesucht, aber nicht mehr gefunden werden können – nicht aus Vergessen, sondern weil sie physisch nicht mehr existieren.
Die Beschäftigung mit dem Wolfsberg ist damit Teil der größeren Spurensuche nach dem verschwundenen Pechgrün und seiner Umgebung.