Die letzten Jahre von Pechgrün
Gleise, Halden und die letzten sichtbaren Spuren des Dorfes
Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach 1945 bestand Pechgrün noch rund zwei Jahrzehnte weiter und blieb weiterhin bewohnt, wenn auch in veränderter Form. In den 1960er Jahren wurde das Dorf schrittweise aufgelöst. Die Einwohner wurden nach und nach umgesiedelt, vor allem nach Chodau. Um 1967/68 war das Dorf ohne Bewohner; kurz darauf wurden die Häuser abgerissen und zerstört, Dächer und Innenräume verschwanden, zurück blieben nur noch Mauerreste und offene Keller.
Neue Werkbahngleise führten durch das Gebiet, die Halde rückte näher, Maschinen bestimmten zunehmend das Bild. Für eine Zeit überlagerten sich beide Wirklichkeiten: die letzten sichtbaren Reste des Dorfes und die neue Industrielandschaft des Braunkohlenabbaus.
Mit dem Fortschreiten des Tagebaus im Falkenauer Braunkohlerevier wurde das Gebiet von Pechgrün zunehmend zur Ablagerung des Abraums genutzt. Werkbahngleise, Verteileranlagen und Planierraupen prägten eine Landschaft, in der das frühere Dorf nur noch als Restform vorhanden war.
Auch zeitgenössische Zeichnungen und Erinnerungen zeigen Pechgrün in dieser Zwischenphase: nicht mehr als Dorf, aber noch nicht ganz verschwunden.
Luftaufnahmen aus dem Jahr 1974 zeigen, dass die Reste des Dorfes damals noch erkennbar waren, während die Halde bereits unmittelbar herangerückt war.
Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte Lied „Rosa na kolejích“ („Tau auf den Schienen“) von Wabi Daněk. Es beschreibt das Unterwegssein entlang von Gleisen. In einem tschechischen Artikel wird ein Zusammenhang mit Aufenthalten von Tramps in der Gegend um das bereits verlassene Pechgrün erwähnt; ein direkter Nachweis dafür existiert jedoch nicht.
Kurz darauf verschwand Pechgrün vollständig unter der Halde. Was blieb, sind wenige Bilder, Erinnerungen – und vielleicht auch ein Lied.