Vogelsang
Weg, Ortsteil und Abzweige
Diese Seite beschreibt den Weg vom Dorf Pechgrün in Richtung Stelzengrün und Neuhäuser sowie den Ortsteil »Vuaglsång«. Der Text folgt dem Verlauf dieses Weges aus dem Dorf hinaus und zeichnet dabei einen Raum nach, in dem sich Dorf, neue Siedlung, Abzweigungen und Teichlandschaft überlagern. Neben den einzelnen Häusern und Höfen werden auch infrastrukturelle Einrichtungen, Blickbeziehungen und landschaftliche Übergänge beschrieben. Das einleitende Luftbild zeigt den Wegverlauf und die Lage des Ortsteils »Vuaglsång« im Verhältnis zum Dorf und dient als Orientierung für die folgende Beschreibung.
Der Weg nach Stelzengrün, beziehungsweise zum Ortsteil »Vuaglsång« war auf beiden Seiten eingzäunt, auch noch etwa 100 m nach dem Transformatorenhaus, welches rechts am Wegrand stand. In diesem Bau wurde der Starkstrom aus dem E-Werk auf Normalspannung umgeformt. Es war ein fensterloser, turmähnlicher Bau, flankiert von Holunderstauden sowie Brombeer- und Heckenrosensträuchern. Gegenüber war die Einfahrt in den »Euin Huaf«. Zwischen diesem Hof und der Straße war in den 30er Jahren das Siegerthaus, Nr. 103, in das Wiesengrundstück hineingebaut worden, das bis dahin dem Pleier gehörte. Dieses Haus war eines der vier, die noch vor Beginn des 2. Weltkrieges gebaut wurden. Im Haus gab es zwei 2-Zimmer Wohnungen mit Küche und Bad, was für Pechgrüner Verhältnisse das Vornehmste darstellte.
Der »Euin Huaf«, Haus Nr. 21, grenzte mit seinem Wohnhaus und dem Stall unmittelbar an den Fahrweg. Die Scheune stand parallel zum Haus. Der Hofraum war an beiden Seiten offen und wurde nach Westen von einem großen Garten für das Jungvieh begrenzt. In der äußersten rechten Ecke dieses Gartens hatte sich der Bürgerschullehrer Franz Sattler, der früher als Pechgrüner Volksschullehrer im Pleierhaus wohnte, ein Gartenhäuschen errichten dürfen. Das Wohn- und Stallgebäude war fast von gleicher Bauweise wie der »Matzl- und Låin Huaf«, wahrscheinlich wurde er in der gleichen Zeit wie diese beiden erbaut. Dieser Hof stand auf einer leichten Anhöhe und alle angrenzenden Wiesen und Felder bis hin zu den Teichen gehörten zu seinem Besitz. Der »Euinbauer« war, so glaube ich, der größte Grundbesitzer im Dorf. Die Wasserversorgung des Hofes erfolgte durch eine kilometerlange Leitung. Durch Holzrohre kam das in der »Long Wies« gefaßte Wasser in den Hof, wo es ununterbrochen in einen großen Trog aus Granit floß.
- Nr. 79: Haus der Familie Gebhardt
- Nr. 85: "Glooseffen" Haus der Familie Berta Fischer
- Nr. 86: "Hou Ferdl" Haus der Familie Eduard Kraus
- Nr. 89: Haus der Familien Ernst und Franz Hahn.
- Nr. 86: Hause der Familie Eduard Kraus
- Nr. 87: Haus des "Kla(r)las Kårl, Bejchana Knüppl" der Familie Karl Bauer
- Nr. 88: Holzhandlung der Fam. Karl Lenk
- Nr. 89: Doppelhaus der Familien Ernst und Franz Hahn
Der »Vuaglsång« ein Ortsteil, der in den späten 20er Jahren entstand, begann beim »Gebhardthaus«, Haus Nr. 79. Kurz danach zweigte der Weg nach Neuhäuser ab. Bis zur Aussiedlung waren diese Häuser nicht an das Stromnetz angeschlossen. Von den sieben »Vuaglsånghaisern« standen sechs rechts am Weg nach Neuhäuser, nur das Haus vom »Hou Ferdl«, Nr. 86, war in die Gabel zwischen den Stelzengrüner- und Neuhäuserner Weg gebaut. Die Besitzer dieser Häuser waren Arbeiter und Bergleute, nur der »Boochheinzl« betrieb nebenberuflich noch etwas Landwirtschaft. Das Haus vom »Bå(r)t« (Gebhardt) war das erste, welches am »Vuaglsång« gebaut wurde. Gleich an der Wegegabel stand das Haus von der »Gloosseffn Berta«, Haus Nr. 85, dann kam das Doppelhaus der Hahnbrüder, Franz und Ernst, Haus Nr. 89. Der »Kla(r)las Kårl«, da »Bejchana Knüppl« (Bauer), Haus Nr. 87, hatte das Haus nicht selbst gebaut, er hatte es gekauft. Der Vorbesitzer hieß »Blob«. Im nächsten Haus betrieb der »Lenk Kårl«, Haus Nr. 88, eine Holzhandlung. Er sägte und spaltete Abfallholz aus Sägereien und verkaufte es zu Ringen gebündelt in Chodau, nachdem er sie mit dem Handkarren dorthin geführt hatte.
Die Wiesen hinter diesen Häusern erstreckten sich bis zum »Pfårrteich« und zu »Matzls Büllerla«. Das »Boochheinzl Haus«, Haus Nr. 96, war dicht an den Damm des Pfarrteiches gebaut, es stand mit seiner Giebelseite zum Neuhäuserner Weg. Von der Vorderseite des Hauses überblickte man die Teiche um Pechgrün, die »Leitn« nach Chodau und hatte die Kaolinschlämmereien von Potschetzau vor sich. Wenige Meter nach diesem Anwesen hatte sich der alte »Ullmann«, Haus Nr. 105, ein Behelfsheim gebaut, es beherbergte nur eine große Wohnküche, unter dem Dach bot es Schlafgelegenheiten für die Familie. An »Ullmanns Haus« vorbei kam man auf die Dämme des »Stårkeneier- und Pfårrteichs«.
Zäune gab es in Pechgrün fast um jedes Anwesen. Sie waren einfach ausgeführt. Die Latten waren manchmal bearbeitet und gestrichen, aber meistens so belassen, wie sie der Wald geliefert hatte. Die Wege, die aus dem Dorf hinausführten, waren oft an beiden Seiten von Zäunen gesäumt. So auch der Weg nach Stelzengrün und Neuhäuser. Verließ man auf diesem Weg das Dorf, bekam man kurz nach dem Pleierwirtshaus einen schönen Blick auf den »Matzlhuaf« und die »Linden«. Auch das »Büllerl« mit seinen Birken kam schön ins Bild. Noch sah man die sich dahinter erhebenden Berge nicht. Der Weg stieg bis zum »Euin Huaf« leicht an und erreichte nach dem Transformatorenhaus seine höchste Höhe. Von dieser Stelle aus konnte man den »Mitter- und Föllerberg« gut sehen.
Am Obst- und Weidegarten des »Euinbauern« entlang senkte sich der Weg in eine weite Ebene, die bis an den Ortsrand von Stelzengrün reichte. Jetzt hatte man freien Blick zum »Teichwewerhaus« (Dotzauer) und zum »Seeteich« mit seinem eichenbestandenen Damm. Wie schon gesagt, stand noch vor der Gabelung des Stelzengrüner Weges auf der rechten Wegseite das Gebhardthaus. An ihm war bemerkenswert, daß es nicht eingezäunt war.
Erst zwischen dem Haus der »Gloosseffn Berta« und vom »Hahn Franz« gab es wieder einen trennenden Zaun. Der »Hou Ferdl«, Haus Nr. 86, hatte sein Grundstück nur gegen den Neuhäuserner Weg und das anschließende Wiesengrundstück abgezäunt. Zum Weg nach Stelzengrün/Braunsdorf war der Garten offen. Kurz danach lag auf der rechten Wegseite das »Euinteichl«, welches das Wasser vom Pfarrteich sammelte, das in einem Graben über die Wiese hinter »Lenk Kårls Haus« floß. Es war ein sehr kleines Gewässer.
Ein Feldweg, der vom »Teichwewer« und »Säjteich« kam, führte an diesem »Teichl« vorbei und erreichte oberhalb des «Ullmann Hauses« den Weg nach Neuhäuser. »Brandners Teichl« war nur wenige Meter vom »Säjteich« entfernt, auf seinem Damm standen ein paar jüngere Eichen. Gleich danach begannen die sumpfigen Ufer des Seeteiches. Dieser Teich war der größte und tiefste. Das dichte Schilf, das in ihm wuchs, war ein Paradies für die Wildenten, die dort sehr zahlreich nisteten. Auch Bisamratten hatten dort ihre Burgen.
Der Weg nach Neuhäuser stieg sachte an und erreichte bei den ersten Höfen von Neuhäuser 468 m Seehöhe. Ein Hügel, der dem Föllerberg vorgelagert war, erreichte schon eine Höhe von 499 m. Vor diesem Hügel, an dem das »Hamplhaus« und eine alte Eiche standen, lag der trockengelegte »Segelteich« und das »Segelwallerl«. Von den Sumpfwiesen hinter dem »Stårkeneierteich« stieg das Gelände bis zu »Wickn Sefferls Huaf« an. Unmittelbar daneben befand sich der »Segelhuaf« und das »Blaaschanwesen«, hinter dem schon der geschlossene Wald begann.