Die Pechgrüner Schulchronik im Nationalsozialismus
Von der Begeisterung des Jahres 1938 zur Kriegspropaganda von 1943
Die Geschichte Pechgrüns ist eng mit der Geschichte Mitteleuropas verbunden. Das Dorf gehörte über Jahrhunderte zu den böhmischen Ländern der Habsburgermonarchie, wurde nach dem Ersten Weltkrieg Teil der Tschechoslowakei, kam 1938 zum Deutschen Reich und wurde nach dessen Niederlage erneut tschechoslowakisch. 1946 mussten die deutschen Bewohner ihre Heimat verlassen. Jahrzehnte später verschwand auch das Dorf selbst unter einer Abraumhalde.
Über das Leben der Menschen, ihre Häuser und Familien sowie über die Vertreibung berichten die drei Pechgrüner Heimat- und Erinnerungsbände ausführlich. Die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs treten darin dagegen meist in einzelnen persönlichen Erinnerungen hervor. Wie die politische Entwicklung im Dorf wahrgenommen und dargestellt wurde, lässt sich daraus nur teilweise erkennen.
Ein anderer Blick eröffnet sich durch die Schulchronik der Volksschule Pechgrün. Sie wurde ursprünglich geführt, um den Schulbetrieb festzuhalten: Unterrichtsbeginn, Lehrkräfte, Schülerzahlen, Ausflüge und besondere Ereignisse. Doch mit dem Jahr 1938 ändert sich ihr Charakter auffällig. Zwischen den gewöhnlichen Schulnachrichten erscheinen politische Bekenntnisse, nationalsozialistische Parolen und aufwendig gestaltete Propagandaseiten.
Die folgenden Beobachtungen entstanden beim erneuten Lesen dieser Chronik. Besonders bemerkenswert ist, wie sich die anfängliche Begeisterung über den Anschluss an das Deutsche Reich in eine nahezu bedingungslose Verherrlichung Hitlers und seiner Politik verwandelt. Selbst als sich die militärische Lage zunehmend verschlechterte, hielt die Chronik an der nationalsozialistischen Propagandasprache fest. Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Schulchronik ein offizielles Dokument einer staatlichen Einrichtung war, deren Lehrkräfte den politischen Vorgaben des nationalsozialistischen Schulwesens unterlagen. Ob die Verfasser die niedergeschriebenen Überzeugungen persönlich teilten oder vor allem den Erwartungen und Anweisungen ihrer Vorgesetzten folgten, lässt sich nicht feststellen. Noch weniger erlaubt die Chronik Rückschlüsse auf die politische Haltung der gesamten Dorfgemeinschaft.
Ein Dorf in wirtschaftlicher Not
Die Begeisterung, mit der ein Teil der deutschsprachigen Bevölkerung 1938 den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich begrüßte, lässt sich nicht ohne die vorangegangenen Jahre verstehen.
Nach 1918 gehörte Pechgrün zur neu gegründeten Tschechoslowakei. Für viele deutschsprachige Bewohner war dies ein tiefgreifender politischer und nationaler Einschnitt. Zugleich entwickelten sich in der Zwischenkriegszeit Vereine, Gewerkschaften und politische Parteien. Die Bevölkerung war keineswegs eine geschlossene politische Gemeinschaft.
Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In den Heimatbüchern beschreibt Anton Strunz wachsende Arbeitslosigkeit, Streiks, Demonstrationen und eine Stimmung der Ratlosigkeit. Die Not war nicht abstrakt: Nach seiner Zusammenstellung wurden im Januar und Februar 1932 täglich 113 arme Schulkinder in Pechgrün mit Suppe und Brot versorgt. Auch 1933 gab es eine solche Ausspeisungsaktion.
Strunz erinnert sich, dass viele Menschen sich vom „neuen nationalen Aufbruch“ in den dreißiger Jahren vor allem ein Ende der Arbeitslosigkeit erhofften. Das erklärt, warum nationalsozialistische Versprechungen Anklang finden konnten. Es rechtfertigt weder die Ideologie noch die Politik des Regimes.
Die Wahlergebnisse von 1935: keine einheitliche politische Haltung
Ein aufschlussreiches Bild geben die von Anton Strunz im zweiten Heimatbuch veröffentlichten Ergebnisse der tschechoslowakischen Parlamentswahl vom 19. Mai 1935. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus erhielt die Sudetendeutsche Partei 168 Stimmen, die Kommunisten 121 und die deutschen Sozialdemokraten 66. Weitere Stimmen entfielen unter anderem auf den Bund der Landwirte.
Damit war die Sudetendeutsche Partei die stärkste einzelne Kraft, doch Kommunisten und Sozialdemokraten verfügten ebenfalls über erheblichen Rückhalt. Von einer politisch einheitlichen nationalsozialistischen Dorfgemeinschaft kann für 1935 keine Rede sein. Auch darf das Wahlergebnis der Sudetendeutschen Partei nicht ohne Weiteres mit einer persönlichen Zustimmung jedes einzelnen Wählers zu allen späteren Verbrechen des NS-Regimes gleichgesetzt werden.
Gerade dieser Gegensatz macht die späteren Chronikeinträge so bemerkenswert. Wenige Jahre zuvor hatte es im Dorf unterschiedliche politische Lager gegeben. In der Schulchronik tritt nach 1938 davon kaum noch etwas hervor. Dort spricht nun fast ausschließlich die Sprache des nationalsozialistischen Staates.
1938: Aus der Schulchronik wird ein politisches Dokument
Bis 1938 berichtet die Schulchronik vorwiegend über schulische Angelegenheiten. Ab Seite 91 verändert sich ihr Erscheinungsbild deutlich: Politische Texte, farbige Hervorhebungen und nationalsozialistische Symbole nehmen breiten Raum ein. Wer diese Seiten verfasst und gestaltet hat, lässt sich nicht eindeutig feststellen.
Auf den Seiten 90 und 91 liegt dieser Bruch unmittelbar nebeneinander. Links beginnt das Schuljahr 1938/39 mit den gewohnten Angaben zu Lehrkräften und Schülerzahlen. Rechts steht, eingerahmt von Hakenkreuzen, der Spruch „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“. Darunter wird die „Heimkehr“ ins Deutsche Reich gefeiert.
Die politische Wende des Herbstes 1938 wird damit nicht nur beschrieben. Sie wird in der Chronik selbst sichtbar. Das Schriftbild, die Gestaltung und die Themen ändern sich. Was zuvor ein Bericht über den Schulalltag war, wird nun zugleich zum Träger der staatlichen Ideologie.
September und Oktober 1938: Der Weg zum Anschluss
Auf den Seiten 93 bis 95 schildert die Schulchronik ausführlich die Ereignisse vom 12. September bis zum 4. Oktober 1938. Der Bericht beginnt mit Hitlers Rede auf dem Nürnberger Reichsparteitag, beschreibt die anschließenden Spannungen, die Verhandlungen mit Großbritannien und das Münchner Abkommen und endet mit dem Einmarsch deutscher Truppen in den Bezirk.
Die Darstellung ist durchgehend von nationalsozialistischer Begeisterung und Propagandasprache geprägt. Hitler erscheint als Befreier, während Tschechen, Kommunisten und Sozialdemokraten als Gegner und Feinde beschrieben werden. Gerade diese unverhohlen parteiische Sicht macht den Bericht zu einem aufschlussreichen Zeitdokument.
Für viele Sudetendeutsche verband sich mit dem Anschluss die Hoffnung, die wirtschaftliche und nationale Unsicherheit der Zwischenkriegszeit hinter sich zu lassen. Die Schulchronik zeigt die öffentliche Begeisterung und die offizielle Sprache dieser Zeit. Sie sagt aber nicht, dass jeder Pechgrüner diese Begeisterung teilte.
Der Zeppelinflug und die Abstimmung im Dezember 1938
Im Dezember 1938 wurde auch Pechgrün in die propagandistische Inszenierung der Ergänzungswahl zum großdeutschen Reichstag einbezogen.
Am 2. und 3. Dezember überflog das Luftschiff „Graf Zeppelin“ den Ort. Der Flug diente der Wahlpropaganda. In der Chronik wird er als besonderes Ereignis festgehalten. Die Kinder und Bewohner konnten den Zeppelin am Himmel beobachten – ein Erlebnis, das auch in späteren Darstellungen der Dorfgeschichte überliefert blieb.
Für die Abstimmung vom 4. Dezember verzeichnet die Schulchronik 461 abgegebene Stimmen und 461 Ja-Stimmen. Anton Strunz übernahm diese Angabe später ausdrücklich aus der Schulchronik in sein Heimatbuch. Das dokumentierte Ergebnis ist jedoch kein zuverlässiger Maßstab für die tatsächlichen inneren Überzeugungen aller Einwohner: Die Abstimmung fand unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur und ihrer Propaganda statt.
Die Schulchronik wird zur Chronik nationalsozialistischer Expansion
Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht ins Sudetenland im Oktober 1938 verändert sich der Charakter der Pechgrüner Schulchronik zunehmend. Neben den Aufzeichnungen über den Schulalltag nehmen politische Ereignisse immer größeren Raum ein. Feiertage, Fahnenappelle und Huldigungen an Hitler wechseln sich mit ausführlichen Berichten über die territorialen Erweiterungen des Deutschen Reiches ab.
Im März 1939, nur fünf Monate nach der Besetzung des Sudetenlandes, marschiert die deutsche Wehrmacht auch in Böhmen und Mähren ein. Die Errichtung des sogenannten Protektorats Böhmen und Mähren wird in der Schulchronik als Wiederherstellung einer tausendjährigen historischen Ordnung gefeiert. Die nationalsozialistische Rechtfertigung der Besetzung wird dabei nahezu vorbehaltlos übernommen.
Die Seiten 99–101 verdeutlichen diesen Wandel besonders eindrucksvoll. Auf den Bericht über die Besetzung Böhmens und Mährens folgen wieder gewöhnliche Schulnachrichten. Unmittelbar daneben steht eine aufwendig mit Blumenornamenten, Hakenkreuzen und Hitler-Zitaten gestaltete Seite.
Die Chronik dokumentiert damit nicht mehr nur den Schulalltag eines kleinen Dorfes. Sie wird zunehmend zu einer politischen Zeitchronik, in der die nationalsozialistische Expansionspolitik ausführlich geschildert und als historische Errungenschaft gefeiert wird. Die eigentliche Geschichte der Schule gerät dabei immer weiter in den Hintergrund.
Je weiter man in dieser Chronik liest, desto fassungsloser wird man angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der Hitlers Eroberungspolitik gefeiert wird. Die Besetzung fremder Gebiete erscheint nicht als Unrecht, sondern als eine Folge großer historischer Leistungen, für die dem „Führer“ immer wieder Dank und Bewunderung ausgesprochen werden.
Krieg: Was die Chronik erzählt – und was sie verschweigt
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann im September 1939 der Zweite Weltkrieg. Für Pechgrün bedeutete der Krieg, dass Männer zum Militär eingezogen wurden, Familien um ihre Angehörigen bangten und der Alltag zunehmend von Mangel und Einschränkungen bestimmt war.
Auch die Schule war betroffen. Aus den überlieferten Einträgen gehen unter anderem Veränderungen im Lehrkörper, Unterrichtsausfälle, Sammelaktionen und Einschränkungen des Schulbetriebs hervor. Doch eine zusammenhängende Schilderung der Kriegserfahrungen des Dorfes bietet die Schulchronik nicht.
Die Doppelseite 110–111 beginnt mit den gewöhnlichen Angaben zum Schuljahr 1942/43. Es folgt ein Bericht über den Krieg, der die Niederlage von Stalingrad, das Ende der Kämpfe in Nordafrika, die alliierte Landung auf Sizilien und die Bombenangriffe auf deutsche und italienische Städte erwähnt. Trotz dieser Entwicklungen bleibt der Ton von Durchhalteparolen und unerschütterlichem Vertrauen auf Hitler geprägt. Am Ende steht, groß und sorgfältig geschrieben, die Parole:
„Führer befiehl, wir folgen Dir!“
Wir lesen diese Zeilen heute mit dem Wissen um den Ausgang des Krieges. Der Verfasser der Chronik kannte diesen Ausgang noch nicht. Doch bereits 1943 waren die militärischen Niederlagen unübersehbar. Trotzdem hielt die Schulchronik an der nationalsozialistischen Propagandasprache und dem bedingungslosen Bekenntnis zu Hitler fest.
Wie anders die Stimmung im Dorf gewesen sein könnte, lässt eine Erinnerung von Anton Strunz erkennen, dem Initiator der drei Pechgrüner Heimatbücher:
„Die Euphorie hielt nicht lange an, denn schon 1939 erfolgte die Ernüchterung. Was einzelne Ortsleute schon am Anfang des Aufbruchs prophezeit hatten, es kam zum Krieg. Dieser forderte in Pechgrün und Neuhäuser 61 Opfer, das sind acht Prozent der Bevölkerung, Gefallene und Vermisste, und brachte im Gefolge die Vertreibung unserer gesamten Volksgruppe.“
Während die Schulchronik noch 1943 Zuversicht und unbedingte Treue zum Führer verkündete, erinnert sich Strunz an eine Ernüchterung bereits zu Beginn des Krieges. Dieser Gegensatz ist bemerkenswert. Die Chronik war ein offizielles Dokument einer staatlichen Schule unter nationalsozialistischer Herrschaft. Ob ihre Verfasser die niedergeschriebenen Überzeugungen persönlich teilten oder den politischen Erwartungen folgten, lässt sich nicht feststellen. Noch weniger können wir daraus auf die tatsächliche Stimmung der Dorfbewohner schließen.
Anpassung – eine wiederkehrende Erfahrung
Vielleicht ist Anpassung eines der Schlüsselwörter für die Geschichte Pechgrüns. Innerhalb einer Generation wechselten Staatszugehörigkeit, politische Ordnung und öffentliche Loyalitätsforderungen mehrfach. Die Menschen mussten unter den jeweils herrschenden Bedingungen leben, arbeiten, ihre Kinder versorgen und versuchen, ihre Familien zu schützen.
Anpassung bedeutete allerdings nicht für alle dasselbe. Manche unterstützten eine neue Herrschaft aus Überzeugung. Andere hofften auf wirtschaftliche Verbesserungen, folgten der Mehrheit, hielten sich aus der Politik heraus oder versuchten, nicht aufzufallen. Wieder andere widersprachen oder wurden selbst verfolgt.
Dass es in Pechgrün unterschiedliche politische Einstellungen gab, zeigen bereits die Wahlergebnisse von 1935. Auch Rudolf Wildners Erinnerungen lassen erkennen, dass im Dorf überzeugte Nationalsozialisten, Menschen mit anderen politischen Ansichten und Personen lebten, denen man in diesen Jahren besser nicht offen widersprach. Eine Schulchronik mit offiziellen Parolen kann diese Vielfalt kaum abbilden.
Das erklärt auch, warum wir aus der nationalsozialistischen Gestaltung einzelner Chronikseiten nicht unmittelbar auf die Haltung der gesamten Dorfgemeinschaft schließen dürfen. Die Chronik ist ein Zeugnis dessen, was öffentlich festgehalten wurde – nicht eine Abstimmung über die Gedanken aller Einwohner.
1945 und 1946: Das Ende der deutschen Dorfgemeinschaft
1945 endete die nationalsozialistische Herrschaft mit der Niederlage Deutschlands. Die Tschechoslowakei wurde wiederhergestellt. In der Folge wurden auch die deutschsprachigen Bewohner Pechgrüns von der Vertreibung erfasst.
Für die Betroffenen bedeutete dies den Verlust ihrer Heimat, ihrer Häuser und ihres bisherigen Lebens. Viele Familien hatten bereits Angehörige im Krieg verloren. Nun verloren sie auch den Ort, an dem sie und ihre Vorfahren gelebt hatten. Die Vertreibung traf Menschen mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen und unterschiedlichem persönlichen Verhalten während der nationalsozialistischen Herrschaft.
Was die Pechgrüner vor 1945 politisch getrennt hatte, trat in der gemeinsamen Erinnerung an das verlorene Dorf in den Hintergrund. Die drei Pechgrüner Heimatbücher, die Anton Strunz und seine Mitstreiter Jahrzehnte später zusammenstellten, bewahren vor allem diese Erinnerung: an Häuser und Familien, Nachbarn und Bräuche, an das alltägliche Leben in einer Dorfgemeinschaft, die es nicht mehr gab.
Die Jahre des Nationalsozialismus nehmen darin vergleichsweise wenig Raum ein. Ob die Herausgeber damit bewusst frühere politische Gegensätze vermeiden wollten, wissen wir nicht. Ihr Anliegen war vor allem, die Erinnerung an Pechgrün zu bewahren. Die Schulchronik ergänzt diese Erinnerungen um einen anderen, schwierigen Teil der Dorfgeschichte: die öffentliche Darstellung der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges.
Was bleibt von diesen Aufzeichnungen?
Die Schulchronik beantwortet nicht alle Fragen. Sie verrät uns nicht, was jeder Einzelne dachte, wann Zweifel aufkamen oder wer sich innerlich längst von der nationalsozialistischen Führung abgewandt hatte. Auch ihr auffälliger Wechsel in Schrift, Gestaltung und politischer Sprache lässt sich ohne weitere Belege nicht eindeutig einem bestimmten Verfasser oder einer bestimmten Anweisung zuordnen.
Aber sie zeigt etwas, das in späteren Erinnerungen leicht in den Hintergrund gerät: Die nationalsozialistische Herrschaft war nicht nur ein fernes politisches Ereignis. Sie drang bis in die Aufzeichnungen der Pechgrüner Volksschule vor.
Wer die Seiten heute betrachtet, sieht nebeneinander Schuljahre und Schülerzahlen, geschmückte Hakenkreuze und politische Treuebekundungen, Berichte aus dem Krieg und schließlich das Schweigen einer unvollendeten Geschichte. Wenige Jahre später gab es die deutsche Dorfgemeinschaft Pechgrün nicht mehr.
Die Geschichte dieser Jahre zu erzählen bedeutet weder, die Menschen des Dorfes pauschal zu verurteilen, noch die Verantwortung für den Nationalsozialismus auszublenden. Es bedeutet, auch dieses schwierige Kapitel als Teil der Geschichte Pechgrüns anzuerkennen.
Quellen und Hinweise
Volksschulchronik Pechgrün (Smolnice), 1923–1944. Staatliches Bezirksarchiv Sokolov, digitalisiert im Archivportal Porta fontium. Besonders herangezogen: S. 90–111. Die abgebildeten Seiten sind historische Quellen; ihre nationalsozialistischen Aussagen werden hier dokumentiert, nicht übernommen.
Pechgrün am Fuße des Erzgebirges – ein verschüttetes Dorf. Geschichte und Erinnerungen. Drei Bände. Insbesondere die Beiträge von Anton Strunz zu Wirtschaftskrise, Wahlen und den Jahren 1938–1946. Die Bände sind vergriffen; zahlreiche darin überlieferte Erinnerungen und Informationen sind auf dieser Website aufgearbeitet.
Rudolf Wildner: Handschriftliche Erinnerungsaufzeichnungen über Pechgrün. Transkribiert und zu einem privaten Buch zusammengestellt von Udo Dengler. Das Manuskript befindet sich derzeit in der Überarbeitung und ist noch nicht veröffentlicht.
Zur Einordnung: Die Schulchronik ist eine zeitgenössische, aber nicht neutrale Quelle. Die Heimatbücher und Zeitzeugenberichte entstanden rückblickend und spiegeln persönliche Erinnerungen. Aussagen über die Einstellung der gesamten Dorfbevölkerung lassen sich aus keiner dieser Quellen allein ableiten.