A Hooch aaf unna Dorf uu d' Pechgräina Leit

Erzählt und aufgeschrieben von Erich Heinzl

Aus: Pechgrün am Fuße des Erzgebirges – ein verschüttetes Dorf. Geschichte und Erinnerungen, Band 3 (1998), hg. von Anton Strunz und Erich Heinzl.

Hinweis: Namen und Hausnummern im Text sind anklickbar. Sie führen zu weiterführenden Informationen im Stammbaum sowie zu den Wegbeschreibungen, in denen die Häuser näher beschrieben sind.

Zwei Chodauer Spaziergänger standen an der Stelle auf der Leitn, wo früher die Grubenhunte ankamen, die von einer Seilbahn den steilen Hang vom Heinrichschacht, der in der Nähe des Chodaubaches in den Boden geteuft war, heraufgezogen und zu einem Geleit zusammengestellt wurden. Ein Gaul zog diese Loren zur Karolezeche, dort wurde die Kohle in Güterwaggons umgeladen. Das Pferd hatte an den mit Braunkohle beladenen Hunten nicht schwer zu ziehen, weil das Geleit des Gefälles wegens von allein lief. Nur beim Anfahren mußte sich der Gaul ganz schön ins Geschirr werfen. Allerdings hatte das Pferd auf dem Rückweg an den leeren Loren ganz ordentlich zu ziehen, weil das Gelände auf dem Rückweg von der Karolezeche her leicht anstieg.

Die beiden Spaziergänger, ein Geschäftsmann und ein pensionierter städtischer Angestellter, unterhielten sich an diesem Nachmittag nicht nur über unser Dorf und seine reizende Umgebung, sondern auch über die Bevölkerung von Pechgrün. Manche von ihnen kannten sie von Angesicht, weil sie ihnen tagtäglich begegneten, wenn diese aus den Fabriken und Geschäften, wo sie arbeiteten, nach Feierabend nach Hause strebten. Die meisten gingen zu Fuß, einige wenige fuhren mit dem Fahrrad. Es waren Porzellanmaler oder -dreher, Hilfsarbeiterinnen und -arbeiter, die in den Brennhäusern von Haas & Czischek bezw. Richter, Fenkl & Hahn ihren spärlichen Lohn hart verdienen mußten. Begegneten sie einer Gruppe von Porzellanmalerinnen oder -malern, dann erkannten sie diese an dem unverwechselbaren Geruch, der diese Arbeiter einhüllte.

Der Geruch von Terpentinöl hängte sich so stark in die Kleidung, daß sie sich nicht durch Wäsche oder Lüften davon freimachen konnten. Bergarbeiter aus den Braunkohleschächten und Kaolinschlämereien trafen sie am späten Nachmittag nicht mehr, weil deren Schicht bereits um zwei Uhr nachmittags beendet war. Die Pechgrüner Bevölkerung hatte sich in ihrer Zusammensetzung in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Waren es seit der Besiedlung im 14. Jahrhundert Bauern und Häusler, Chalupner, wie sie in alten Dokumenten genannt wurden, so waren es zuletzt, nachdem die Industrialisierung unaufhaltsam sich entwickelte, mehr Arbeiter und Angestellte, also Arbeitnehmer. Aus dem reinen Bauerndorf wurde nach 1900 eine Siedlung, in der die Menschen nicht mehr selbständig, sondern in abhängigen Arbeitsverhältnissen ihren Lebensunterhalt verdienten, was sich in der Entwicklung des Dorfes niederschlug. Es entstanden immer mehr Wohnhäuser, in denen es bestenfalls einen kleinen Stall für ein bis zwei Ziegen oder eine Kuh gab.

Das Leben im Dorf war wie seine Einwohner waren. Es gab keine besonderen Anlässe, die herausgehoben werden müßten. Natürlich waren die Tage um Ostern oder Weihnachten anders, als sie es das ganze Jahr über waren. An Ostern und am 1. Mai gab es die Tagreveillé, im Volksmund Toochrevöll, ein ganz besonderes Ereignis, das es in den Nachbargemeinden nicht oder nicht mehr gab, aber für die Dorfuben von besonderer Wichtigkeit war, weil sie mit ihren Karbidbüchsen unbeansandet herumknallen und herumböllern durften. S' Chuadaua Fest u s' Näufest waren Anlässe, die im Dorf selbst nicht so sehr in Erscheinung traten, dafür aber im Kirchspiel Chodau mit Markt und Schaugeschäften begangen wurden. Man ging aafs Fest, um Sachen einzukaufen, die das Jahr über in den Geschäften nicht angeboten wurden. Man ging, um sich zu vergnügen, um Reitschöll (Ringelspiel), Riesenrad oder Kettenkarussel zu fahren. Es gab Losstände und Schießbuden, besonders interessant waren die Ringerbuden. Manchmal war auch ein kleiner Zirkus auf der Festwiese, dem Anger, wo starke Männer einen Büffel umwerfen sollten. Die Erfolgreichen, die das schafften, bekamen für diese Leistung einen 100 Kronenschein. Besuchte man diese Schauen öfter, merkte man bald, daß diese Männer Mitarbeiter des Zirkusunternehmens sein mußten. Dann gab es viele Buden, wo besondere Sensationen zu sehen waren, wie die Dame ohne Unterleib oder die dickste Frau von Europa, die zum Sitzen zwei Stühle brauchte. Es gab auch immer einen Gurkenverkäufer. Er stand meistens mit seinem Gurkenfaß vor dem Eingang zum Anger, dort wo der Weg zum Kino abzweigte. Laut schreiend, pries er seine Ware, riesengroße, süßsaure Gurken, mit dem Spruch an:" Wea w(ü)l gräußa Gurkn hoo(b)m, dea mouß za dean Moa däu sog'n"! Marktschreierisch wurden viele neue Erfindungen angeboten, z.B ein Rasierklingenschleifer oder ein Rasierapparat mit Hautspanner; der Glöckner Ludwig war damit recht gut ausgestattet. Praktische Gegenstände, wie darana Döpp, die kleine Fehler aufwiesen und deshalb etwas billiger waren als im Haushaltswarengeschäft des Franz Stingl. Hornhautsalbe, Tinkturen gegen Hühneraugen, Anisbonbons, die weithin dufteten und ein ganz neuartiges Messingputzmittel sollten auch an den Mann gebracht werden. Ein angeblicher Inder ließ von einem Papagei Horoskope aus einem Kästchen mit vielen Briefchen herausziehen, wenn man dafür bezahlte und sein Geburtsdatum angab. Ein Fotograf, mit einer Kamera aus der Erfinderzeit der Fotografie, machte Aufnahmen, die er dann in einem Messingansteker als Andenken für die Herzallerliebste oder den Freund verkaufte. In der Parkstraße reihten sich Stand an Stand. Auch die Chodauer Geschäftsleute boten ihre Waren in solchen Ständen an. Es gab viele Wurststände, wo man heiße Knacker mit einem Kaisaleuwala für eine Krone bekam, auch Haringsemml konnte man erstehen. Nie fehlten aber die angeblichen Türken, die den sehr guten und sehr beliebten Türkischen Honig verkauften. Von einem großen Honigklotz schlugen diese Türken mit einer sehr orientalisch aussehenden Spachtel Honigsplitter ab, die man in Portionen zu 50 Heller oder einer Krone bekommen konnte. Auch sie hatten ihren besonderen Werbespruch. Sie schrien in die Besucherschar, die sich zwischen den Verkaufsständen hindurch in der Parkstraße drängte:

"Lecka, lecka! Wer einmal leckt, der weiß wie's schmeckt, der schleckt die ganze Bude weg! Lecka, lecka"! Auch der Eiskönig Moser aus Donitz bei Karlsbad hatte seinen Neger geschickt, damit er sein gutes Eis an die Kinder brachte. Dieses Fest fand am 10. August, am Låurenze Tooch, statt, und wurde am darauffolgenden Sonntag, dem Näufest, wiederholt. An diesem Tag gab es bei vielen Familien im Dorf ein Festtagsessen. Vor allem aber wurden Kejchla uu Krapfm bächn. An den Abenden dieser Festtage gab es nicht nur in Chodau, auch in den Pechgrüner Gaststätten, Tanzveranstaltungen.

In Pechgrün gab es drei Wirtshäuser: im Pleierwirtshaus (Nr. 67) verkehrten die Sozialdemokraten, die Kommunisten bevorzugten das Wåstlwirtshaus (Nr. 9), die Gaststätte zum grünen Baum. Im Bohrturm (Nr. 28) trafen sich die Anhänger des Bundes der Landwirte. Bis zur Übernahme der Fleischerei durch Hans Saruba 1936 hieß das Lokal auch "Ban Franz Kårla" (Anm.: Karl Franz, geb. 29.3.1895). Von da an wurde der "Bohrturm" Parteilokal der Henleinpartei.

Im Saal des Wåstlwirtshauses (Nr. 9) turnten die Anhänger des Arbeiterturnvereins - ATUS. Ihr Wahlspruch war:
"Frisch, fromm, stark, treu" und unterschied sich damit vom Deutschen Turnverein, der seine Einstellung mit:
"Frisch, fromm, fröhlich, frei", ist die deutsche Turnerei, bekundete. War man Anhänger von fröhlich und frei, mußte man nach Chodau oder Poschetzau, weil es diesen Verein in Pechgrün nicht gab. Anfangs der 30er Jahre erlahmte das Turnen beim Arbeiter Turnverein, weil die jungen Männer lieber Raffball und später Fußball spielten. Die Pechgrüner Mannschaften brachten es in jeder Disziplin zu gutem Ansehen. In ihren Reihen gab es sogar Bundesmeister. Diese sportlichen Erfolge waren für einen Verein aus einem so kleinen Dorf wie Pechgrün, der auch eine Schwimmriege hatte, sehr beachtlich.

Bis zum Anschluß ans Dritte Reich gab es im Dorf zwei Gesangvereine, die auch Theater spielten und sich im Konkurrenzkampf zu Höchstleistungen trieben. Solange man die Theaterabende nach vorheriger Absprache an verschiedenen Wochenenden veranstaltete, gab es der Besucher wegen keinen Streit. Als man aber die Konkurrenz so weit trieb und am gleichen Abend Theater spielte, war für beide Vereine der Mißerfolg nicht zu vermeiden, weil die Anzahl der Theaterinteressierten unter den Dorfleuten für zwei gleichzeitig stattfindende Veranstaltungen nicht ausreichte und aus den Nachbardörfern nur wenig Schaulustige kamen; sie gingen lieber nach Chodau ins Kino.

Die Freiwillige Feuerwehr war eine Vereinigung, bei der die politische Einstellung der Mitglieder keine Rolle spielte; man war einfach Feiawehra und als solcher bereit zu helfen, wenn es galt zu löschen. Wenn der Hornist, es war der Hahn Ernst van Vuaglsång, das Signal ertönen ließ, dann eilten die Feiawehra in der Zwlchmontur mit schwarzrotem Gurt und schwarzem Schutzhelm, der einen Messingkamm hatte, im Laufschritt zum Übungsplatz zwischen Gmoi- u Steichahaisla. Im Gemeindehaus (Nr. 46), an dessen Stirnwand groß "Armenhaus" stand, waren die Handdruckspritze, viele Handlöschgeräte und auch die nötigen Schläuche untergebracht.

Auf dem Plätzchen zwischen Straße und Bach, vor Wickns Loo(d)n, warteten schon der Feuerwehrhauptmann und sein Stellvertreter, um abzustoppen, wie lange es dauerte, bis der letzte Mann eintraf. Hauptmann war der Matzl Egon, er hatte dieses Amt von seinem Vater, dem Seffm, quasi geerbt, obwohl er, wie es die Statuten vorschrieben, in einer Jahreshauptversammlung mit Mehrheit gewählt worden war. Sein Vice war der Eckl Frånz, der Mann von der Sommer Ölsa. Bevor er diese Charge bekam, war er viele Jahre Feuerwehrsamariter und leistete als solcher erste Hilfe, wenn sich Kinder oder Erwachsene auch im Privatleben ernsthaft verletzt hatten. Die Schutzhelme der beiden Obmänner unterschieden sich sehr wesentlich vom Arbeitshelm der Mannschaften. Der Kamm war nicht keilförmig wie beim Mannschaftshelm, sondern abgeplattet und an den Seiten mit einem Akantusblätterrelief reich verziert, das vorne in einer schneckenförmigen Volunte endete. Zur Unterscheidung und Betonung der Würde hatte der Kommandant einen goldenen und sein Vice einen silbernen Kamm auf dem Helm. Die beiden Chargen hatten einen schwarzen Ledergurt zum Unterschied zu den Mannschaften umgeschnallt, an dem ein reichverziertes Hackl (Beil) baumelte. Man sah es sofort, dieses Gerät war nicht für den Arbeitseinsatz bei einem Brand vorgesehen. Der Kommandantstellvertreter hatte außerdem ein kleines Trompetchen an einer roten Kordel, die von der linken Schulter zur rechten Hüfte führte, hängen. In dieses Trompetchen, mit dem er zwei verschieden hohe Töne produzieren konnte, blies er, bevor er einen Befehl erteilte.

Eine besondere Abteilung der Wehrmannschaft waren die Steiger. Ihr Kommandant, der Meißl Pepp, war schon von berufswegen - er war Zimmerermeister - für eine solche Aufgabe prädestiniert. Er hatte nach Pechgrün eingeheiratet, sein Weib war d' Euin Alwina; sein Familienname war Roßmeißl, den Hausnamen Meißl hatte er aus Kofl mitgebracht. Die ihm zugeteilten Steicha waren seine beiden Gesellen, da Bäuja Knågga u da Kutschabaua Kårl. Sie übten mit Hängeleitern am Steichahaisla, das extra dafür anläßlich des Feuerwehr Gautages 1926 erbaut worden war. Das Staichahaisl diente auch zum Trocknen der Schläuche nach Übungen und Bränden. An ihrem schwarzroten textilen Gurt hing ein riesengroßer Karabiner sowie ein schmuckloses Hackl in einem Lederhalfter. Diese Ausrüstung hob sie aus der Masse heraus und unterschied sie ganz deutlich von den gewöhnlichen Wehrmännern.

Die Feuerwehr hatte ihre eigene Kommandosprache. So fingen die Männer an der Spritze an zu pumpen, wenn es hieß: "Wasser Marsch!" und stellten das Pumpen ein, wenn der Befehl "Wasser Halt"! ertönte. Es ging auch sonst recht militärisch zu. Wenn man einer solchen Übung zusah, konnte man sich schlecht vorstellen, daß diese Wehr im Ernstfall nicht in der Lage sein könnte, einen Brand zu löschen. Beim Brand des Möhlfrank Hauses (Nr. 34) konnte man erleben, daß alles wie am Schnürchen klappte. Im Ernstfall bedurfte es keiner exakten Kommandos. Jeder tat auch ohne Befehl all die Handgriffe, die er bei den Übungen gelernt hatte.

In der Faschingszeit veranstalteten die Vereine Bälle, auch die Feuerwehr und die Wirte. Bei solchen Anlässen konnte man in den Wirtshäusern sogar warmes Essen bekommen, was sonst nicht der Fall war. Im Pleierwirtshaus (Nr. 67) gab es dann immer Añglets (Sauerbraten), bei Moders Ww Ros(t)bra(t)la mit Sauerkraut und Brot. Das Essen bei den Wirte wurde sehr gelobt. Die heute 70 jährigen und jüngeren Pechgrüner hatten nicht mehr Gelegenheit, diese so gepriesenen Köstlichkeiten zu verkosten, weil es Bälle und ähnliche Veranstaltungen im Krieg nicht mehr gab, als die damaligen jungen Leute ins Tanzbeinschwingeralter kamen. Bei Bällen gab es keine Sperrstunde, und sie dauerten dann auch bis in den frühen Morgen. Weil Bälle immer an einem Samstag stattfanden, hatten die meisten Teilnehmer Zeit zum Ausschlafen. Es gab aber auch Ballbesucher, ohne Ausnahme waren es Männer, die nach solchen Veranstaltungen überhaupt nicht ins Bett kamen. Diese ganz Ausdauernden gingen, wenn der Wirt das Aus geboten hatte, gåsener, d.h. sie gingen "afn schwoa(r)zn Kaffee". Mit Gesang, Musik und viel Radau überfielen sie Daheimgebliebene, die morgens um 6 bis 7 Uhr schon aus den Federn waren. In den Stuben der Überfallenen ging es dann hoch her. Das in der durchzechten Nacht reichlich genossene Bier hatte längst alle politischen Meinungsunterschiede vergessen gemacht. Da wurde gesungen und gelacht und natürlich Kaffee getrunken. Es war nicht immer Bohnenkaffee, den sie angeboten bekamen, was zu dieser Tageszeit und in diesem Zustand ganz ohne Bedeutung war. Zum Wickn Seffm kamen sie nach jedem Ball, denn der Seff, der bei allen Vereinen zahlendes, bei der Feuerwehr sogar Ehrenmitglied war, war ein angesehener Gastgeber, zudem war sein "Schwarza" auf Grund der starken Zutaten besonders beliebt. Bei diesen Anlässen wurde oft und immer wieder gesungen: "Heiñt gemma neat hoim, heiñt gemma neat hoim, bies daas da Guggugg schreit, da Guggugg schreit dee gånza Nåcht, dåu wiad koa Auch neat zougemåcht. Heiñt gemma neat hoim, heiñt gemma neat hoim, bies daas da Guggugg schreit". Oder sangen sie: "Jå, mia fåhrn mie(t)n Schlii(t)n, jå, wenns wieda schneit. Owa heiñt schneits neat, morgñ schneits neat, üwamorgñ schneits aa nuu neat, owa mia fåhrn mie(t)n Schlii(t)n, jå, wenns wieda schneit". War der Fleischer Saruba, ein Österreicher, oder der Wohlrab Håns dabei, dann sangen diese Sonntagmorgen-gäste immer und immer wieder: "Gej Håns blei dåu, Du weußt jå neat wejs Weda wia(r)d, Håns blei dåu, Du weußt jå neat wejs wia(r)d. Es kennt reñga oda schneia, oda die in Dreeck eihåua. Håns blei dåu, Du weußt jå neat wejs wia(r)d".

Der Wohlrab war ein großer, stattlicher Mann, war verwitwet und ein pensionierter Bergarbeiter. Er lebte mit seinen meist schon erwachsenen Kindern im Konsumhaus. Von Zeit zu Zeit lebte er mit der ebenfalls verwitweten Kohl Luis - Donabitowitsch (Anm: im Einwohnermeldebuch fälschlicherweise mit Geburtsdatum 7.1.1855 statt 7.1.1885 angegeben) in häuslicher Gemeinschaft und wurde wegen dieses Verhältnisses von seinen Saufkumpanen gehänselt, denn sie wußten, daß er seine Angebete fürchtete, weil die Kohl Luis kein zartbesaitetes Weibsbild war, was alle dorfauf und dorfab wußten. Wenn ihm diese Hånseleien zuviel wurden, dann erklärte er lautstark: "Ångst hoo ii koina, owa dafür koa ii schnöll laffn"!

Der Neudert Wenzl, s' Frie(d)l Ferdls Schwiechersuhn, war eher ein stiller Zecher. Dabei war er immer. Er saß aber bei solchen Gelagen, irgendwo in einer Ecke und improvisierte auf seiner Klarinette still vor sich hin. Er war einer von den Musikanten, die beim Ball Musik gemacht hatten. Sein Instrument hätte er auf dem Weg vom Wirtshaus zum "Schwårzn" daheim abliefern können, allerdings hätte er dann den "Schwårzn" bestimmt bei seiner Kamilla trinken müssen.

Immer dabei waren auch der Pejda Rowert und da gråuß Lutz Pepp; er wurde so genannt, weil sein Sohn ebenfalls Pepp hieß. Da gråuß Brandner Kårl, sein Bruder Pepp, der Friedl Luis und von den jüngeren, der Schneider (Frank-Moatzn) Dolf, fehlten selten.

Wenn diese Gesellschaft bei jemandem einfiel, dann war die Stube voll und die Frau des Hauses hatte viel Kaffee zu kochen. Beim Wickn Seffm besorgte dies d' Booch Erna, denn ihr Arbeitstag begann auch sonntags schon um 6 Uhr. Die Erna kam schon als ganz junges Mädchen zum Seffn in den Dienst und blieb bis zur Aussiedlung im Jahre 45. Sie war eine geborene Heinzl, heiratete in den 30ern den Emil Weigent aus Granesau, blieb auch nach der Geburt ihres Sohnes, den ihre Mutter d' Booch Mare versorgte, beim Fellner im Dienst. Erna ließ sich jedoch bald wieder vom Emil scheiden, es war die erste Scheidung in Pechgrün, weil er ihren schwer verdienten Lohn versoff und verspielte und sie obendrein auch noch verprügelte.

Das Lebensmittelgeschäft des Josef Fellner war lagemäßig der Mittelpunkt des Dorfes. Man könnte sagen, dort endete das Intera und begann das lawara Dorf. Dort trennten sich Bach und Straße und vereinigten sich bei der Werdl Luis wieder zu einem Nebeneinander, das nach wenigen Metern schon wieder aufhörte, weil dort der Bach von der Straße weg durch die Wiesen der Bärnhaut nach Poschetzau floß. Nicht nur das Geschäft, auch das Geburtshaus vom Fellner Josef war an diesem Platz. Das Haus Nr. 42, das man zuletzt als ba da Schousta Mare bezeichnete, gehörte 1850 Seffms Großvater Florian Fellner. Nach ihm nannte man seine Nachkommen d' Florln. In diesem Haus waren nicht nur alle Schwestern vom Seffm geboren, auch sein Vater Johann kam dort zur Welt und lebte nach seiner Hochzeit mit seinem Weib, da Ficker Resl, dort bis beide starben. Ebenso wohnte der Bäuja Wenzl (Passauer) mit seinem Weib, d' Florl Nannl, dort; auch ihre Kinder Berta Lutz, Agnes Siegert und der Florl Kårl kamen im Haus 42 zur Welt.

Danach lebten der Sahler Kårl (Kraus) und seine Frau d' Schousta Mare geb. Meixner in diesem Haus (Nr. 42). Die Marie ist in Hessen geboren. Da Sahler Kårl uu san Mare hatten zwei Söhne, beide sind gefallen. Der Anton, von dem es tolle Geschichten zu erzählen gäbe, ist noch Stunden vor dem Waffenstillstand im Mai 1945 bei Saarbrücken gefallen. Pepp der jüngere fiel 1944 im Kurland (Litauen/Lettland).

Der Fellner Seff, für viele junge Pechgrüner war er Pootherr (Taufpate), war gelernter Kapseldreher. Kapseln waren aus Chamotte gefertigte Behälter, in denen das Porzellan hartgebrannt (1400 Grad) wurde. Diese Gefäße waren im nassen Zustand sehr schwer. Das Hantieren damit war anstrengend, was den Fellner um die Jahrhundertwende bewog, einen Handel mit gemischten Waren im Haus Nr. 65 zu beginnen. Einige Jahre später erwarb er das Grundstück zwischen Straße und Bach, auf dem früher das Geburtshaus der Scherbaumsippe Nr. 24 stand. Dieses Haus war abgebrannt und wurde von den Scherbaumerben an diesem Platz nicht wieder aufgebaut. Dort baute der Wickn Seff ein Wohnhaus mit Laden und Scheune. 1924 ließ er einen größeren Laden mit einer Wohnung im 1.Stock anbauen. Nach seiner Verheiratung mit Berta Heinzl (Werdl), die eine Pflegetochter des Steinmetzmeisters Dürrschmidt - Wickn aus Neuhäuser war (Anm.: es könnte sich dabei um Franz Karl Dürrschmidt, geb. 17.9.1839 handeln), wurde er zum Wickn Seff. Er wurde danach nicht mehr mit dem Hausnamen Florl, wie seine Schwestern Nannl (Passauer), Berta (Glöckner) und Marie (Siehr), gerufen. Da die Ehe mit seiner Frau Berta kinderlos blieb, adoptierte er seine Nichte Frieda Fellner, eine uneheliche Tochter seiner Schwester Berta. Sie war mit dem Bergmann Ludwig Glöckner verheiratet. D' Wickn Frieda und da Hanrich Adolf (Heinzl) wurden ein Paar und so wurde aus dem Hanrich der Wickn Adolf; nur noch bei wenig älteren, blieb er ein Hanrich. Die Kinder aus dieser Ehe, Traudl, Erich, Erika, Gretl und Pepp, wurden Wicknkinder genannt.

Das Haus Nr. 65 wurde vom Fellner an die Familie Krieglstein verkauft. Der Äidana Seff und seine Nannl hatten 3 Töchter. Sie hießen Emma, Marie und Ella und heirateten Männer aus den Nachbardörfern. Nur die Marie und der Lutz Pepp jun. waren einander schon lange versprochen. Der Pepp ging, bis zu seiner Einberufung zum tschechischen Militär zur Marie aafn Frei; er war vermutlich der letzte Pechgräina Freigej(h)a.

Im Hause Nr. 24 wohnte der pensionierte Bergarbeiter Ludwig Glöckner mit seiner Berta, die im Dorf d' Luwiche genannt wurde. Auch der Pfaa Kårl und die Kutscher Berta (Lohwasser) hatten dort eine Stube mit Kammerl gemietet. Ende der zwanziger Jahre ist der Siehr Wenzl mit seiner Mina sowie den Töchtern Herta und Traudl dort eingezogen. Da Wenz war Schlämmereiarbeiter und wurde nach dem großen Streik der Poschetzauer Schlämmereien arbeitslos. In dieser Situation übernahm er von seinem Vater, dem Siehr Håns, den Posten als Nachtwachta (Nachtportier) bei der Firma Haas & Czischek, Porzellanfabriken in Chodau und Schlaggenwald. Sein Hobby, wie man heutzutage zu sagen pflegt, war die Vogelstellerei. In seiner Stube hingen mehrere Vuaglsteign (Käfige) mit Hamflingen (Hänfling), St(ü)litzn (Stieglitz), Grünasn (Kreuzschnabel) und sogar einige Schwärzplattla (Mönchskopfgrasmücke) waren dabei. Besonders stolz war er auf seinen Möhlwürmakåstn, in dem er die Würma züchtete, mit denen er seine Schwärzplattla fütterte.

D' Luwiche hatte ihr Kammerl an ihre Nichte, d' Florl Agnes, untervermietet. D' Florl Agnes zog etwa um 1930 ins neu erbaute Haus Nr. 100 ihres Bruders Karl Passauer, Porzellanmaler aaf da Boheme in Neirohla; sie blieb aber weiterhin in Kost bei ihrem Vetter Seff. Vetter sagte man im Dorf zu einem Onkel. Etwa um 1937 heiratete sie den Kråuma Kårl (Siegert) und übersiedelte nach Braunsdorf. Der Passauer Kårl behielt den Herkunftsnamen Florl seiner Mutter. Er heiratete d' Stowasser Rosa, welche d' Gusti – d' Stowasser Gusti – mit in die Ehe brachte. Rosa und Karl hatten miteinander eine Tochter Berthilde. Sie wurde jedoch stets mit ihrem wirklichen Familiennamen Passauer gerufen.

Karls Frau Rosa war eine der vielen Stowassertöchter, deren Vater der Hiacha (Heger) Willibald Stowasser war. Er erzählte den Pechgrüner Buben Schauergeschichten, die nur noch von den abenteuerlichen Erlebnissen des Schuhmachers Franz Wach überboten wurden. Den Haushalt des alten Stowasser führte seine Tochter Frieda. Er war einer der Tarockspieler, die regelmäßig im Pleierwirtshaus (Nr. 67) verkehrten. Friedas ältere Schwester Gusti heiratete nach Chodau in das Baugeschäft Reichmann. Es gab noch zwei Stowassertöchter, die bei den jüngeren Pechgrünern kaum bekannt waren, weil sie nicht in Pechgrün lebten.

Florl Kårls Schwestern behielten den mütterlichen Hausnamen und blieben d' Florl Berta und d' Florl Agnes. Der Vater dieser Florlkinder war der Bäuja Wenzl (Passauer). Er wohnte später im Fickert Haus Nr. 74 wie auch seine Tochter Berta, die mit Josef Lutz aus Deutschbundesort verheiratet war. Da Lutz war Bergarbeiter aafn Puscha. Sie hatten drei Söhne: den Walter, an kloin Peppm und den Berthold. Das "kloin" beim Pepp bezog sich nicht auf seine Körpergröße, er war sogar einige cm größer als sein Vater. Die Bezeichnung da kloin blieb ihm auch noch, als er schon erwachsen war. Walter heiratete eine Frau aus Schneidemühl, Westpreußen. Bevor er sich freiwillig zum Reichsarbeitsdienst meldete und Oberfeldmeister wurde, lernte er beim Maurermeister Heinzl in Poschetzau Baukaufmann. In der Zeit vor 1938 war er viele Jahre arbeitslos. 1943 fiel er bei Orel in Rußland und hinterließ einen Sohn Dieter, der Bankdirektor in Tettnang, Bodensee ist. Walters Frau Elly lebt in Kempten/Allgäu. Berthold war ein Nachzügler (Nåuchhutscherl). Er kam 16 Jahre später wie sein Bruder Josef zur Welt. Seine Altersgenossen hatten zwei Übernamen für ihn. Sie nannten ihn Storchmichl oder Stiefl vakejat (Anm.: jemand, der die Stiefel verkehrt herum angezogen hat). In der Familie des gråußn Peppm lebte auch seine Schwester Berta. Sie war unverheiratet und ist sicher als alte Jumpfa gschtorm, was nicht abwertend gemeint sein soll.

Besitzer des Hauses 74 war zuletzt das Ehepaar Anton und Rosa Fickert. Er war Zimmermaler und arbeitete als solcher in der Neudeker Wollkämmerei NWK, auch Spinnbud genannt. Beide Fickerts kamen aus dem Erzgebirge zwischen Neudek und der sächsischen Grenze.

In Seffns Loo(d)n kauften die meisten Pechgrüner ein. In seinem Laden gab es nichts, was es nicht gab. Vor dem 1.Weltkrieg hatte er seinen Laden an den Konsumverein Chodau - Graslitz verpachtet und war Angestellter dieser Genossenschaft. Nach kurzer Zeit jedoch, betrieb er seinen Laden wieder in eigener Regie. Die Konsumfiliale zog in den Anbau des Hauses Nr. 53, das der Schindler Berta (Unger) gehörte. Filialleiter wurde Karl Langhammer, der später viele Jahre Ortsvorsteher von Pechgrün war. Diese Filiale wurde später ins Haus Nr. 33 verlegt, wo Karl Langhammer, er stammte aus Ganassn (Janessen) auch viele Jahre mit seiner Frau Fanny aus Hoanschgräin (Hunschgrün) und seinen Söhnen Franz, Heinrich und Pepp wohnte. Zuletzt jedoch lebten sie im Haus Nr. 28, dem Wirtshaus zum Bohrturm.

Es würde zu weit führen, wollte ich alles aufzählen, was es in Seffns Loon zu kaufen gab. Einige Artikel will ich dennoch herausheben. Es gab: Lebensmittel und sogenannte Schnietwå, das waren Stoffe für Schürzen, Blusen (Bläudruckts) und Röcke (Kiehl), Florstrümpf für Frauen und Socken für die Männer, Herrenhemden, Krawatten und Unterwäsche für beide Geschlechter. Leder und Lederwaren, Gummiabsätze, Holznägel, Zweeken, Täckse und Schoustasleim. Natürlich gab es auch Holzleim und Gummiarabikum, Nägel und Holzschrauben, Schreibwaren, Tinte in Fläschchen und zum Nachfüllen, Schnäpse, Liköre und Wein, aber es gab kein Flaschenbier und keine Tabakwaren. Seit 1938 verkaufte er auch süßen und sauren Sprudel, Kondrauer aus der Oberpfalz. Man bekam irdene Töpfe, auch Emaillegeschirr. Porzellan gab es nicht, weil die meisten Pechgrüner einen guten Draht zu den Porzellanfabriken hatten. Man mußte auch nicht nach Chodau, wenn man Teer, gebrannten Kalk, Zement, Gips oder Dachpappe brauchte.

Ein ganz wichtiger Artikel war das Petroleum, weil Teile unseres Dorfes und auch Neuhäuser kein elektrisches Licht hatten. Die Anlieferung des Petroleums beeindruckte die damalige Dorfjugend sehr. Von Zeit zu Zeit kam der Tankwagen von zwei starken Rössern gezogen ins Dorf. Das Petroleum wurde dann in 50 Liter Kannen gepumpt und vom Kutscher mittels eines großen Trichters durch einen Einfüllstutzen in den Keller befördert. Aus dem riesigen Petroleumfaßla im Keller wurde es ins sogenannte Magazin und dort in einen Meßbehälter gepumpt, damit der Seff seinen Kunden die gewünschte Menge Stoa(n)üal, wie viele ältere Kunden es bezeichneten, abfüllen konnte. War das Petroleum in den Kannen und hatten sich die Blasen, die vom Hineinpumpen entstanden, aufgelöst, dann glänzte das Petroleum intensiv blaulila aus diesen Behältern; diese Farbe war einmalig beeindruckend und in keinem Farbkasten zu finden.

Der Seff hatte auch Personal: Die Wickn Frieda war für den Ein- und Verkauf der Textilien zuständig; die Laura Frieda, sie war schon als Kindermädchen für die älteren Wicknkinder beschäftigt, danach wurde sie zur Verkäuferin ausgebildet, ist von der Kundschaft beim Einkauf von Schnietwår bevorzugt worden. Sie wohnte mit ihren Eltern und Geschwistern im Konsumhaus, dann im Haus der Kohl Nannl, der Lebensgefährtin vom Seffn. Auch d' Kohle half im Laden. Zu guterletzt wohnte die Frieda im eigenen Haus Nr. 99, das ihr Vater, da Laura Håns, fast ganz allein erbaute, denn er war Maurer. Die Frieda heiratete den Reipold Franz aus Chodau und hatte mit ihm 4 Töchter. Sie heißen Edeltraud, Inge, Erika und Brunhilde.

An Samstagen halfen auch oft d' Florl Berta und der Lutz Walter im Laden aus. Auch der Adolf, der werktags bei Haas & Czischek in Chodau, auch einige Zeit in Schlaggenwald und später bei der Bohemia in Neurohlau beschäftigt war, half samstags und an Sonntagvormittagen im Laden. Ab 1936 waren der Siehr Heinrich und ab 1937 der Wickn Erich Verkäuferlehrlinge. (Anm.: Der Wickn Erich ist der Erzähler dieser Geschichte.)

Nachdem der Seff das Geschäft und seinen sonstigen Besitz seiner Adoptivtochter Frieda überschrieben hatte, trat der Adolf hauptberuflich in den Betrieb ein, der dann wie folgt firmierte: Frieda Heinzl, vormals Josef Fellner, Gemischtwarenhandlung.

1939 starb der Seff nach kurzer, schwerer Krankheit. Das Leben vom Seffm war von viel und harter Arbeit geprägt; er war sparsam und bescheiden und genoß hohes Ansehen bei allen, die ihn kannten. Für viele war er der Wickn Vetta, obwohl sie nicht mit ihm verwandt waren. Manche nannten ihn Pootherr; sie durften ihn so nennen, weil er ihr Taufpate war.

Kurz vor seinem Tod verließ ihn seine langjährige Lebensgefährtin Anna Kohl. Sie zog ins eigene Haus Nr. 69. Damals sprach man nicht von Lebensgefährtin oder -gefährte, wenn man in einem eheähnlichen Verhältnis zusammenlebte. Man vereinfachte die Dinge und sagte: Dej san zammzuagñ. Bei der Trennung hieß es ebenso einfach: Ea is oda sie is oozuagñ.

D' Nannl, d' Kohle, war die ältere Schwester von Seffms Frau Berta, die schon nach wenigen Ehejahren verstorben ist. Kohle war zu dieser Zeit auch schon Witwe und so war es anscheinend das beste, daß sich beide zusammen taten. Weshalb sie sich trennten, das nahm der Seff mit ins Grab.

Im Hause (Nr. 69) der Kohle lebten Verwandte und viele andere, oft wechselnde Mieter. Als da waren: d' Donabitowitsch, eine geborene Heinzl, sie wurde von vielen Kohl Luis genannt, obwohl sie nur die Schwägerin vom Anton Kohl war (Anm.: hier musss Anton Kohls Bruder Josef Kohl gemeint sein, der mit der Kohle, der Schwester der Kohl Luis verheiratet war). Sie war die jüngste von vier Schwestern. Ihr Bruder der Werdl Wenzl war Steinmetzmeister, er hat das sogenannte Kunsumhaus Nr. 33 im Jahre 1906 neu oder wieder aufgebaut, denn es wurde schon 1850 unter einem anderen Besitzer genannt. Noch vor dem ersten Weltkrieg zog Wenzl Heinzl nach Schönhof bei Podersam, wo er einen Steinbruch betrieb. Der Wenzl und seine Frau wurden 1945, 76jährig von Russen grundlos erschossen. Die Kohl Luis war Witwe, ihr ehemaliger Mann Koch oder Diener bei einem k.u.k. Diplomaten und kam an seiner Seite viel in der Welt herum. Ihren 1914 geborenen Sohn nannten sie Midika, obwohl im Pass als Vorname Dimitri stand. Sie starb nach der Aussiedlung in Berlin. In den 30er Jahren lebte sie zeitweilig mit dem Wohlrab Håns zusammen. Es war auffallend, daß es immer wieder Berührungspunkte zwischen den Häusern Nr. 69 und Nr. 33 gab. So gab der Wohlrab Håns nie seine Wohnung im Kunsumhaus auf, obwohl er öfter d.h. immer wieder bei der Donabitowitsch in 69 lebte.

Eine andere Schwester, d' Laura Mare, wohnte mit ihrem Håns, den Kindern Erna, Pepp, Frieda und Franz mehrere Jahre in Nr. 69 und Nr. 33. Als die alten Laurers ins eigene Haus übersiedelten, blieb der Laurer Pepp und seine Maritsch mit den Kindern Hånsl u Friederl dort wohnen. Die Wohnungen in Nr. 33 und Nr. 69 tauschten die Laurers mit der verwitweten Passauer Mare. 1923 wurde ihr Mann Karl zum Ortsvorsteher, heutzutage Bürgermeister, gewählt; er verstarb leider allzufrüh schon 1926 im Karlsbader Krankenhaus. Ihre Söhne waren der Willy, Karl und Anton. (Anm.: Willy war ein Sohn von Karl Passauer aus erster Ehe mit Anna Frank.) Sie lebten nach 1926 noch einige Jahre in Kohles Haus (Nr. 69), danach im Konsumhaus (Nr. 33) und übersiedelten dann später nach Chodau.

Der Brandner Karl mit seiner Resi und dem Kårala folgte die Stiafl Mare, ihren Söhnen Kårl und Heinrich als Mieter im Kohlhaus (Nr. 69). Die Brandners lebten vorher in Imligau. Dort ist auch s' Brandner Kårl auf die Welt gekommen. Da gräuß Kårl war Bergarbeiter wie auch sein Vater und sein Bruder Pepp. Karl war viele Jahre arbeitslos und wie fast alle Brandnersöhne Kommunist.

D' Scheitler Amale war die Tochter der Laurer Mare und die Nichte von der Kohle. Auch sie wohnte mit ihrem Mann, dem Scheitler, d' Amale nannte ihn nie mit seinem Vornamen Josef – er war ganz einfach da Scheitler – und den beiden Söhnen Kurt und Erich, immer wieder einmal im Haus Nr. 69. Zwischendurch wohnten sie in Komotau und später auch in Reichenberg, je nachdem, wo gerade das kommunistische Parteisekretariat ansässig war, denn da Scheitler war hauptamtlicher Angestellter der kommunistischen Partei in der Tschechei. 1938 emigrierte er nach England und war nach 1945 Mitarbeiter der UNNRA. Er ist aber nie mehr zu seiner Amale und den Söhnen zurückgekehrt, obwohl diese in der DDR angesiedelt waren. Josef Kempf aus Imligau wohnte mit seiner Frau Erna, einer Laurer Tochter und dem Kind Ingeborg auch lange Zeit in Kohles Haus (Nr. 69).

Wenn immer wieder von Wohnungen gesprochen wird, dann muß man bedenken, daß damals eine Wohnung meistens aus einer Stube und ein oder zwei Dachkammern bestand. Im Konsumhaus (Nr. 33) gab es mehrere solcher Etablissements. So wohnten der Booch Frånz mit seiner Mare und den Kindern in einer einzigen Stube unter dem Dach. Erna, die älteste war bis zur Aussiedlung Dienstmädchen beim Wickn (Nr. 24), dort gehörte sie zur Familie, bis die Tschechen dieses Beschäftigungsverhältnis zerstörten. Ihr älterer Bruder Karl ist bereits in den allerersten Tagen des Frankreichfeldzuges gefallen. D' Amale, da Håns und der Richard waren auch Geschwister von der Erna. Der jüngere Bruder Håns starb bereits mit 6 Jahren. Die Erna hatte in der Ehe mit Emil Weigent aus Granesau einen Knaben, der von ihrer Mutter versorgt wurde und mit den Großeltern ebenfalls in dieser Dachstube lebte, bis er im 4. Lebensjahr starb. Der jüngste von den Booch Kindern, da Richard, fiel an der Atlantikküste 1944.

Im ersten Stock des Konsumhauses (Nr. 33) wohnten die Familien Wohlrab und Heinisch, auch der Bossn Knopp (Karl Kunstmann) hatte dort ein kleines Stübchen. Der Knopp war ein eigenartiger Zeitgenosse, der es im Gerangel mit der Gemeindevertretung soweit brachte, daß man ihm erlaubte, eine Bud, einen Kiosk in der Nähe vom Wickn Lo(d)n (Nr. 24) über den Bach zu bauen, dort wo der Schwarzebach gemauerte Ufer hatte. Die Bud war eine sehr wichtige Einrichtung für die Dorfjugend, denn dort trafen sich Mädchen und Buben am Sonntag, um ihr spärliches Taschengeld in Süßigkeiten umzusetzen. Der Knopp hatte eine Marktlücke entdeckt, denn sonntags, wenn die Läden geschlossen waren, kamen die Kinder zu ihm, um zu kaufen. In den zwanziger und anfangs der dreißiger Jahre hatte der Knopp die Bud an den Kreuzer Karl und seine Mare verpachtet. Die Mare saß auch bei Tanzveranstaltungen mit ihrem Buuglkoor(b) vor den Eingängen der Tanzsäle und verkaufte Zuckerlsschächtln, welche die Eltern ihren Kindern von diesen Veranstaltungen mit nachhause brachten. Zuckerlsschächteln waren hölzerne Spahnschachteln mit sauren und anderen Bonbons. Die lila Veilchenzuckerla waren besonders beliebt. Auch andere Süßigkeiten, wie Kaiserfleisch, Milch- und bittere Schokolade, Brustzucker und vieles andere mehr bot sie an. Dinge die auch von den jungen Männern ihren Tänzerinnen verehrt wurden.

Der Knopp war in seinen jungen Jahren auch verheiratet und hatte Weib und zwei Töchter, die ihn zu irgend einer Zeit verlassen haben mußten. Die älteren Pechgrüner kannten ihn als alleinstehenden Eigenbrötler. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, als älterer Mann noch das Fahren mit dem Einrad zu erlernen. Für die Dorfjugend war es eine tolle Schau, wenn er versuchte entlang der Gartenzäune das Einradfahren zu üben. Er wollte auch unbedingt Autobesitzer sein. So hatte er ein Tretauto, ein etwas größeres Kinderspielzeug erworben, und fuhr damit im Dorf umher. Sein Vorhaben, damit Personen zu befördern und als Taxibetrieb zu fungieren, mißlang. Auch von seinen Kochkünsten wurde Schauerliches erzählt.

Der Heinisch Wenzl, in Pechgrün kannte man ihn nur als den Schwimma Wenz, stammte aus Doglasgrün. Seine zweite Frau, d' Howara Barwl, war die Stiefmutter vom Schwimma Franz und der Heinisch Anna, die mit Fuchs Kårl vom Zechenhaus-Münchhof verheiratet war und zuletzt im Laurerhaus (Nr. 99) wohnte. Der Schwimma, arbeitsloser Bergarbeiter, war beim Arbeiter Sängerbund (Wåstl Sänger) nicht nur Bühnenarbeiter, er war auch Requisiteur und Mann für alle Fälle. Er baute die Bühne auf und auch wieder ab, bediente den Vorhang bei den Vorstellungen und Proben; es war unvorstellbar, daß je eine Aufführung hätte ohne Schwimma stattfinden können. Seinem Sohn Franz, er war stark gehbehindert, wurde nach dem Anschluß ans Dritte Reich von den neuen Machthabern im Dorf übel mitgespielt. Er war ein liebenswerter Mensch, stets hilfsbereit und wer sein Freund sein durfte hatte allen Grund stolz darauf zu sein. Trotz seiner Behinderung war er Torwart in der Pechgrüner Schülerfußballelf. Als gelernter Spengler ging er 1938 nach Bayern, arbeitete dort bei der Reichs- und später bei der Bundesbahn in Mühldorf am Inn und war zuletzt Leiter einer großen Bundesbahnkantine. Er lebte und wohnte mit Frau und Tochter in Simbach am Inn. Leider ist er schon allzufrüh verstorben.

Neben der Schwimmawohnung, bestehend aus Küche und Schlafzimmer, lag auf gleicher Etage die Wohnung des Wohlrab Håns. Sie hatte die gleichen Maße wie die vom Schwimma. Seit vielen Jahren war er verwitwet. Bei ihm wohnten die Kinder Erna, Franz, Heinrich, Karl und als Näuchhutschal die Gerda, sie war erst 3 Jahre alt, als ihre Mutter starb. Einer der letzten, der diesen Familienverband verließ, war der Franz. Er heiratete nach etlichen wilden Ehejahren d' Möhl Frieda und wohnte mit ihr und den Kindern ban Möhl-Frankn im Haus Nr. 34.

Neben dem Laden im Erdgeschoß des Hauses Nr. 33 wohnten nacheinander die Familien vom Laurer Håns, der Passauer Marie mit den Söhnen Anton und Karl sowie dessen Frau Lilli. Anschließend wohnte der Langhammer mit seiner Frau Fanny dort. Langhammers Söhne waren zu dieser Zeit schon erwachsen, verheiratet und schon aus dem Haus.

Ein großes Haus mit vielen Mietparteien war auch das Pleierhaus (Nr. 67). Nicht nur der Hausbesitzer Karl Pleier mit seiner Frau Berta, auch die Pächter der Gastwirtschaft wohnten im Haus Nr. 67. Die Pächter waren d' Siart Kathl und ihr Schwiegersohn Franz Dorschner mit Frau und Sohn Walter. Die Dorschner-Siart Familie übersiedelte nach Poschetzau, als sie die Gastwirtschaft aufgegeben hatten. Deren Nachfolger als Pächter war das Ehepaar Franz Siegert mit Frau Anna geb. Scherbaum, sie hatten zwei Töchter Herta und Liesl. Anschließend übernahm die Gaststätte Annas Schwester Marie und ihr Mann Franz Reif. Sie hatten auch nur Töchter wie die Siegerts. 1939 wurde der Erbe Fritz geboren. Die vier Mädchen hießen Hilde, Trudl, Anna und Liesl. Die Gaststätte wurde bis zur Übernahme durch die Tschechen von der Familie Reif bewirtschaftet. In Pleiers Haus wohnten auch immer die in Pechgrün beschäftigten Lehrer, wie Pleiers Schwiegersohn Klusak, das Ehepaar Franz Sattler mit den Kindern Gerlinde und Gerhard. Sattler bekam eine Stelle als Fachlehrer an der Bürgerschule in Chodau. Bevor er nach dorthin umzog, fuhr er jeden Tag mit dem Fahrrad in die Bürgerschule nach Chodau. Der Lenker seines Rades war ein sogenannter Gesundheitslenker, der ihm eine aufrechte, gespreizte Haltung aufzwang. Man sagte von ihm: "Dea sitzt aafn Ra(d)la, als wenna an Steckn gfressn hejt". In Chodau hatte er später in der Pechgrüner Straße eine Wohnung gefunden. San Gärtnhåisl in Euins Kölwergårtn gab er erst viele Jahre später auf.

Johann Kern (Anm.: geb. 9.2.1902) stammte aus Lauterbach im Kaiserwald; er war Jäger und ein gefürchtet strenger Pädagoge. Er züchtigte seine Schüler, bis die Mütter auf die Barrikaden gingen und gegen ihn demonstrierten.

Anton Häupl (Anm.: geb. 23.7.1902) aus Altsattl bewohnte als lediger Lehrer ein Zimmer im 1. Stock des Pleierhauses (Nr. 67). Auch für ihn war die Prügelstrafe eine Erziehungshilfe, dennoch reformierte er den Pechgrüner Schulbetrieb ganz gewaltig. Seine Schüleraufführungen und Ausflüge sind heute noch nicht vergessen. Auch der Turnunterricht bestand bei ihm nicht nur aus "Arme beugt und streckt". Völkerball und leichtathletische Wettkämpfe bereicherten das Turnen. Erich Stingl bewohnte wenige Monate das einzige Fremdenzimmer im Dorf.

Fritz Möckl (Anm.: geb. 10.1.1901 in Wien), der Neffe des katholischen Dechanten Monsignore Möckl aus Chodau, wohnte mit seiner Frau (Anm.: Johanna ?, geb. 11.11.1905) während seiner zweijährigen Lehrertätigkeit in Pechgrün beim Pleier (Nr. 67).

Ständige Mieter waren der erste und auch der letzte deutsche Bürgermeister Josef Dürrschmidt mit Frau Marie (Müller Mare) und den Kindern Margit und Winfried. Er war kaufmännischer Angestellter auf der Bohemia und entstammte dem Matzl Huaf. Schürer Karl besser bekannt als Bäuja Knågga mit Frau Ida, den Kindern Gerhard und Ingrid, aber auch Wenzl Limley wohnte mit seiner Familie dort. Nicht unerwähnt darf die Pleier Poot bleiben. Sie betrieb vor dem ersten Weltkrieg im Haus Nr. 67 einen Lebensmittelladen und verunglückte tödlich beim Hantieren mit Petroleum. 1938 kam der kleine Karli, der Enkelsohn des alten Pleier wie man ihn ehrerbietig im Dorf nannte, vorübergehend nach Pechgrün. Sein Vater, da Pleier Luis, war höherer Staatsbeamter in Karpathorußland, das damals zur Tschechoslowakei gehörte. Wegen befürchteter Unruhen in dieser Gegend gab er seinen Sohn in die Obhut der Großeltern.

Vor dem Pleierwirtshaus (Nr. 67) standen oft die Langholzfuhrwerke des Schauwat aus Kofl (Anm.: unklar wer damit gemeint ist). Wenn die Kutscher bei Kaas u Beja in der Schänk saßen, bekamen die Gäule einen Sack mit Heu an die Deichsel gehängt. Damit sich die Pferde mit den bis zu 15 m langen Fahrzeugen, nicht selbständig machten, war die Schleif (Bremse) stark angezogen und das Rietschet ausgehängt. So geschirrt mußten sie stehen bleiben bis d' Fouamanna, die Kutscher, wiederkamen, obwohl die Pferde den Weg bis zur Säge in Granesau auch allein gefunden hätten.

Gegenüber dem Pleierwirtshaus (Nr. 67) auf der linken Seite des Baches war das Wåstlwirtshaus (Nr. 9). Dort gab es keine Mieter, aber es gab auch keine Möglichkeit zum Übernachten. Im Haus wohnten bloß Familienangehörige und bei Wåstls konnte man mit Fug und Recht von meinen, deinen und unseren Kindern sprechen. Der alte Wåstlwiat, der Wåstl Franz (Moder), starb schon sehr früh und seine Witwe mußte die Wirtschaft mit der Hilfe ihres Sohnes Ernst allein betreiben, was seinem jugendlichen Alter entsprechend eine beachtliche Leistung darstellte. Da Wåstl Franz hatte aus erster Ehe zwei Kinder, Marie und Richard, die nach dem Tod ihrer Mutter nicht beim Vater in Pechgrün lebten. D' Wåstle, wie sie von den Leuten genannt wurde, brachte zwei Kinder mit in die Ehe. Die Hammer Mare, die Mutter von der Heinl Berta und den Wåstl Edawadn (Kraus), Lastwagenbesitzer und Fuhrunternehmer, der mit da Hiacha Laura verheiratet war und zwei Söhne, den Karl und den Erich, hatte. Die gemeinsamen Söhne vom Wåstl Franz und da Wåstle waren der Moder Ernst, er war Bauzeichner in einem Architekturbüro, damals sagte man, er sei bei einem Baumeister beschäftigt. Der Wåstl Pepp (Moder) war eines der vielen Patenkinder des Wickn Seffm und gelernter Fleischer und Selcher. Seinen Fleischerladen hatte er vorübergehend im Anbau von Schindler Bertas Haus Nr. 53. Er verheiratete sich nach Bernau und betrieb dort auch eine Fleischerei. Nach Pechgrün lieferte er nur noch Fleisch und Wurstwaren auf Bestellung. Seinen Poothern Josef Fellner belieferte er regelmäßig mit Knäckern und Rindsfetten.

Über Edawadns Låsta gibt es viel zu erzählen. Eduard Kraus und Heinrich Steidl, der Bruder von der Wache (Steidl Resl) und dem Steidl Peppm, betrieben gemeinsam ein Fuhrgeschäft. Der Steidl Heinrich war auch einige Jahre Ortsvorsteher in Pechgrün. Bevor er mit seiner Frau Marie und Tochter Elsa nach Chodau übersiedelte, wo er dann im "Alten Hotel" in Miete wohnte, logierten die Steidls beim Howara Wenzl (Nr. 40). Als sich der Steidl Heinrich einen Zwei-Tonner LKW gekauft hatte, trennte er sich von seinem bisherigen Geschäftspartner Edawad, der dann das Fuhrgeschäft in Pechgrün mit seinem Drei-Tonner-LKW allein betrieb. Sein alter Praga brachte es unbeladen und bergab auf höchsten 40 kmh. Bergauf war es für die Dorfbuben ein Leichtes, aufzuspringen und sich auf die Laderampe zu schwingen. Wenn er morgens etwa um 6 Uhr in Richtung Chodau fuhr, kam er für die Schüler, die zur Bahn unterwegs waren, sehr gelegen. Hielt er dann in Chodau sein Auto an, hatte er oft 10 bis 15 Personen auf seiner Pritsche. Sein Sohn Karl konnte schon mit 14 Jahren Autofahren, auch wenn er zum Lenken eines Automobils noch nicht zugelassen war, durfte er auf dem Heimweg nach Pechgrün auch ohne Führerschein den alten Lästa steuern, denn mit Kontrollen durch die Gendarmerie war auf dieser Strecke nicht zu rechnen. Da Edawad wohnte mit seiner Familie einige Jahre im Haus Nr. 61, das mit dem Lima-Sommer Haus (Nr. 36) zusammengebaut war und Eigentum der Familie Lima war. Auf dem Grundstück zwischen Fleischers Schlachthaus (Nr. 78) und dem Wåstlwirtshaus (Nr. 9) baute er später sein Eigenheim mit der freigewordenen Hausnummer 11. In diesem Neubau wohnte der Müller Emil mit seiner Frau Anna, die aus Granesau stammte und seiner Tochter Brunhilde als Mieter. Emil war Angestellter auf der Bohemia in Neurohlau.

Im Wåstlwirtshaus (Nr. 9) verkehrten die "Arbeiter-Turner und -Sänger"; sie tendierten weiter nach links als die Sänger vom Pleierwirtshaus (Nr. 67), die den Sozialdemokraten nahestanden. An Werktagen war beim Wåstla kaum was los, selbst am Abend waren die Gäste rar. Nur freitags, wenn die Sänger Singstunde hatten und an Wochenenden, wenn der Ernst Tanzkränzchen veranstaltete, gab es auch Gäste in der Schänk. Das Königsberger Bier wurde immer vom Faß gezapft. Flaschenbier wurde nur über die Straße verkauft, sonst verlangte man es nur selten. Für Gäste, die etwas ganz Besonderes wünschten wie: Pilsner Urquell oder Egerer Aktienbräu, für sie hatte man ein paar Flaschen von diesen exklusiven Sorten im Keller. An Sonntagen kamen die Kartenspieler schon bald nach dem Mittagessen und blieben oft bis weit nach der Sperrstunde. Nicht nur harmlose Varianten wie: Kontern, Bauernfånga, Bauern durchs Land treibm oder Rommé wurden gespielt, auch verbotene Hasardspiele waren sehr beliebt. Ein je nach Einsatzhöhe recht harmloses Glücksspiel war das Oangejh(n), in Österreich nannte man dieses Spiel Mauscheln. Beim Hoppn, ein dem 17 + 4 sehr ähnlichen Spiel, konnte man schon viel mehr Geld verlieren, umgekehrt natürlich auch gewinnen. Das teuerste Glücksspiel war s' Farwln. Die erwachsenen Farwla sahen es gar nicht gern, wenn junge Burschen kiebitzten, um die Spielregeln zu erlernen. Das Luftgewehrschießen wurde beim Wåstla kein großer Erfolg, obwohl ein elektrisch beleuchteter Scheibenkasten und teure Luftgewehre zur Verfügung standen. Auch der Umsatz mit dem Grammophon war nicht bedeutend. Der Wåstl Ernst hatte einen Plattenspieler mit Lautsprecher angeschafft, den man spielen lassen konnte, wenn man 50 Heller einwarf. Ein Schlager dieser Zeit war: "Wenn am Samstagabend die Dorfmusik spielt....".

Bei Ernstens Kränzchen wurde allerdings nicht nach Plattenmusik getanzt. Bei diesen Tanzunterhaltungen spielten meistens Blechkapölln aus unserem Dorf, aus Neuhäuser oder Köstldorf auf. Einmal gastierte sogar Joe Hempals Jazz-Kapelle, die sonst nur in großen Sälen in Karlsbad auftrat.

Zu Sommer Peppms Blåskapölln gehörten nicht nur eine S und eine C-Klarinette, auch eine Trompete und ein Flügelhorn sowie ein Baßflügelhorn und ein Baß (Tuba), sondern bei Marschmusik auch noch d' gråuß Trumml und d' Tschinåilln. Seine Musikanten waren: da Glosa uu da Kutschabaua Kårl spielten Klarinette, da Kla(r)las Kårl Flügelhorn, da Glöckner Richard Baßflügelhorn, da Måjschl Tischla (Möschl) aus Stelzengrün blies den Baß und der Kapellmeister, da Somma Pepp, trompetete. Wurde marschiert, dann war auch der Enders Gustl aus Chodau mit seiner großen Trommel und den Tschinellen dabei.

Bis zum Tanzverbot bei Kriegsbeginn 1939 war es üblich, daß die Mütter ihre Töchter zum Tanzen begleiteten. Sie saßen auf einer Lade vor dem Musikantenchåua und achteten darauf, daß sich nichts Ungebührliches ereignete, zudem wußten sie dann am Montag beim Einkaufen zu erzählen, wie oft da Bauma Tone mit da Möhlma(r)tl Erna getanzt hatte und mit wem d' Kla(r)las Mare zwischen den Tänzen assegönga woa.

In dieser Lade verwahrte der Schwimma Wenzl die Theaterutensilien des Arbeiter Sängerbundes und Turnvereins, wie Vorhang und Kulissen. Der Rollo war auf eine schwere Holzstange gerollt und mit einem kräftig roten Vorhang bemalt, der mittels dickem, goldenem Seil und einer großen Quaste kunstvoll drapiert war. Auf dieser Kiste saßen die mütterlichen Anstandswauwaws, aufgereiht wie die Hühner auf einer Stange und beobachteten das Geschehen auf der Tanzfläche. Gelegentlich tanzten sie auch miteinander, denn es geschah nur selten, daß sich ein älterer Kartenspieler in den Saal verirrte, um mit seinem eigenen Weibe einen Åltn oder eine Polka aufs Parkett zu legen. Übrigens das Parkett in Wåstls Saal (Nr. 9) war nicht nur sehr gut mit Paraffin gepflegt, es war auch weit und breit das beste Parkett. Die Tänzer und Tänzerinnen der Nachbardörfer konnten von einem solchen Tanzboden nur träumen.

S' Eiñschaua war ein ortsüblicher Brauch. Leute, die sich das Eintrittsgeld sparen, aber dennoch etwas vom Geschehen auf der Tanzfläche miterleben wollten, gingen zum Eïnschaua. Bei Pleiers Tanzsaal war das einfach, denn die Saalfenster waren groß und lagen nicht hoch über dem Erdboden. Wenn beim Pleier Sonntag nachmittags Tanztee war, dann gab es im Vorgarten starken Andrang, denn alte und junge Eïnschaua wollten miterleben, wenn d' Möhlma(r)tl Erna und ihr Bruder Karl Tscharlasdon oder Lambertswållk (Lambeth Walk) tanzten. Natürlich wollte man auch Ernas neuestes, kurzes Kleid sehen, das nach dem letzten Schrei der damals gängigen Mode geschneidert war. S' Eïnschaua ban Wåstla war da schon sehr viel schwieriger, weil die Saalfenster kleiner waren und höher lagen. Man brauchte als Eïnschaua einen Untersatz. Leere Bierfässer, die dort im Vorgarten herumlagen, leisteten dabei gute Dienste.

Zwischen der Konsumpoopl und dem Wåstlwirtshaus (Nr. 9) lag das Anwesen (Nr. 10) vom Ruaß Kårl uu da Hanrich Nannl. Der Kårl war ein großer hagerer Mann, auch seine beiden Söhne waren nicht klein geraten, ganz besonders der Pepp; er verlor im letzten Krieg einen Arm und hatte bei seinen Altersgenossen den Übernamen Ruaßnussa. Auch sein älterer Bruder Walter war Maurer. Walter kam aus dem Krieg nicht zurück und gilt bis heute als vermißt. Der Ruaß Kårl war nicht verwandt oder verschwägert mit dem Ruaß Tone van Wejdichn Oxn, obwohl auch der Familienname Müller der gleiche war. D' Hanrich Nannl war die Schwester vom Wickn Adolf und dem Hanrich Kårl sowie Erwins Vater Wenzl. Die Ruaßboum waren beide verheiratet. Walters Frau Anna war aus Köstldorf und Peppms Luis kam aus Doglasgrün. Nachdem das alte Ruaßhaus anfangs der 30er abgebrannt war, bauten sich die beiden Brüder an gleicher Stelle ein neues Eigenheim.

Gleich nebenan wohnte d' Schneida Lotte geb. Ottilie Lutz mit ihrem Mann Anton Lorenz, der aus Neurohlau war. Die beiden hatten keine Kinder. Er war letzter Ortsgruppenleiter der NSDAP in Pechgrün. Die Lotte hatte Damenschneiderin gelernt und stammte aus dem Schneida Huaf (Nr. 97). Ihre Eltern waren da Schneida Vådda und seine erste Frau Marie geb. Dürrschmidt. D' Euin Rosl, die zweite Frau vom Lutz Karl war ihre Ziehmutter. Ihre Schwester Emma heiratete den Ebert. Natürlich hatte der auch einen Vornamen, aber alle im Dorf nannten ihn nur Ewert. Er war Imligauer und soll die größten Hände in Pechgrün gehabt haben. Eines Abends ließ sich s' Richardl, da Bou van Hiacha Richardn uu da Bauma Emma, vom Ewert überraschen, als er sich mit reifen Pflaumen aus Schneiders Obstgarten versorgte und vom Peppm gefragt wurde: "Hiacha, git da dån Voda koa Fuchzgal, daß' da a poa Tschwatschich kaffm koast"? Überrascht war der Richard nicht, weil er erwischt wurde, überrascht war er, weil ihn der Ebert "Hiacha" nannte, wo er doch im ganzen Dorf s' Bauma Richa(r)dl war. Die Schneider Emma (Lutz) und ihr Imligauer Pepp hatten eine Tochter, die Lore heißt.

Die Emma und die Lotte hatten auch Brüder. Der eine, der Pepp, war kaum mehr als Pechgrüner zu bezeichnen, weil er schon sehr lange in Neurohlau lebte. Er war kaufmännischer Angestellter, die man in der damaligen Zeit Beamte nannte; er war also Beåmta aaf da Boheme.

Dafür war der zweite, der ältere Bruder, ein unter Fußballern sehr bekannter Pechgrüner. Durch Heirat mit der Peter Marie bekam er den Hausnamen Peda. Der Schneider Ferdl oder Peda Ferdinand, wie er von den jüngeren Pechgrünern genannt wurde, spielte nicht selbst Fußball, aber er war ein fanatischer Anhänger dieser Sportart. Als Zuschauer versäumte er kein Spiel der Pechgrüner Fußballer, kam aber in große Schwierigkeiten, wenn am gleichen Tag der Sturm Chodau ebenfalls ein Match austrug. Bei den Spielen war um ihn herum stets viel freier Platz, weil andere Zuschauer seine Nähe mieden, denn er kickte und rempelte so begeistert mit, daß neben und vor ihm Stehende sich nicht sicher fühlen konnten von ihm belästigt zu werden. Hatte seine favorisierte Elf verloren, war für den Ferdl das Wochenende verdorben. Zusammen mit seiner Frau, der Peda Mare (Peter) bauten sie das Haus Nr. 90 aaf da Luuft. Bei der Tochter Irene lebt heute in Buseck/Hessen. In Peda Mares Haus, von Ferdls Haus war da nie die Rede, wohnten verschiedene Quartierleit, wie der Wildner Ruu(d)l mit der Tischler Ella (Eleonore Gerber) und ihren Kindern. Auch der Brandner Leo wohnte längere Zeit mit seiner Frau in diesem Haus.

Da gung Masta Dolf war Hoferbe und im Dritten Reich Ortsbauernführer, dies mag im Nachhinein gegen ihn sprechen, aber einer mußte diese Position einnehmen, denn wäre er es nicht gewesen, vielleicht wäre es dann der Oswald oder da Mastawenzl Seff geworden. Es hätte nichts geändert. Der Untergang Pechgrüns wäre so und so besiegelt gewesen. Der Dolf war nicht immer Vollerwerbsbauer, denn er arbeitete bis zum großen Streik der Schlämmereien auf der Osmose als Schlämmena. Mit seiner Frau, da Schaffa (Pecher) Anna aus Poschetzaa, hatte er drei Töchter, die zum jetzigen Zeitpunkt alle schon mehr als 70 Lenze zählen. Erna die älteste war mit einem Forster aus Chodau, Traudl die zweite mit Josef Fischer aus Neuhäuser (Anm.: Traudl war laut Einwohnermeldebuch mit Alfred Fischer aus Dotterwies verheiratet) und zu guter Letzt kam die Melane, sie heißt jetzt Hopf. Melanie hat einen Sohn Werner (Anm.: geb. 1950) und zwei Töchter Sieglinde und Sonja (Anm.: geb. 1958).

Ähnliche Größenverhältnisse herrschten beim Anwesen Nr. 62. Ursprünglich muß der Hausname dieses Hofes ban Hånsgirgn oder Girgn gewesen sein, denn im ersten Einwohnerbuch, entstanden um die Jahrhundertwende, wird als einer der damaligen Einwohner Johann Heinzl genannt. Dieser Håns war Nachkomme von Georg Heinzl, dessen Vater (Anm.: Großvater) war der im ersten Pechgrünbuch erwähnte Johann Georg (Hånsgirch) Heintzel, der um 1773 in älteren Aufzeichnungen angegeben war. Warum keiner der Söhne des Johann, der Girgn Pepp oder Girgn Heinrich diesen Hof übernahm, bleibt ungeklärt, denn die Tochter Berta, verheiratet mit Rudolf Lenk (Lehna Dolf) wird als Nachfolgerin des Johann geführt. Diese Berta starb bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Josef 1903 (Anm.: starb erst bei der Geburt der zweiten Tochter Berta im Jahr 1904). Nach 1900 wurde der Hof im Volksmund umbenannt. Die Bezeichnung ban Lehna Dolfn hielt sich nur solange, bis der Sohn Pepp den Hof übernahm. Von da an wurde meistens nur von Lenk Peppms Huaf geredet, denn der Lehna Dolf heiratete die verwitwete Anna Lorenz geb. Dürrschmidt, und zog etwa 1924 zu ihr ins Haus Nr. 13 im Iawan Dorf. Dieser Verbindung entstammte s' Lenk Mara(r)l.

Der ältere Sohn Karl ehelichte die Tilp Marie und baute in den späten zwanziger Jahren am Vuaglsång ein Haus (Nr. 88). Sie hatten drei Töchter, d' Ella, d' Anna uu d' Ölsa. Erst 1939 kam der Stammhalter Hans zur Welt. Die Stilllegung der Poschetzauer Kaolinschlämereien nach Streik während der Weltwirtschaftskrise war für viele Bergleute das Ende ihrer Berufstätigkeit, so auch für den Lenk Karl. Danach betrieb er den Handel mit Holz zum Anheizen. Er schnitt und spaltete Abfallholz (Schwarten) in gleich lange Stücke, bündelte sie zu Scheiben mit einem Durchmesser von etwa 80 cm, fuhr diese mit einem Handwagen nach Chodau und verkaufte diese Bündel an den Haustüren.

D' Matzl Nannl war in erster Ehe mit dem Bauma (Lorenz) Peppm, dem Bruder vom Bauma Kårl, der Bauma Nannl (Müller) und Bauma Emma (Lorenz), verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren der Matzl Fred, seine Frau war d' Howara Gusti (Lochschmidt). Ihre Kinder hießen Gerhard und Edith. Der Fred fiel im Januar 43 in Stalingrad. Seine Schwester war d' Scherbaum Ella. Scherbaum deshalb, weil sie mit dem Scherbaum Ernst verheiratet war. Der Hausname Matzl wurde für sie nicht mehr gebraucht.

Im Haus Nr. 13 wohnte zeitweilig d' Bauma Anna und ihr unehelicher Sohn Walter Lorenz. Der Vater vom Walter war der Moaliesa Anton (Heinzl), der Bruder von d' Matzl Frieda (Dürrschmidt). Er verstarb bevor er und die Anna heiraten konnten. Später zog sie zum Lenk Karl ins Quartier. Danach heiratete sie den Tilp Wenzl und hatte mit ihm zwei Kinder, den Karl und die Hildegard.

Auch der Glosseff (Josef Fischer) mit seiner Berta wohnte nach dem 1. Weltkrieg in diesem Matzlhaus (Nr. 13); sie kamen von Köstldorf nach Pechgrün und bauten am Vuaglsång ein Häuschen, welches abbrannte und danach größer wieder aufgebaut wurde. Die Kinder waren, der Franz, der Pepp und die Ludmilla. Vor dem Brand verunglückte der Seff am Puscha, einem Braunkohlebergwerk in der Nähe von Neusattl, tödlich. Zum Glück hatte die Berta eine Unfallversicherung abgeschlossen, die aus dem Bezug der Zeitschrift "Buch für Alle" resultierte.

Der Scherbaum Ernst wohnte im Haus Nr. 43 in da Wejha. Er war gelernter Porzellanmaler und ein sehr musikalischer Mensch. Er beherrschte das Zitherspielen so meisterhaft, was ihn befähigte, vielen jungen Burschen und Mädchen das Spielen auf diesem Instrument. beizubringen. Er spielte auch Klavier und Geige überdurchschnittlich gut, zudem war er Chorleiter bei den Pleiersängern. Kinder hatten der Ernst und die Ella nicht. In diesem Wej(h)ahaus wurden alle Kinder des Karl und der Resl Scherbaum geboren. Karl war der Bruder von der Hanrich Resl, der Strunzn Nannl und dem alten Masta Dolfm. Die Kinder vom Karl und der Resl waren neben dem Ernst, dem jüngsten Sohn, d' Siegl Emilla (Emilie), d' Reif Marie, d' Siegert Anna, d' stumm Emma, d' Sommer Amalie und d' Ölsa. Sie heiratete aus Köstldorf einen gewissen Käusa Tone (Görgner). Bis auf Emma, die ledig blieb und die Amalie, heirateten alle Scherbaum Mäula auswärtige Männer. Da war der Glåuma (Siegl) Seff aus Doglasgrün, der Siegert Franz aus Chodau, der Reif Franz stammte ebenfalls aus Chodau und der Käusa Tone war Köstldorfer.

Nur Amales Mann, der Sommer Pepp, war ein Pechgrüner. Sein Vater, da ålt Somma, hatte von auswärts nach Pechgrün eingeheiratet. Der Pepp besuchte in seiner Jugend eine Musikschule, gab Geigenunterricht, als die Arbeitslosigkeit 1930 überhandnahm, blies Trompete oder Waldhorn in seiner eigenen Blaskapelle, mit der er bei Umzügen der Feuerwehr, bei Tanzveranstaltungen und Leichenbegängnissen aufspielte. Mit seinen Kindern Franz und Lilly wohnte er beim Dotzauer Ernst (Nr. 77), bis er 1935 ins neuerbaute Eigenheim (Nr. 102) am Wejdichn Oxn, dort wo früher d' Naatzns Birklan waren, umzog. Ein Ausspruch des åltn Somma Seffn war bezeichnend: "Kumm ie ban Huuln Weech eina uu denk, wåu spült dennå dåu s' Radio sua schejñ? Wej ie a bißl gnäichta kumm, heja ie, daß dees maa Pepp miet sein Wooldhu(r)n woa". Der Dialekt vom Somma Seffn unterschied sich in einigen Nuancen von der Pechgrüner Mundart, denn er war kein gebürtiger Pechgrüner. Der Seff war Vogelsteller, wie viele pensionierte oder arbeitslose Bergleute und traf sich oft mit seinen Freunden aaf Friedl Ferdls Staffalan (Nr. 22), um über Vogelfang und Vogelhaltung zu diskutieren. Jeder wollte den besten Aafstöllvuagl besitzen und so ließen sie ihre Schützlinge tschåga(r)n uu knurpln was das Zeug hielt. Der Seff hatte sein Stübchen im Haus (Nr. 36) seiner Tochter Anna, die mit dem Lima Rudolf verheiratet war. Man beachte, er war ein Rudolf und kein Ruudl oder Dolf. Sie hatten eine Tochter Marie und zwei Söhne. Der Edi ist nach Kalifornien ausgewandert, der Pepp wurde in der Gefangenschaft beim Einfahren in den Steinkohleschacht, von einem russischen Wachposten erschossen. Eine Tochter vom Seffm, d' Ölsa war mit dem Eckl Franz, stellvertretender Feuerwehrobmann, verheiratet und hatten ein schönes, neueres Wohnhaus (Nr. 94) am Wejdichn Oxn ganz in der Nähe vom Mastawenzls Wallala. Nach dem Tod vom Franz heiratete d' Ölsa ihren langjährigen Freund Joosa, den ältesten Sohn der Schindler (Unger) Berta.

Friedl Ferdls Staffala waren ein bei alt und jung beliebter Treffpunkt. Dieses Haus (Nr. 22) ist sicher in früheren Jahren einmal ein Wirtshaus gewesen, denn die Gastfreundschaft hatte sich auf die nachfolgenden Hausbesitzer übertragen; es blieb ein beliebtes Hutzahaus. Der Ferdl war pensionierter Bergmann und passionierter Jäger, der oft mit dem Fabrikanten Öhm aus Chodau auf einen Rehbock ansaß. Er ging auch auf die Zeimajagd. Die Zeima oder Krammetsvögel (Wacholderdrossel) waren im Winter zum Abschuß freigegeben. Der Ferdl und seine Frau Marie geb. Görgner, sie war leider viele Jahre bettlägerig krank bevor sie 1935 verstarb, hatten viele Kinder, wovon sechs 1945 ausgesiedelt wurden. Zwei Söhne und eine Tochter starben schon vor der Mutter. Die Söhne heißen Fred und Karl, Luis starb in den letzten Jahren in Erfurt; die Schwestern waren d' Hermina, d' Kamilla und d' Emma. Der Ferdl hatte in seiner Stube, außer zahlreichen Vuaglstiechan eine reiche Trophäensammlung von Hirsch- und Rehgeweihen. Keines dieser Geweihe war von einem Wild, das er erlegt hatte, es waren alles Astfindlinge, die er zu Trophäen aufbereitet hatte. Luis und Fred wurden 1938 nach Fallersleben dienstverpflichtet. Vorher waren sie lange Zeit arbeitslos. Luis war während vieler Jahre auch ehrenamtlicher Gemeindesekretär. Fred lernte in der Porzellanfabrik Richter, Fenkl & Hahn Maler, war aber danach arbeitslos bis er zum tschechischen Militär einrücken mußte. Er war ein begabter Maler, deshalb malte und zeichnete er für die Wåstl Theatergruppe die Plakate, wenn wieder eine Aufführung vorbereitet wurde. Auch als Zimmermaler betätigte er sich und bediente sich dabei der damals modernen Spritztechnik. Fred fertigte nicht nur die dazu nötigen Schablonen selbst an, er konstruierte und baute sich dafür auch einen Spritzapparat. Auf einen Stahlrohrrest vom Tiefbohrunternehmer Glöckner schweißte er Boden und Deckel. Im Deckel war eine Luftpumpe eingearbeitet, mit der er die Luft im Kessel so verdichtete, daß die so entstandene Preßluft für mehrere Arbeitsgänge beim Bespritzen der Zimmerwände ausreichte. Karl besuchte die Porzellanfahschule in Fischern und die Kunstakademie in München, wo er arbeitete bevor er Soldat werden mußte. Seine Leistungen als Kunstmaler sind weit und breit bekannt. Auch die vielen Mundartgedichte und seine Erzählungen sind nicht nur bei den Pechgrünern ein Qualitätsbegriff.

Im Garten neben dem Friedlhaus (Nr. 22) stand ein Marterl, das der alte Euinbauer dort errichten ließ, weil vermutlich an dieser Stelle der Bruder des Euin Seffm, Franz Lorenz ermordet wurde (Anm.: Trotz intensiver Suche lassen sich zu Franz Lorenz in den genealogischen Quellen keine Angaben finden). Nachdem der Franz beim Farw(e)ln im Bårtlwirtshaus, dem späteren Bohrturm (Nr. 28), viel Geld gewonnen hatte, verfolgte ihn der Verlierer, und erschlug den Franz, als er auf dem Heimweg war. Dieser Mord wurde nie aufgeklärt, obwohl man bei dem Toten das gewonnene Geld nicht gefunden hatte, reichten die Indizien allein nicht aus, um den Täter zu überführen. Seit dieser Zeit bestand eine heimliche Feindschaft zwischen zwei großen Pechgrüner Bauern. Der Seff, einer der Gründerväter der Pechgrüner Feuerwehr, war mit einer Schwester des Hanrich Wiezenzn verheiratet. D’ Euin Resl war für eine Bäuerin, trotz der anstrengenden Arbeit in Haus und Hof, wohlbeliebt. Sie war eine sehr freundliche Frau. Ihre Kinder waren der Anton und der Pepp. Ihre Tochter Marie hatte sich nach auswärts verheiratet; die zweite und jüngere Tochter Amalie, war mit dem Lenk Peppm verheiratet und lebte mit ihm und ihrem Kind Gerlinde im Haus Nr. 62 aaf da Luft.

Weitere Brüder des Euin Seffm waren der Euin Tone und Euin Kårl; da Euin Tone war der Vater von der Euin oder Meißl Alwina, die mit Josef Roßmeißl, Zimmereimeister aus Kofl und Feiaweah(r) Owaßteicha, verheiratet war. Sie hatte mit ihm fünf Kinder: drei Söhne und zwei Töchter. Zwei Buben, der Pepp und der Karl sind gefallen. Der dritte Sohn Franz und die Töchter Berta und Marie wurden mit den Eltern nach Bayern ausgesiedelt.

Da Låin Frånz, einer der wenigen Pechgrüner Vollerwerbsbauern, hieß Bittner. Seine Tochter Anna war verheiratet mit dem M(ü)hl Frånz (Haberzeth) aus Doglasgrün. Er baute mit Lot und Wasserwaage die schönsten Misthaufen im Dorf. Von der Låin Th(ü)lda, der Mutter von der Anna, wurde erzählt, daß sie den Dienstboten das Brot selbst aufstrich und weil im Winter die Butter oft recht hart war, kaute sie die Butter erst weich, bevor sie diese aufs Brot schmierte. Der M(ü)hl Frånz und d’ Låin Anna hatten 3 Kinder. Zwei Söhne und eine Tochter. Der Emil, der Rudi und s’ Mararl lebten zuletzt in Waltenhofen bei Kempten im Allgäu. Der Låin Franz hatte einen Bruder, der in Chodau das Hotel „Königsberger Hof“ besaß. Im Saal dieser Gaststätte war in den zwanziger Jahren das Chodauer Kino untergebracht. Im benachbarten Matzl Huaf (Nr. 19) (Anm.: der Låin Huaf war Nr. 20), auf dem seit Jahrhunderten die Familie Dürrschmidt residierte, lebte als Hoferbe und Nachfolger vom Matzl Seffm der Egon mit seiner Frau, der Moaliesa Frieda, einer geborenen Heinzl und Tante vom Bauma Walter. Der Egon war ein ruhiger, ein bescheidener, aber ein einflußreicher Mann im Dorf. Er war wie bereits früher erwähnt Obmann und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Seine Tochter Anna war mit Franz Schug aus Kofl-Köstldorf verheiratet, der allerdings schon 1942 in der Nähe von Moskau gefallen ist. Die jüngere Tochter Frieda heiratete nach 1946 in Hohenstadt / Württemberg. Egons Bruder war nicht nur Bürgermeister, sondern auch Ortsgruppenleiter der NSDAP in Pechgrün bis er zur Wehrmacht eingezogen wurde.

D’ M(ü)lla Mare, die Frau des Matzl Peppm, war die Tochter vom Siema Wenzl (Müller) und da Bauma Nannl – M(ü)lla Mudda und die Schwester von da M(ü)lla Emma. Sie war mit den Möhlmartl (Lill) Kårl verheiratet und lebte mit ihm und der Tochter Helga im Rheinland. Im Haus Nr. 29 wurden die Müller Söhne Karl, Anton, Albin, Emil und Pepp geboren. Zur M(ü)lla Mudda kam Karls Sohn s’ Müller Pepperl, oft in den Ferien zu Besuch. Karl war nach Waldsassen ausgewandert und arbeitete dort in Pleiers Porzellanfabrik. Der Anton wohnte in Chodau, der Pepp lebte aus beruflichen Gründen nicht in Pechgrün. Albin, verheiratet mit der Glöckner Pirosch (Piroschka), war der Ölektrisch, der kommen mußte, wenn irgendwo in einem Haus das elektrische Licht ausfiel; er war für den Transformator und die elektrischen Oberleitungen im Dorf verantwortlich. Sie wohnten einige Jahre im Schlachthaus Nr. 78 „uam aaf“ bis dort der neue Fleischer Saruba mit Frau und Kind einzog (Anm.: Johann Saruba, geb. 11.12.1904 in Wien, Ehefrau Marie, geb 23.1.1907 in Frauental, Tochter Rosa, geb. 12.8.1936 in Wolfshau, Sohn Edelhart, geb. 24.8.1936 in Pechgrün). Danach lebten sie mit ihren Kindern dem kleinen Emida(r)la und der Hildegard wieder in Albins Geburtshaus (Nr. 32). Albins Bruder, der große Emil, war wie schon an anderer Stelle erwähnt, auf der Bohemia beschäftigt.

Im „Iawan Dorf“, ganz in der Nähe des Müller Anwesens (Nr. 29), lebte der Bruder von der M(ü)lla Mudda, der Bauma Kårl (Anm.: in Nr. 32). Er war für die damalige Zeit schon ein recht großer Mann, sprach sehr schnell, wobei er sich öfter als normal verhaspelte, was den Eindruck erweckte, er würde stottern. Er war sehr aufbrausend und polterte wegen Kleinigkeiten sofort cholerisch los. Sein Enkel, der Bauma Walter, liebte und verehrte ihn sehr. Der Bauma Voda war für ihn mehr als nur der Großvater. Er spielte Trompete, wirkte aber in seinen letzten Lebensjahren in keiner Kapelle mehr mit. Seine Frau verstarb schon recht früh, sodaß er es vermutlich mit seinen halbwüchsigen Töchtern nicht gerade leicht gehabt haben dürfte. Die älteste Tochter Anna war zu dieser Zeit schon von daheim ausgezogen und lebte, mit ihrem Sohn Bauma Walter, im Haus Nr. 13 ihres Onkels Josef. Die Marie, war gerade 19 als die Mutter starb. Bald danach heiratete sie den Ristinger Albin und zog ins Ristinger Haus (Nr. 64), das hinter dem Wiezenzen Huaf (Nr. 44) gelegen war. Mit dem Albin hatte die Marie drei Kinder, Inge, Arnold und die Marianne. Die dritte Bauma Tochter war die Ella; sie war der Star bei den Theateraufführungen der Wåstl Sänger und war ein sehr hübsches junges Ding, wie man auf den Fotos im zweiten Pechgrün Buch unschwer erkennen kann. Sie heiratete aaf d’ Äjh (Öd, ein Weiler zwischen Dotterwies und Schwarzebach). Die Frieda war mit dem Chodauer Forst Luis verheiratet und war noch sehr jung, als sie kurz nach der Aussiedlung starb. Hilde, die Jüngste heiratete den Gössl Franz und zog nach Neurohlau. Beider Sohn Franz ist bereits in Neurohlau zur Welt gekommen. Der älteste Bauma Sohn Arnold war ein guter Turner und lebte mit Frau und Sohn in Tejawoch bei Neudek. Der Pepp war Bäcker, bevor er 1939 Soldat werden mußte, arbeitete er beim Hegnbeck in Köstldorf. Vom jüngsten Bauma, dem Bauma Anton, ist zu berichten, daß er nicht nur ein besonders guter Raffballer war, sondern auch als Fußballer Hervorragendes geleistet hat. Seine Frau war die Möhlma(r)tl (Lill) Erna, die mit ihren Kindern Lia, Rudi und Anneliese während des Krieges im Haus ihres Vaters dem Pejda Rowertn, aafn Wejdichn Oxn wohnte (Nr. 104). Der Bauma Anton und seine Erna starben in Landsberg am Lech.

Im Haus Nr. 32 lebte auch die Familie Kreuzer. Der Karl und seine Frau d’ Strunzn Mare hatten mit Bossn Knopp d’ Bud und verkauften dort an Sonntagen Süßigkeiten. Bei den Kindern und Jugendlichen wurde er zum Bud Kårl. Sein Weib Mare bekam diesen Beinamen nicht, sie war d’ Strunzen Mare und sie blieb es auch. Ihre Nachkommen wurden nicht zu Strunznkindern; sie wurden alle mit dem Familiennamen Kreuzer gerufen. Beim Kreuzer gab es weniger Kinder als beim Bauma, aber es waren dennoch fünf. Als da waren drei Buben und zwei Mädchen. Der Franz, der ins Käusahous nach Neuhäuser eingeheiratet hat, fiel im 2. Weltkrieg. Der Heinrich lebt im Schwäbischen in Bräunlingen bei Donau Eschingen und der Willy in Aachen. Die Töchter waren die Anna, sie war jünger als die Erna. Die Ehe der Erna mit dem Zettl Ernst, der in Kreuzers Garten eine Schmiede betrieb, hatte keinen Bestand, sie wurde 1937 geschieden. Eine Tochter aus dieser Ehe heißt Marianne.

Der Kreuzer Karl hatte auch noch einen Bruder, der mit seiner Familie im Haus Nr. 56 hinter dem Duadan Huaf (Nr. 59) logierte. Der ältere Bruder vom Bud Kårl, da Kreiza Frånz, würde sich so gewählt ausgedrückt haben, denn von ihm war auch der Ausspruch bekannt, den er an seinen Sohn Wendelin richtete: „Wendus, nimm an Korbus, gejh in d’ Schuppus uu huul Kohlus“. Sein Weib war die Kutscher Mare. Ihre Schwester Berta hatte einen Mordskruap und war mit dem Pfaa Kårl verheiratet. Nach dem Tod vom Kårl lebte sie noch einige Zeit beim Wickn (Nr. 24), dann allein im Gmoihaisla (Nr. 46) und zuletzt im Anbau von Schindler Bertas (Nr. 53). Kutscher Mare und Kutscher Berta waren Töchter des Ignaz Roßmeißl, der um 1900 als Besitzer des Hauses Nr. 56 im Einwohnerbuch aufgeführt ist und es erscheint durchaus plausibel, daß nach ihm das Birkengebüsch in der Nähe seines Hauses Naznsbirkla genannt wurde. Die Schwiegermutter der Kutscher Resl, Nazns dritter Tochter, war Rosina Dürrschmidt, die um die Jahrhundertwende als Besitzerin des Hauses Nr. 18 genannt wurde (Anm.: die Kutscher Resl war unverheiratet; die Annahme einer Schwiegerbeziehung beruht auf einer Fehlinterpretation des Einwohnermeldebuchs). Vermutlich ließ sich Dr. Gnirs in seiner Dokumentation „Egerländer Baudenkmale“, wo er dieses Haus irrtümlich „Kutscherhaus“ nannte, von dem Umstand irritieren, weil zum Zeitpunkt seiner Nachforschungen d’ Kutscher Resl dort lebte (Anm.: Kutscher Resl hat dort nie gewohnt). Franz und Marie Kreuzer hatten sechs Kinder. Wendelin war der älteste, dann folgte der Karl, Walter 1925 geboren war der jüngste. Die Töchter hießen Frieda, Anastasia, kurz Tase genannt und Renate. Die Kreuzers waren zusammen mit anderen Pechgrüner Familien kurz nach der Jahrhundertwende zur evangelischen Konfession übergetreten.

Bud Kårls Mare hatte im Dorf noch viele Verwandte. Ihr Cousin da Strunzn Pepp wohnte im Haus Nr. 38 und war mit der Sahler Resl aus Köstldorf verheiratet. Sie hatten nur einen Sohn, den Strunzn Tone, Herausgeber der beiden Pechgrün Bücher. Eine Tochter Ernestine verstarb schon im Kindesalter. Der Pepp war ein gestrenger Vater, viele Zeitgenossen werden sich noch an sein Pfeifen erinnern. Wenn er vor seiner Haustür stehend auf zwei Fingern sein Signal ertönen ließ, dann war der Tone, schon auf dem Weg nach Hause kaum daß der Pfiff verklungen war, selbst wenn er auf der Hirtn Houd gerade beim Torschuß war.

Die Mutter vom Schwimma Franzn und der Heinisch Anna, die Strunzn Luis, – sie verstarb 1921 – auch sie war eine Cousine wie d’ Strunzn Frieda, verheiratet mit dem Rödig Håns. Sie waren bei der Schindler Berta (Nr. 53) im Quartier und ihr einziger Sohn Franz lebt jetzt in Cottbus. Der Rödig Håns war Nachfolger vom Karl Langhammer und Vorgänger vom Matzl Peppm als Ortsvorsteher bezw. Bürgermeister. Ebenfalls eine Cousine war d’ Strunzn Mare, die mit dem Hahn Ernst verheiratet war und in einem Doppelhaus (Nr. 89) am Vuaglsång wohnte. Sie hatten 5 Kinder, 2 Söhne und 3 Töchter. Richard der älteste verlor im Krieg einen Arm. Schon als Schüler erzielte er bei Schwimmwettkämpfen 1. Preise. Wäre diese Verwundung nicht passiert, er hätte nach Kriegsende als Sportschwimmer gute Erfolgsaussichten gehabt. Kurz vor Ende des Krieges kam s’ Franzl noch in Pechgrün zur Welt. Die Mädchen heißen Hilde, Anna(r)l und Herta. In der anderen Haushälfte wohnte der Bruder vom Ernst. Die Mutter der Hahnmänner d’Hahn Klara lebte beim Sohn Franz, der mit der Matzl Emma verheiratet war; ihre beiden Kinder waren s’ Heinzl und s’ Maritschl.

Zwei Cousins von der Strunzn (Kreuzer) Mare, Franz und Anton, starben kurz nach dem 1. Weltkrieg. Franz war ein Jahr mit der Mutter, sie kam vom Raabsock, des in Pechgrün allseits bekannten Fuchs Erich, der aus 2. Ehe stammte, verheiratet. Erich verbrachte die Sommerferien oft in Pechgrün.

Der Strunzn Richard war ebenfalls ein Gschwistrakind zur Zuckerla Mare (Anm.: Wenn mit Zuckerla Mare die Ehefrau vom Bud Kårl gemeint ist, dann ist sie nicht die namensgleiche Schwester vom Strunzn Richard). Er hatte sich ein Haus (Nr. 98) mit wunderbarer Aus- und Fernsicht in der Nähe des alten Hiacha-Hauses (Nr. 14) gebaut. Dort lebte er mit seiner Frau Ida, einer Schwester vom Matzl Egon und Peppm sowie der Emma. Ida und Richard hatten drei Töchter. Die älteste hieß Marie, sie war mit dem Mußl Ernst (Rödig) verheiratet, verstarb aber schon nach wenigen Ehejahren. Die beiden anderen Töchter heißen Walburga, kurz Wally gerufen und Anna, die besser als Strunzn Anna(r)l bekannt ist. Der Richard verkaufte dieses Haus (Nr. 98) an den Uhl Gustl und zog mit seiner Familie in die Hausmeisterwohnung in der Langer Villa in Chodau.

Der Uhl war mit der Möhl Anna, Mutter von der unehelichen Möhl Ölse, verheiratet. Uhls hatten 2 Kinder, den Erich geb. 1932 und die Adele, die nach der Vertreibung in Auerbach zur Welt kam. Wenn man von den Bewohnern dieses Hauses (Nr. 98) schreibt, sollte man den Wohrer Gustl, er war Kellner und stammte aus Poschetza(u), unbedingt erwähnen. Er wohnte nicht lange mit Frau und Töchtern in Pechgrün und zog nach wenigen Jahren wieder nach Poschetza(u) zurück.

D’ Strunzn Mare, nicht zu verwechseln mit Bud Kårls Mare und der Hahn Mare, zog nach ihrer Hochzeit zu ihrem Mann Ernst Rödig ins Mußl Haus am Gloanat (Nr. 12). Ernst war zu dieser Zeit schon Soldat bei den Tschechen. Wenige Wochen nach seiner Entlassung vom tschechischen Militär mußte er schon zur Deutschen Wehrmacht einrücken. Seine Brüder Josef und Reinhold sind beide gefallen. Pepp war vom starken Bubenjahrgang 1921. Er kam als Sanitätssoldat bei einer Spezialeinheit bereits 1942 im Kaukasus ums Leben. Reinhold war noch nicht 19 Jahre alt, als er in Rußland den Heldentod starb. Der älteste Mußlbou war der Anton. Er war Bauzeichner und arbeitete bei Baumeister Josef Heinzl in Saaz, einem gebürtigen Pechgrüner. Die Eltern dieser vier Burschen waren der Mußl Moa(n) u d’ Mußlmudda (d’ Mußlresl) (Anm.: Die Mutter des Anton war nicht die Mußlresl, sondern die 1913 verstorbene Antonia Hegen). Die meisten Dorfbewohner wußten nicht, daß der Mußl Moa(n) mit Vornamen Adolf hieß, doch alle kannten den Spruch: „Da Mußl Moa(n) zeijht d’ Huasn miet da Beißzonga oa(n)“. Zur Familie gehörten auch der Schödl Heinrich und seine Schwester Anna, die später in Poschetzau lebte. Der Schödl Heinrich wohnte mit seiner Frau Sofie und den Kindern Ernst, Irma und Iris im Kutschabauan Haus (Nr. 3), danach in der Schulleiterwohnung im alten Schulhau (Nr. 2), weil diese dem damaligen Oberlehrer Schlesinger nicht fein genug war.

Vor dem Schödl Heinrich wohnte der Dorschner Konrad in der Uamaafwohnung beim Kutschabauan (Nr. 3), er war Kutschabaires Schwiegersohn. In diese Wohnschlafküche kam man auf zwei Wegen: über d’ Bruck, die Haustür und dann über d’ Buansteich oder direkt durch eine Tür vom Kutscher-Schoellberch aus. Der Konrad, der mit der Steidl Natale, einer Kutschabauantochter verheiratet war, zog später in eine größere Stube mit Nebenraum im Haus (Nr. 53) der Schindler Berta. Zu Konrads Familie, er war Schlosser auf der Boheme in Neurohlau, gehörten drei Söhne und zwei Töchter, geboren in den Jahren 1921 bis 1929. Ihre Namen waren: Karl, er gehörte zu einer Bomberbesatzung, die über London abgeschossen wurde; Rudi verunglückte nach dem Krieg tödlich und Erich lebt in Waldsassen. Die Mädchen heißen Hilde und Liesl, beide wohnen ebenfalls in Waldsassen.

Im Kutschabauanhaus (Nr. 3) lebte die Witwe vom Bauer Wenzl, d’ Steidl Resl. Sie hatte vermutlich den Beinamen Steidl von ihrer Schwiegermutter geerbt, die eine geborene Steidl aus Neuhäuser war. Ihre Söhne waren allesamt Kutschabauanboum z.B. der Anton, der Emil, der Karl und der Pepp. Die Töchter nannte man mit dem Beinamen Steidl, als da waren: die Steidl Natale (Natalie Dorschner), die Steidl Gusti (Würkner), Mutter des in Südafrika lebenden Bauer Walder (Waldemar). Die Kutschabauan sollen eine sehr musikalische Familie gewesen sein, es gibt Pechgrüner, die zu berichten wissen, daß bei Kutschabauas früher regelmäßig Hausmusik gemacht wurde. Der älteste Kutschabauanbou hieß Anton, starb aber schon in den 20ern; er spielte die S-Klarinette im Kutschabauanquintett. Vom Emil wurde erzählt, daß er eine gewisse Zeit im Kloster verbrachte und danach Pfleger eines verhaltensgestörten Mannes war. Mit seinem Pflegling wohnte er vorübergehend im Haus (Nr. 94) der Somma Ölse am Wejdichn Oxn. Der Pepp lebte nicht in Pechgrün. Karl war Zimmermann und mit der Schuawat Anna van Hintahaisan/Köstldorf verheiratet. Sie wohnten beim Howara Wenzl (Nr. 40). Ihre beiden Kinder Rudi und Gertrud sind im Haus Nr. 40 in Pechgrün geboren.

Beim Howara Wenzl (Lochschmidt) (Nr. 40) wohnten in der Stube, in der zuletzt der Kutschabauan Kårl lebte, der Steidl Heinrich und danach der Kropp Karl mit Familie. Der Kropp Karl war mit der Duadan Em(ü)lla (Mörtl) van Iawan Dorf verheiratet. Sie hatten eine Tochter, die Martha heißt. Da Howara Wenzl war mit der Schindler Emma geb. Pecher verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder. Die Tochter Gusti lebte nach ihrer Hochzeit mit dem Matzl Fred (Lorenz) im Haus Nr. 13 ganz in der Nähe vom Rinnl. Josef Lochschmidt, s’ Howara Pepperl, war Wåstl Erichs bester Freund. Sie waren unzertrennlich bis der Krieg diese Freundschaft zerstörte. In ihrer frühen Jugend wohnten sie ganz nahe beieinander fast Haus an Haus. Der Bruder vom Howara Wenzl war da Tone. Sein Weib war die jüngere Schwester von der Äidana Nannl. Tone u Mares Häuschen (Nr. 81) lag am Fuazwinkelwech. Es war unklar, ob der ganze Weg, der bei Howara Wenzls (Nr. 40) begann, die Bezeichnung Fuazwinkel beanspruchen konnte, oder nur das hintere Ende desselben damit gemeint war. D’ Howara Anna war mit Langhammer Josef, die Frieda mit dem Doglasgrüner Möckl Adolf verheiratet. Beide Ehepaare hatten nur Töchter. Bei Langhammers gab es eine Frieda und eine Margit. Die Tochter der Howara Frieda heißt Anna.

Zur gleichen Zeit, in der das Howara Haisl (Nr. 81) gebaut wurde, entstand auch das Haus (Nr. 83) vom Wach Schousta. Es war etwas größer, deshalb war die Dachstube und eine Kammer an Quartierleute vermietet. Der Wach Schousta war kein Pechgrüner. Er kam vom Lånd. Das war die Gegend jenseits der Eger und Tepl, zwischen Duppau und Mies. Als Schlämmenarbeiter wanderte er so zu sagen nach Pechgrün ein. Heiratete d’ Steidl Resl aus Neuhäuser; sie war die Schwester vom Steidl Heinrich und vom Steidl Peppm, der später mit der Tischler Mare (Gerber-Brändl) verheiratet war. Heinrich war viele Jahre Ortsvorsteher und Partner vom Wåstl Edawadn. Der Wach war in Pechgrün nicht nur integriert, er gehörte zur Hautevolee, die sonntags beim Pleier konterten oder tarockten. Nachdem die Schlämmereien in Poschetzau stillgelegt waren, betrieb er die Schusterei hauptberuflich. In seiner Werkstatt waren stets Buben anzutreffen, denen er die tollsten Schwänke und Abenteuer erzählte. Diese Geschichten wurden nicht einmal von den Erzählungen des Stohwasser Hiachas überboten. Die Wachehe blieb kinderlos. Als Quartierleute wohnten zeitweilig im Wachhaus: Da Schneider (Måtzn) Dolf (Frank) mit Frau und später die Grünes (Lohwasser) Berta aus Neuhäuser.

Im Haus Nr. 82 gegenüber vom Wach wohnte die Schreiber Witwe mit ihren Söhnen. Franz war mit der Krebs Ella verheiratet, sie lebten im Krebs Haus (Nr. 41) in der Wejha. Heinrich soll ein listiger und genialer Påscher (Schmuggler) an der sächsischen Grenz gewesen sein. Der Tone war ein sehr guter Ziehharmonikaspieler, doch der Star der Familie war s’ Pepperl. Er muß ein ganz besonders guter und braver Schüler gewesen sein, denn er durfte bei den Schüleraufführungen immer Hauptrollen spielen. Da er auch sehr musikalisch war, bereitete ihm das Geigespielen keine Schwierigkeiten. Mitte der dreißiger Jahre wurde das Haus (Nr. 82) an den Håu Schmie (Fischer aus Chodau) verkauft, der sich im angrenzenden Garten eine Schmiedewerkstatt einrichtete. Verheiratet war er mit der Håu Anna, der Enkeltochter des Håu Ferdls (Bauer) und seiner Berta, die im Pleier Haisla (Nr. 73) wohnten und dort auch starben. D’ Håu Mare war die Mutter der Anna, sie lebte mit ihrem Mann, dem Zinner Wenzl, ebenfalls im Pleier Haisla (Nr. 73) und später dann beim Håu Schmie (Nr. 82) im Haus. Der Wenzl war aber nicht der Vater der Anna, denn diese hieß ledigerweise Bauer wie der Großvater, auch ihre Tochter Edeltraud hieß Bauer, woraus zu schließen war, daß sie nicht die Tochter vom Håu Schmie war (Anm.: nicht Håu Schmie ist hier gemeint, sondern der Zinner Wenzl, Anna's Stiefvater).

Im Nachbarhaus Nr. 92 lebten Angehörige der Mastersippe (Scherbaum). Die meisten von ihnen sind noch im Masta Huaf aaf da Luft zur Welt gekommen. Ihr Vater da ålt Masta Dolf ist wie seine Schwestern d’ Strunzn Nannl, d’ Hanrich Resl und sein Bruder Karl Scherbaum va da Wejha, noch im ehemaligen Haus Nr. 24 geboren. Der alte Masta Dolf war mit einer Schwester vom Hanrich Wiezenz, der Hanrich Nannl, verheiratet. Da ålt Masta Dolf hat den Hof Nr. 68 in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut, nachdem das Anwesen 24 abgebrannt war. Seine Kinder wohnten später fast alle in Pechgrün, nur der Anton (Masta Anton) lebte bis zu seinem Tod in Poschetza; er hatte zwei Söhne. Die älteste Masta Tochter Mare war mit dem Hiacha Franz (Lorenz) verheiratet; er fiel schon in den ersten Tagen des 1. Weltkriegs. Als alleinstehende Frau ließ sie sich das Haus Nr. 80 bauen. Sie hatte drei Töchter und einen Sohn. Die Kamilla lebte zusammen mit ihrem Mann Heinrich (Bäuja) im Haus der Mutter. Die Melanie, verehelicht mit dem Dotzauer Ernst aus Poschetza, hatte eine Tochter Heidi, die nach ihrer Tante und Patin so getauft wurde. Die Masta Adelheid ist nach Falkenau gezogen, nachdem sie eine Beschäftigung und später auch ihren Mann dort fand. Der einzige Sohn Josef, da Masta Pepp, gilt seit 1943 als in Rußland vermißt; er war mit der Lang Anna verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn Horst.

Der Dotzauer Ernst kaufte das Haus Nr. 77 vom Hommer Kårl, einem Maurer, der später in Braunsdorf eine Gastwirtschaft betrieb. Im Dotzauerhaus wohnte zuerst der Sommer Pepp mit Familie, anschließend der Hergeth Kårl mit der Wewa Agnes und ihren beiden Kindern Richard und Anna zur Miete.

In einem neuerbauten Haus im Fuazwinkel, lebten noch mehr Masta Nachkommen. Der Masta Ernst war Porzellanmaler und Samariter bei der Pechgrüner Feuerwehr. Er baute zusammen mit seiner Schwester Emma das Doppelhaus mit der Nr. 92. Als Ernst nach Neurohlau umzog, verkaufte er seine Haushälfte an die Emma, die danach den zweiten Hauseingang zumauern ließ. Emmas Tochter Anna lebte ebenso mit ihrem Mann, dem Blaasch Tone (Lill aus Köstldorf), und ihrer Tochter in diesem Haus. Ein Bruder vom Ernst und der Emma war der Karl (Matschårl), der der bessere Porzellanmaler der beiden Masta-Brüder war. Wegen angeborener Schwerhörigkeit hatte er Sprachschwierigkeiten. Seine Frau Marie geb. Heinzl stammte aus Kaltwasser. Sie wohnten bis zur Vertreibung im Haus Nr. 92. Als Quartierleute sind bekannt: Die Lima Laura mit ihrem Sohn Rudi (Anm.: wahrscheinlich ist hier ihr Bruder Rudolf gemeint), auch ihre Tochter Luis und Lauras Vater der Lima Seff wohnten bei der Masta Emma. Als die Luis geheiratet hatte, lebte sie mit ihrem Mann, dem Siehr Dolf, den Kindern Mangold, Heinrich und Marie im Haus Nr. 61.

Nach dem Wåstl Edawadn, bevor der Siehr Dolf dort einzog, wohnte der Franze Oskar mit seinem Weib Anna und ihrem Sohn aus 1. Ehe dem Dutz Heinrich ebenfalls in diesem Haus (Nr. 92). Später wohnten Franzes beim Mastawenzl am Leiñberch.

Dem Haus Nr. 61 gegenüber war das Siema Haus Nr. 35. Ältere Pechgrüner nannten den Müller Wenzl vom Haus Nr. 29 Siema Wenzl, weil er im Haus Nr. 35 geboren war. Wenzls Schwester Emma (Müller) heiratete den Köhler Wenzl, der durch diese Heirat zum Siema Wenzl und Besitzer des Hauses Nr. 35 wurde. Die Kinder aus der Köhler/Müller Ehe waren der Anton und der Richard. Sie wurden 1946 nach Zella Mehlis in Thüringen ausgesiedelt.

Zwischen dem Siema (Nr. 35) und dem Möhl-Frank Haus (Nr. 34) stand das Boochheinzlhaus (Nr. 37). Dort wohnten bis zum Umzug ins neue Haus Nr. 96 auf dem Vogelsang der Boochheinzl und seine Frau Berta geb. Frank. Nur die wenigsten im Dorf nannten ihn bei seinem Vornamen Wenzl. Seine Frau Berta stammte aus dem Haus (Nr. 34) nebenan. Sie hatten zwei Töchter: Marie war mit dem Bäuja Dolfn (Schürer) und Tase (Anastasia) mit dem Käusa Tone (Neudert) aus Neuhäuser verheiratet. Schürers hatten eine Tochter Christl; die Tochter von der Tase und dem Tone heißt Gerlinde.

Da Rasierer, Rudolf Lorenz, nicht verwandt und verschwägert mit den Hiacha und Bauma Lorenz, kaufte das Boochheinzl Anwesen und quartierte sich mit seiner Em(ü)lla, den Kindern Martha und Rudi, sowie dem Stiefsohn Fred (Duadan-Passauer) dort ein, nachdem sie jahrelang im Rasiererhaisla Nr. 48 gewohnt und dort eine Friseurstube unterhalten hatten. Die Duadan Em(ü)lla war die Schwester vom Duadan Seffm aasn Iawan Dorf (Haus Nr. 16). Der Vater der beiden war der Duadan Naz, der in den 30er Jahren bei seiner Tochter im Haus Nr. 37 lebte und dort auch starb. In früherer Zeit gehörte das Rasiererhaisl Josef Pleier, er wird in der Robotliste von 1850 s. 2. Pechgrün Buch S. 17 als Besitzer genannt. Josef war der Vater vom åltn Pleier, dem Besitzer vom Pleier Wirtshaus (Nr. 67). Nach dem Umzug ins Boochheinzlhaus gab es im Rasiererhaisla (Nr. 48) eine große Rasierstube mit 2 Stühlen, das frühere, kleine Rasiererstübchen wurde zum Damensalon mit Dauerwellenapparat umgewandelt. Zu Wohnzwecken wurde dieses Haus erst wieder nach 1945 genutzt.

Ignaz Mörtl, da Duadan Naz (Haus Nr. 16), war Steinmetz wie so viele Männer in Pechgrün und war aus Scharzawoch (Schwarzenbach) zugezogen. Die Kinder Josef und Emilie wohnten bis zum Tod oder bis zur Aussiedlung in Pechgrün. Da Duadan Seff war verheiratet mit der Schindler Resl (Pecher). Sie hatte noch 3 Schwestern, die in Pechgrün lebten. Der Bruder war gelernter Schuster, betrieb in Chodau eine Gaststätte und reparierte nebenher Schuhe. Sein Vorname war Felix, er war aber als Schindler Lix weit und breit bekannt, aber sein Ruf war nicht der Beste. Die Schwestern: D' Schindler Berta war mit dem Unger Josef, d' Marie mit Anton Kempf aus Imligau, d' Emma mit dem Howara Wenzl verheiratet. D' Duadan Leit hatten vier Söhne, sowie eine Tochter Emilie, die mit Kropp Karl verheiratet war; sie wohnte mit ihm und der Tochter Martha im Howara Haus (Nr. 40). Die Söhne hießen: Alfred, Wenzl, Heinrich und Rudolf. Der jüngste, der Duadan Rudi, ist schon als 10 jähriger an einer heimtückischen Krankheit gestorben.

Von den Bewohnern des Nachbarhauses Nr. 18 sind keine Verwandte im Dorf bekannt. Man weiß auch nicht, wie diese Familie zum Hausnamen Kåthrina gekommen ist. Bevor sie das sogenannte Kåthrinahaus kauften, wohnten sie beim Scherbaum (Nr. 43) in der Wejha. Da der älteste Kåthrina (Anm.: hier ist wohl der Sohn Pepp des Kåthrina Seff gemeint) bereits in Pechgrün geboren ist, dürften seine Eltern kurz nach der Jahrhundertwende aus Ullersloh im hohen Erzgebirge nach Pechgrün zugezogen sein (Anm.: nur die Mutter kam aus Ullersloh, der Seff ist auch in Pechgrün geboren). Der Kåthrina Seff (Kunzmann) und sein Weib Anna haben ihren Erzgebirgsdialekt nie abgelegt und so war der Ausspruch vom Seff ortsbekannt, der da lautete: Ich påck dich beim Årrsch und beim Gnick und werf dich naus in nan Bach! Bei der großen Kinderschar und den eingeschränkten Wohnverhältnissen dürften solche Androhungen nötig und üblich gewesen sein. Der älteste, der Pepp, wohnte mit Frau und Kindern beim Fickert (Nr. 74) auf der Luuft. Weitere Kinder waren: Albrecht (Anm.: wahrscheinlich ist hier Albert gemeint), Franz, Anton und der Zwilling Richard. Der andere Zwilling war die Trudl. Weitere Schwestern waren die Ritsch (Marie) und die Erika. Diese acht Geschwister kamen in einer Zeitspanne von 30 Jahren auf die Welt, was doch recht bemerkenswert ist.

Auf der anderen Bachseite im Glosa Haus (Nr. 17) lebte der Krausn Franz mit seinem Weib, der Schnitza Th(ü)lda, die in erster Ehe mit Karl Neudert (Glosa) verheiratet war. Die aus erster Ehe stammenden Kinder, die Emilie (Em(ü)lla), d' Luis und da Kårl trugen den Hausnamen ihres Vaters (Glosa); der Kårl war mit der Kunsum Gisse verheiratet. Karl spielte Klarinette und auch sehr gut Saxophon, außerdem war er ein ausgezeichneter Amateurfotograf. Mit einer Porträtaufnahme vom åltn Bå(r)t, erzielte er bei einer Fotoausstellung in Chodau, schon als sechzehnjähriger einen ersten Preis. Th(ü)lda blieb d' Schnitza Th(ü)lda, manchmal nannte man sie auch Glosa Th(ü)lda, aber Schnitza blieb ihr ihrer Lebtag lang erhalten. Dagegen verlor ihre Schwester den aus Köstldorf mit in die Ehe gebrachten Hausnamen Schnitza und wurde zur Kla(r)las Resl.

D' Kla(r)las Resl war mit Ferdinand Bauer verheiratet. Er brachte den Hausnamen Kla(r)las aus Köstldorf mit nach Pechgrün. Er war Steinmetz und die Resl betrieb eine kleine Landwirtschaft und nebenher einen Milchhandel. Mit einem Handwagen zog sie die Milchplöschn nach Chodau und verhausierte die Milch bei ihrer Stammkundschaft. Ihr jüngster Sohn Anton mußte oft beim Ziehen helfen und bekam dafür von seiner Mutter ein paar Heller als Entlohnung. Deshalb galt er bei seinen Altersgenossen als Krösus. Er war zu jener Zeit der einzige im Dorf, der einen richtigen Lederfußball besaß. Das besagte aber nicht, daß er auch damit spielen durfte, wenn und wann er wollte. Wenn einige seiner Altersgenossen auf der Hirtnhoud trainieren wollten, marschierte einer zur Resl und verlangte den Ball, auch wenn der Tone selbst nicht dabei war. Wenn er mit diesem Vorgehen nicht einverstanden war, dann verurteilten ihn seine Sportfreunde zum Zusehen, obwohl ihm der Ball gehörte. Sie ließen ihn dann einfach nicht mitspielen. Der Ton hatte eine ältere Schwester Marie und einen sehr viel älteren Bruder Karl, der Mitglied in der Sommerschen Blaskapelle war. Er blies das Flügelhorn auch noch, als er bereits in Doglasgrün verheiratet war. Marie lebte nach ihrer Hochzeit ebenfalls nicht mehr in Pechgrün.

D' Schnitza Th(ü)lda und d' Kla(r)las Resl hatten einen Bruder, er war Besitzer des Alten Hotels in Chodau. S' Schnitza Franzerl war vorher Wirt und Fleischer in Köstldorf.

Kla(r)las Ferdls Bruder Karl (Bauer), man nannte ihn den Bejchana Knübbl, hatte das Haus am Vuaglsång Nr. 87 vom Erbauer Plob gekauft und lebte dort seit Anfang der 30er mit seinem Weib, der Liehl (Passauer) Hedwich und Tochter Anna. Bevor die Hedwig mit dem Bejchana zusammenzog, lebte sie mit ihrem Bruder dem Liehl Karl und ihrer Mutter Resl bei der Schindler Berta (Nr. 53) in der Stube, in der danach der Konrad mit seiner Familie wohnte. Der Liehl (Passauer) Karl ist nach Schwarzawoch gezogen und hat dort eine Familie gegründet.

Am Vuaglsång gab es auf der linken Seite des Weges nach Neuhäuser nur ein einziges Haus (Nr. 86), das vom Håu Ferdl (Anm.: gemeint ist Håu Eduard, dessen Vater Ferdl hieß), der Köstldorfer war. Mit seinem Weib Nannl, sie stammte aus Kofl, hatte er drei Kinder, zwei Buben und ein Mädchen. Karl der ältere fiel 1942 in Stalingrad; der jüngere Franz lebt z. Zt. in Nürnberg-Langwasser, wo seine Mutter, d' Håu Nannl, im 87sten Lebensjahr starb. D' Håu Anna war die älteste; sie war in zweiter Ehe mit Josef Langhammer verheiratet und kam vor wenigen Jahren bei einem Verkehrsunfall in Eppelheim ums Leben. In der Pechgrüner Schülerfußballelf war Karl ein harter Verteidiger und beim Schwimmen, z. B. Hundskråbbla, hatte er einen Beinschlag, der jeden Sportcrawlar alle Ehre gemacht hätte.

Am Weg nach Neuhäuser war das erste Vuaglsånghaus das vom Bå(r)t (Nr. 79), es war auch das allererste, das dort erbaut wurde. Anton Gebhart wurde „Bå(r)t“ wegen seines schönen Vollbartes genannt. Von ihm wurde erzählt, daß er auf dem Heimweg von einer Leich in Poschetzau, bei der er als Trompeter dem Verbliebenen einen Abschiedsgruß blies, in den Dorfsteich geriet. Als er nicht mehr ein und aus wußte und bis zum Hals im Wasser stand, blies er mit seiner Trompete Feueralarm, er blies so lange bis ihn die Ortsfeuerwehr aus seiner brenzligen Lage befreite. Er war mit der Bäuja (Schürer) Nannl verheiratet, mit ihr hatte er fünf Töchter und drei Söhne. Die Töchter hießen: Emilie, Marie, Anna, Laura, Luis und Berta. Die Söhne waren: Franz, Josef und Heinrich. Die Anna war mit dem Passauer Willy verheiratet. Als Geigenlehrer hatte er zahlreiche Schüler. Nur einem einzigen seiner ehemaligen Schüler, dem Rudi Unger, gelang es, Musiker zu werden. Der eifrigste seiner Schüler war s' Richardl. Er nahm seine Geige erst gar nicht mit nach Hause um zu üben; er ließ sein Instrument gleich für die nächste Lernstunde beim Geigenlehrer Willy. Es würde zu weit führen, alle Jungen und Mädchen aufzuzählen, die damals die Absicht hatten Violinvirtuose werden zu wollen. Nachdem diese Geigenlernepidemie abflaute und der Passauer Willy eine Hausmeisterstelle mit Wohnung bekam, zog er mit Weib und Sohn dem Gebhart Pepperla nach Poschetzau. Gebhart Heinrichs Frau wurde mit dem Sohn Franz (Anm.: laut Einwohnermeldebuch hieß dieser Sohn Ernst) nach Nesselwang im Allgäu ausgesiedelt; Heinrich ist leider noch wenige Tage vor Kriegsende im April 1945 gefallen. S' Franzerl war ein talentierter Zitherspieler; dieses Musiktalent hatte er bestimmt von seinem Großvater dem åltn Bå(r)t geerbt. Die Gebhart Laura war mit dem Fischer Wenzl vermählt. Sie wohnten im Moaliesahaus (Nr. 71) und hatten eine Tochter Sylvia.

Im Gebhart Haus (Nr. 79) lebten zur Miete: Der Dotzauer Fred mit Frau und Tochter Ritsch. Er stammte aus dem Teichwewahaus (Nr. 63), das abseits vom Dorf in der Nähe vom Seeteich stand. Von ihm weiß man, daß er hervorragend mit der Peitsche knallen konnte. Wer ihn kannte wird sich gern an die Idylle erinnern, als er peitscheknallend mit seinem Kuhgespann durchs Dorf fuhr. Auch seine Schwester Luis wohnte mit ihrem Mann, dem Köstldörfer Karl Krieglstein und ihren beiden Kindern beim Gebhart.

Warum das Teichwewahaus (Nr. 63), in dem zuletzt die Familie Dotzauer lebte, diesen Namen hatte, läßt sich aus den Aufzeichnungen im Gemeinde-Einwohnerbuch nicht ergründen. Dort wird als Hausbesitzerin Ottilie Scherbaum, geb. 28.12.1840 genannt. Vielleicht hat sie den Hausnamen Weber aus Stelzengrün an den Seeteich gebracht. Dotzauer Resl, die ihren Mann lange überlebte, hatte mit ihrem Anton aus Scheft 7 Kinder. Die meisten sind in Pechgrün geblieben, andere sind weggezogen. Der Sohn Heinrich bewirtschaftete die Nebenerwerbslandwirtschaft zusammen mit seiner Mutter und seiner Frau Ella, die aus Imligau nach Pechgrün kam. Der Heinrich ist bereits 1941 vor Moskau gefallen. Seine Schwester Marie war mit Grünes Pepp aus Neuhäuser verheiratet. Sie wohnten beim Mastawenzl (Nr. 60), zuletzt aber im Geburtshaus vom Pepp in Neuhäuser. Eine Schwester des Grünes Peppm war die Amalie, ihr Mann Leo stammte aus Neuhammer. Ihre Tochter war die Ostermann Irma und heißt jetzt Metzger. Das Haus der Ostermanns (Nr. 101) – es war nur zur Hälfte fertiggestellt – stand dort, wo der Schwarzebach in die Bärnhaut abbog. Die Ostermann Amalie geb. Grünes, war eine Nichte vom Mastawenzl Seffm, der Schousta (Lang) Luis und von der Gartna (Haberditzl) Resl. Die Mutter vom Grünes Peppm und der Ostermann Amalie, d' Grünes Berta aus Neuhäuser, war ebenfalls eine Mastawenzl Tochter.

Am Leiñberch war das Gehöft vom Mastawenzl Seffm. Die Fäustl Brüder David und Wenzl erwarben die Höfe Nr. 45 (Anm.: von da an Dåvadn Huaf genannt) und Nr. 60 (Anm.: von da an Mastawenzl Huaf genannt) etwa um 1890. Sie stammten aus Neuhäuser. Vorbesitzer des Hofes Nr. 60 muß jedoch eine Familie Lein gewesen sein, denn nach ihr wurde vermutlich der Anstieg, an dem das Anwesen lag, Lei(n)berch genannt. Der Sohn vom Masta Wenzl aus Neuhäuser war der Seff. Seine Frau stammte aus Imligau. Ihre Kinder waren der Franz, der Fred sowie d' Herta. Der Franz war ein sehr ruhiger und bescheidener Zeitgenosse, bis er in die Lehre zum Wach Schouster kam. Von ihm lernte er nicht nur das Schuhmachen und Schuhflicken, sondern übernahm gelehrig auch die zünftigen Sprüche seines Meisters. Leider hat er, wie auch sein Bruder Fred, den letzten Krieg nicht überlebt. Die Herta wohnt gegenwärtig in der Nähe von Waldsassen und ihre Cousine Anna Lorenz-Lang lebt in der Gegend von Bayreuth. Als Quartierleute wohnten beim Mastawenzl (Nr. 60): Karl Bauer und seine Frau Hedwig. Ihre Tochter, s' Kla(r)las Annerl, wurde im Haus Nr. 60 geboren. Der Franze Oskar und seine Anna mit dem Sohn Heinrich Dutz wohnten ebenfalls längere Zeit in diesem Hof. Wie schon erzählt, wohnte auch der Grünes Pepp mit der Dotzauer Mare vorübergehend dort. Ihre beiden Töchter wurden aber in Neuhäuser Nr. 14 geboren.

Aloisia Lang geb. Fäustl wurde Schousta Luis oder bei älteren Pechgrünern Mastawenzl Luis genannt. Sie war mit Josef Lang verheiratet. Im Gemeinde-Einwohnerbuch von 1900 wird als Besitzer des Hauses Nr. 23 der Vater des Josef aufgeführt, er war Schuhmacher, daher der neue Hausname Schousta. Der Lang Josef und seine Luis hatten zwei Töchter. Da war die Anna, sie heiratete den Masta (Lorenz) Pepp, der nicht aus dem letzten Krieg zurückkehrte. Beider Sohn heißt Horst. Dann war da auch noch das Friederl, sie ist mittlerweile auch schon 70 Jahre alt, lebt in Glauchau und heißt Dostmann.

Eine weitere Tochter vom Mastawenzl war d' Gartna (Haberditzl) Resl. Sie war mit dem Gartna Dolfn verheiratet und Bäuerin auf dem Hof Nr. 7. Woher der Hausname Gartna kam, wird nicht mehr geklärt werden können, denn sein Vater Seff, da alt Gartna, war ein angesehener und gebildeter Bauer, er war aber kein Gärtner. Im Gemeindegedenkbuch von Pechgrün sind reihenweise Vorfahren aufgeführt, aber man kann keinen Bezug zu einer Gärtnerei finden. Allerdings war der älteste Sohn vom Dolf, der sich den Spitznamen As Pepp eingehandelt hatte, obwohl er mit Vornamen Franz hieß, Gärtnerlehrling auf dem Chodauer Rittergut. Franz und auch sein jüngerer Bruder Pepp sind im guten Glauben für Führer und Vaterland gefallen. Ein Bruder vom Dolf war Redakteur bei einer deutschen Zeitung in Budweis, Süd Böhmen; er hieß Wenzl und seine Tochter Leopoldine, man nannte sie Poldi, war immer nur in den Sommerferien bei Onkel und Tante in Pechgrün. Es gab noch einen Bruder vom Dolf, er war Bäcker, lebte die meiste Zeit außerhalb von Pechgrün und hieß Franz. In der Einliegerwohnung mit extra Eingang (Nr. 7) wohnten und lebten der Siehr Håns mit seiner Frau, der Florl Mare geb. Fellner, und vielen Kindern. Der älteste Wenzl mußte weder bei den Tschechen noch im Dritten Reich Soldat werden und starb 1976 in Chodau. Die nächst ältesten Karl und Rudolf (Dolf) mußten im Dritten Reich ebenfalls nicht zur Wehrmacht einrücken, weil sie als umgeschulte Eisendreher in einer Panzerschmiede in Brandenburg beschäftigt waren. Karl wurde, wie der Wenzl auch, nicht ausgesiedelt und starb in Neudek. Dolf war Spätaussiedler und lebte zuletzt in Neutraubling, Niederbayern. Er ist dort vor wenigen Jahren gestorben. Der Dolf war der sportlichste von den Siehr Buan; er war ein sehr guter Schwimmer, aber ein noch besserer Raffballspieler. Er war auch ein guter Skispringer und besaß als einziger in Pechgrün ein Paar richtige, dreifalzige Sprungski. Die beiden jüngeren Siehrboum, der jüngste hieß Heinrich, war ein begnadeter Sänger mit einem herrlichen Tenor, und der Pepp, der in der Spinnbud in Neudek arbeitete, fielen in Rußland. Bevor der Siehr Håns in die Stube und das Kammerl im Gartna Huaf (Nr. 7) beziehen konnte, lebte in dieser Unterkunft auch der Kreuzer Karl, Vater vom Franz und dem Bud Karl. Auch der Sommer Seff wohnte vorübergehend in dieser Stube.

Es gab noch einen zweiten Rudolf Haberditzl in Pechgrün. Ob und wie er mit der Gartna Familie verwandt war, ist unbekannt (Anm: Sie waren Cousins mit den gemeinsamen Großeltern Joseph Karl Haberditzl und Ottilia Seidl). Bei ihm lebte d' alt Möhl Resl, sie hieß mit Mädchenname Frank (Anm.: Geburtsname Haberditzl, verheiratete Frank) und obzwar der Dolf von seinen Altersgenossen Möhl Dolf genannt wurde, ist es unklar, ob die Resl seine Mutter war (Anm.: ja, sie war es). Als sie 1934 starb, war sie 83 Jahre alt. Der Möhl Dolf war mit der Werdl Luis geb. Heinzl verheiratet. Sie war die Schwester vom Werdl Karl vom Haus Nr. 25 und der Stiafl Mare. Die Luis hausierte mit Schnietwår und besaß eine Strickmaschine, ein für die damalige Zeit schon sehr kompliziertes Gerät, mit der sie Fußsöckl, Årmstutzn und Strimpf auf Bestellung herstellte. Die Kinder vom Dolf und der Luis hießen Ernst, Josef und Marie.

Der Werdl Karl (Heinzl) hatte keine männlichen Nachkommen, dafür aber vier Töchter. Seine Frau, d' Kåu Anna geb. Reitzner, holte sich der Karl aus Kohling im Erzgebirge. Die zwei ältesten Töchter heirateten zwei Brüder vom Zechenhaus-Münchhof. Die Retta (Margarete) war mit Otto Russ, die Kamilla mit dem Russ Karl verheiratet. Kamillas Karl war ein vielseitiger Mann: er war kaufmännischer Angestellter bei der Baufirma Reichmann in Chodau, und er war ein viel gelobter Tenor, der Hauptrollen bei den Pleiersängern in gehobenen Singspielen übernahm. Er spielte auch Geige. Zudem war er ein attraktiver Mann, der deshalb auch von vielen anderen Frauen umschwärmt wurde. Kamilla und Karl hatten keine Kinder, sie wohnten im Siegerthaus (Nr. 103). D' Retta ist aus Pechgrün weggezogen und wohnte in Münchhof-Zechenhaus. Die dritte Tochter vom Werdl Karl war die Gisse (Gisela). Ihr Mann Anton kam aus Chodau und hieß Schwagerl. Frieda war die jüngste. Sie war in erster Ehe mit dem Krebs Walter (Fischer) verheiratet, er ist im Nov. 1941 gefallen. Danach heiratete sie den Witwer Franz Dutz aus Neuhäuser (Anm.: der zweite Ehemann hieß Josef Dutz).

Neben dem Werdl Huaf (Nr. 25) war das Haus Nr. 49, sein letzter Besitzer war der Sommer Wenzl. Ob er der Bruder seines Nachbarn auf der anderen Straßenseite, dem Sommer Seffm war, kann nicht belegt werden. Auf alle Fälle nannte man das Anwesen ba da schejn Sommåre. Wenn man von Wenzls Frau redete, so sprach man nicht von der Sommer Anna oder Nannl, sie war immer nur d' schejn Sommåre. Sie hatten drei Kinder. Die Tochter Anna hat nach auswärts geheiratet, auch der Sohn Heinrich lebte nicht im Dorf. Heinrich war Bauzeichner, und Bauzeichner war ein Lernberuf für sehr intelligente Schüler, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht Architektur studieren konnten. Der Franz war der jüngste und war, wie man heute sagen würde, behindert. Er war ein großer und kräftiger Bursche, der in der elterlichen Kleinlandwirtschaft für zwei arbeiten konnte.

Neben dem Haus (Nr. 49) von da schejn Sommåre betrieb der Gerber Josef eine Tischlerei (Nr. 26). Er kam, wie viele Neupechgrüner im Zuge der Industrialisierung des Egerlandes aus dem hohen Erzgebirge aus Frühbus an der sächsischen Grenze. Die Eltern seiner Frau Johanna werden bereits in der Robotliste von 1850 als Besitzer des Anwesens Nr. 26 genannt. Gerbers hatten einige Töchter und drei Söhne. Der älteste hieß Franz, er fiel im ersten Weltkrieg ehe er noch seine Braut d' Masta Emma (Scherbaum) heiraten konnte. Richard, der später die Tischlerei übernahm, und Emil waren Schreiner. Emil arbeitete nur zeitweilig im väterlichen Betrieb, er übersiedelte in den 30er Jahren endgültig nach Neudek. Eine Tochter war Ordensfrau und hieß als solche Leonarda. Die Marie war in zweiter Ehe mit dem Steidl Pepp verheiratet. Emma lebte in der Nähe von Neudek, eine Tochter von ihr kam in den Ferien öfter zu den Großeltern nach Pechgrün. D' Tischler Jule blieb ledig. Die jüngste Gerbertochter, d' Tischler Ella, ihr Taufname war Eleonore, heiratete den Wildner Ruu(d)l, Kunstpfeifer aus Chodau, und wohnte mit ihren Buben, dem Rudi jun., Richard und der Tochter Gerlinde beim Schneida Ferdl auf der Luft (Nr. 90).

Nachdem der ålt Tischler, er war auch einer der Wiederbegründer der Pechgrüner Feuerwehr, in seinem Hinterhof eine neue große Werkstatt gebaut hatte, übernahm der Richard die Produktion. Er baute nicht nur Türen und Fenster für die Neubauten und Möbel aller Art, er stellte auch Ski her. Die Ski waren keine Qualitätserzeugnisse, wie sie der Eisenhändler Stingl in Chodau verkaufte, dafür waren sie unerhört billig. Beim Stingl kosteten ein Paar Eschenski 110 Kc, beim Gerber Richard brauchte man nur 30 Kc für die 1. Wahl Ausführung zu bezahlen. Beim Bau der neuen Werkstatt gab es Schwierigkeiten mit der Kohle, der Besitzerin des Hauses Nr. 69. Es kann kein Mensch in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Dieser Spruch traf auf das Verhältnis Gerber–Kohl wortwörtlich zu. Wäre der Neubau so ausgeführt worden, wie es der Plan vorsah, dann wäre die linke Werkstattecke zu nahe an die Grundstücksgrenze gekommen. Weil die Kohle dies nicht duldete, es war ihr gutes Recht auf den Bauvorschriften zu bestehen, wurde die Werkstatt fünfeckig gebaut.

Der Hiacha Franz Lorenz kam aus Sauersack in sein Pechgrüner Revier. Seine Kinder, vier Söhne und zwei Töchter, waren alle noch in Sauersack geboren (s. Gemeinde-Einwohnerbuch). Das Hegeramt war damals im Haus Nr. 14 am Weg zur Wehrmühle untergebracht. Schon lange, nachdem die späteren Heger im Haus Nr. 75 an der Spitzseich wohnten, sprach man vom åltn Hiachahaus, wenn man sich über dieses Anwesen unterhielt. Später wurde es zum Frankschneiderhaus, nachdem der Schneider Karl Frank dieses Haus erworben hatte und dort wohnte. Von den Kindern des åltn Hiacha wohnten und waren in Pechgrün verheiratet: Franz war mit der Masta Mare, Richard mit der Bauma Emma geb. Lorenz und Laura mit dem Wåstl Edawadn (Kraus) verheiratet.

Da Hiacha Richard, wie er immer genannt wurde, und d' Bauma Emma besaßen das Haus Nr. 55 gleich hinter der Schule. Zu ihrer Zeit logierte dort einmal die Lehrerin Fräulein Werner. Über den einzigen Sohn Richard wurde schon an anderer Stelle berichtet. Da ålt Richard besaß schon sehr bald ein Motorrad, mit dem er gelegentlich zur Arbeit auf der Osmose fuhr, wo er leitender Angestellter, ein sogenannter Beamter, war. Sein Steckenpferd war jedoch die Radiobastelei. Er begann Detektoren zu bauen, später waren es dann mehr­röhrige Apparate, mit denen man Sender in Berlin und Mühlacker abhören konnte. Bei den älteren Geräten mußte man noch Kopfhörer aufsetzen, um die gesendete Musik oder die Nachrichten zu hören. Danach bastelte er auch noch Lautsprecher, damit auch mehrere Personen gleichzeitig in den Genuß dieser Sendungen kommen konnten.

Bevor der Frankschneida im Hiachahaus (Nr. 14) einzog, wohnte eine Familie Peter dort, die danach ins Haus Nr. 15 übersiedelte. Jahre danach baute die Peter Mare mit ihrem Mann, dem Schneider Ferdl aaf da Luft ein Haus (Nr. 90). Da ålt Frankschneida war der jüngste Wiederbegründer der Pechgrüner Feuerwehr, und er war auch Obmann des Bolzschützenvereins in Neuhäuser. Sein Erscheinungsbild war das eines forschen k.u.k. österreichischen Offiziers. Sein ältester Sohn war der Heinrich, dessen Frau hieß Rosa. Die Kinder waren der Frank Hans, die Erna, Emma und Luis. Warum man Hans immer nur mit Hans und nicht wie im Dorf üblich mit Håns gerufen hatte, ist nicht überliefert. Heinrich war ein Alleskönner. Ob es Fahrrad- oder sonstige Reparaturen im Haus waren, er war gerne bereit, solche „Dånkschejn“-Aufträge anzunehmen und auszuführen. Dennoch war er jahrelang arbeitslos und lebte von Almosen der staatlichen Fürsorge oder Unterstützung der Gewerkschaften. Im Winter räucherte er Heringe und veräußerte sie an Liebhaber. Kein Wunder, daß er Kommunist war. Heinrich und seine Familie zog 1938 vom Gemeindehaus (Nr. 46), wo er viele Jahre lebte, nach Köstldorf und wohnten dort im Mölcher-Haus oberhalb vom Biena Huaf. Brüder vom Heinrich waren: Anton, Willi und Ernst. Schwestern waren: Berta Benedikt, Anastasia Fritsch und Amalie Ullsperger. In der Ullsperger Ehe gab es drei Töchter, Giesela, Anneliese und Ingeborg. Später wohnten im Frankschneider-Haus (Nr. 14) Marie undÍ Eduard Schmieger. Marie war keine Frank Tochter (Anm.: das ist nicht richtig, Marie war auch eine Tochter des Frankschneida). Sie hatten vier Kinder, einen Sohn Rudolf und drei Töchter: Edith, Adele, Ingeborg.

Bevor die Familie Peter ins Haus Nr. 15, zwischen Bach und dem Mußlberch umzog, wohnten sie ebenfalls im alten Hiacha-Haus (Nr. 14). Die Kinder von Frau Anna Peter waren: Marie verehelichte Lutz und Albert Peter, der Pechgrün Ende der 20er Jahre verließ und in Karlsbad seiner Arbeit nachging. Marie Lutz geborene Peter hatte mit dem Schneider Ferdl eine Tochter Irene.

In der Robotliste von 1850 (Pechgrün Buch 2, S.17) wird als Besitzer des Hauses Nr. 15 der Steinmetzmeister Karl Heinzl genannt, ob er ein Angehöriger der Hanrichn oder Werdln war, darüber schweigt die Geschichte. (Anm: Es handelt sich wahrscheinlich um den Steinmetzmeister Johann Karl Joseph Heinzl 1775-1856, der im Haus Nr. 15 kinderlos starb und Bruder des Werdl-Huaf Gründers Johann Wenzl Heinzl war.) Es ist erwähnenswert, daß in diesem Haus eine Familie Vogt lebte, die aus Eibenberg im Erzgebirge zugezogen war. Vermutlich war Anton Vogt Schmied, weil man später vom Schmie Haus redete, wenn man über dieses Haus sprach.

Antons Tochter Marie hatte einen unehelichen Sohn Karl. Er war der anerkannte Sohn des Porzellanfabrikanten Maier aus Poschetzau. Die Marie bekam auf Grund dieses Verhältnisses den Beinamen Giede (Jüdin). Sie war zumindest bei den älteren Einwohnern d’ Schmie Giede. Ihr Sohn Karl war und blieb der Schmie Gud, bis man ihn 1937 in die Irrenanstalt Dobschan (später Wiesengrund) einlieferte, wo er noch vor dem Anschluß ans Dritte Reich starb.

Fabrikant Maier ließ seinen unehelichen Filius in Prag studieren. Er sollte Arzt werden, weil er ein ungewöhnlich intelligenter junger Mann war. Anscheinend stieg ihm das Studium zu Kopf, weil er als k.u.k. österreichischer Einjähriger, so hießen damals die Offiziersanwärter, als geistesgestört vom Militär freigestellt wurde. Er behauptete, daß ihm sein jüdischer Vater anläßlich eines Besuches bei ihm in Prag einen lebendigen Frosch zu essen befahl. Dieser Frosch quakte in ihm und gab auch noch nach mehr als 20 Jahren keine Ruhe. Sein Aussehen und Habitus war wild, und er konnte damit zartbesaitete Frauen erschrecken, was er auch zur Genüge praktizierte. Heutzutage würde er mit seinem schwarzen Vollbart und seiner grauen Lodenpellerine nicht mehr auffallen. Trotz dieses abschreckenden Aussehens verkehrte er in Chodau in den besseren Kreisen, weil er ein kluger und intelligenter Unterhalter war.

Bis zum endgültigen Untergang von Pechgrün lebte im Schmie Haus (Nr. 15) die Familie des Ferdinand Hüller, der aus Heinrichsgrün zugezogen war. Seine Frau Amalie geb. Müller und er hatten drei Töchter. Emmi ist mit dem Brandner Karl verheiratet. Sie wohnen in Chodau im sogenannten Pechgrünhaus. Auch die zweite Tochter Luzie verheiratete Papke lebt noch in Chodau. Nur die dritte und jüngste der Hüller Töchter Ursula Möckl ist ausgesiedelt und wohnt jetzt bei Augsburg.

Neben dem Schmie Haus (Nr. 15) stand das Haus (Nr. 30) vom Brandner Franz und seiner Resl geb. Strobl. Dieses alte Haus mit sehr gut erhaltenem Fachwerk wurde nach der Einheirat des Brandner zum Brandner Haus. Vom früheren Hausnamen Strobl sprachen danach selbst die ältesten Pechgrüner nicht mehr. Als d’ Euin Rosl, die Mutter von der Brandner Resl, in zweiter Ehe den Schneider Seffn (Josef Lutz) geheiratet hatte (Anm.: der zweite Ehemann der Euin Rosl hieß nicht Schneider Seff sondern Schneider Karl) und in den Schneider Huaf (Nr. 97) umzog, war der Name Strobl aus dem Sprachgebrauch im Dorf verschwunden.

Aus der Ehe vom Brandner Franz und der Strobel Resl gingen sechs Söhne und eine Tochter hervor. Die Söhne hießen: Karl, Josef, Leo, Wenzl, Reinhard und Franz. Die Tochter hieß Gisse (Gisela); sie war mit einem Leibold verheiratet. Vom Leibold hat die Gisse einen Sohn Walter, der noch im Haus Nr. 30 zur Welt kam. Später allerdings wurde diese Leibold­ehe geschieden. Fünf der sechs Brandnersöhne sind im 2. Weltkrieg gefallen. Nur der Pepp, der zweitälteste, mußte als Bergmann nicht zur Wehrmacht. Er war mit der Käusa Mare aus Köstldorf verheiratet; sie hatten aber keine Kinder und starben beide vor wenigen Jahren in Chodau. Karl war der älteste und mit Resi geb. Roßmeißl verheiratet. Bevor sie nach Pechgrün zogen und im Kohlhaus (Nr. 69) wohnten, lebten sie in Imligau. Der gelernte Schuster Leo leitete, bevor er zur Wehrmacht einrücken mußte, ein Filiale der größten europäischen Schuhfabrik Bata in Zlin. In der Ehe mit Adele Wehner gab es einen Sohn Erich, der allerdings nicht in Pechgrün, sondern in Unterreichenau geboren ist. In Pechgrün wohnten sie im Haus (Nr. 90) von der Peda Mare aaf da Luft. Leo fiel kurz vor Ende des Krieges in Polen. Wenzl, der vierte Brandner, war Fabrikarbeiter. Seine Frau Anna und auch sein Sohn Mangold sind in Chodau geboren. Reinhard war Bäcker und arbeitete in der Bäckerei Ulbert in Chodau. Er war Schwerathlet, war Ringer, Gewichtheber und Hundezüchter. Er besaß einen schönen deutschen Schäferhund mit Stammbaum. Der jüngste Brandner hieß wie sein Vater Franz. Er war die Ausnahme unter den Buben, nicht nur politisch ging er andere Wege wie seine Brüder, er war ihnen auch intellektuell überlegen. Nach der Bürgerschule in Chodau besuchte er die Handelsakademie in Karlsbad und studierte nach der Matura an den Universitäten Prag und Königsberg Handelswissenschaften. Kurz nachdem er zum Leutnant befördert worden war, ist er 26jährig im September 1943 gefallen.

In Pechgrün gab es seit Jahrzehnten keinen Bäcker. Die Bevölkerung wurde von Bäckern aus den umliegenden Ortschaften versorgt. Es gab auch kein Gemeindebackhaus, in dem die Bauern ihr Brot hätten selbst backen können. Mit Josef Stöckner aus Chodau wurde es anders. Einige Jahre nach seiner Hochzeit mit der Glöckner Mina (Hermine) wurde diese Marktlücke geschlossen. Zuerst baute er auf einem Grundstück seines Schwiegervaters, des Tiefbohrunternehmers Engelbert Glöckner, das Haus Nr. 95 am Ortseingang, dort wo der Poschetzauerweg in die Straße nach Chodau einmündete. Etwa um 1935 verkaufte er dieses Haus an Adolf und Frieda Heinzl (Wickn). Mit dem Verkaufserlös erwarb er vom alten Pleier oder dessen Erben das sogenannte Pleierhaisla (Nr. 73) und richtete dort eine Bäckerei ein. Ob Stöckner Bäcker oder Maurer war, das wußte nur er allein. Auf alle Fälle, er war ein Alleskönner. Der Stöckner ging ans Werk, baute das Haus Nr. 73 um, nachdem der Pejda Rowert und sa(n) Möhlma(r)tl Mare samt Angehörigen ins eigene Haus (Nr. 104) am Wejdichn Oxn umgezogen waren. Der Stöckner selbst baute ohne fachmännische Hilfe einen Backofen und wirkte danach als Bäcker. Sein Brot war mindestens ebenso schmackhaft, wie das der auswärtigen Brotlieferanten. Die Kinder von der Mina und dem Peppm, Gerda und Josef (Stöckner Pepperl) kamen noch auf der Luft zur Welt.

Im Haus Nr. 95 aaf da Luft wohnten miteinander oder nacheinander die Familien Johann Löffler, Wenzl Stark, Karl Siehr, Nader Alois und eine alleinstehende oder verwitwete Theresia Krieglstein. Vom Löffler Håns, der mit seiner Frau Emma und den Töchtern Wilma und Nelly später beim Eckl Franz aafn Wejdichn Oxn (Nr. 94) wohnte, ist nicht viel Gutes zu vermelden. Er handelte mit Radios, fing Hunde und aß diese auch und soll auch sonst ein weites Herz bei Eigentumsdelikten gehabt haben. Besonders verwerflich war sein Wirken nach 1938 als Angehöriger der schwarzen SS. Die Eheleute Stark (Anm.: Wenzl, geb. 8.5.1871, und Theresia, geb. 16.2.1879) waren ein altes, die Naders (Anm.: Alois, geb. 21.5.1898, und Karoline, geb. 8.5.1871, Geburtsname Fischer) ein kinderloses Ehepaar. Der Siehr Karl und seine Berta, die aus Voitsgrün stammte, hatten zwei Söhne. Rudolf 1937 und Franz 1943 geboren.

Von den vielen Quartierleuten, die sich in diesem Haus Nr. 73 ablösten, sind zu erwähnen: Da Håu (Bauer) Ferdl mit seinem Weib Berta und ihrem Hündchen Nettl, einer ganz seltenen Mischung aus Mops und etlichen anderen Rassen. Sicher ist nur, daß es eine Hündin war, die in Bertas Bett schlafen durfte, auch wenn die Lusch läufig war, weil Wickn Seffms Buwe, eine ebenso edle Promenadenmischung, große Löcher in Bertas Bettwäsche fraß, als diese zum Bleichen im Garten lag. Seffms Versicherung mußte den Schaden vergüten. Beim Ferdl lebte auch seine Tochter Marie und ihr uneheliches Kind Anna, sowie der Zinner Wenzl Maries Mann.

Laut Gemeinde-Einwohnerbuch wohnte früher auch die Familie Wilhelm Schürer mit Frau und vielen Söhnen im Haus 73. Besser bekannt sind die Schürers als Bäuja. Gewiß kennen alle Ortsleute die Familie vom Schürer Josef, Bäuja Pepp, der nach seinen Eltern ebenfalls im Pleierhaisla (Nr. 73) wohnte, bevor er mit Weib und Kind ins Wirtshaus zum Bohrturm (Nr. 28) übersiedelte. Die Kinder vom Peppm und der Hampl Mare waren die Mädchen Ella, Anna und Kamilla, die Buben hießen Heinrich und Karl. Heinrich ist gefallen, s’ Bäuja Kåral starb in Nesselwang. Sicher ist vielen noch da Brülln Wenzl und seine Hedwich ein Begriff. Ihre Kinder waren der Rudi und die Erika. Sie wohnten im Gmoihaus (Nr. 46) und übersiedelten anfangs der 30er nach Wintersgrün. Der Bäuja Willi lebte in Braunsdorf. Sein Sohn Heinz bewirtschaftet zur Zeit die Bahnhofsgaststätte in Nesselwang/Allgäu. Da Bäuja Heinrich war verheiratet mit der Masta Kamilla, sie hatten keine Kinder und starben am gleichen Tag 1960 an der Papageienkrankheit. Vom Bäuja Knågga wurde bereits öfter geschrieben und erzählt, an anderer Stelle erwähnt. Der Bäuja Dolf lebte mit der Boochheinzl Mare und zwei Töchtern im eigenen Haus am Pfårrateiche. Das ältere der beiden Mädchen war s’ Taserl (Anastasia), es starb schon als 13jähriges Kind. Christl ist verheiratet und heißt jetzt Bilek. Nur noch wenig bekannt ist vom Bäuja Tone, er starb ledig in der Asylantenstube im Gmoihaus (Nr. 46) an Tbc.

Nach wenigen Jahren verpachtete der Stöckner seine Bäckerei an Josef Schönecker aus Chodau. Schöneckers Frau Anna war ebenfalls aus Chodau. Ihre Tochter Ingrid ist 1940 in Pechgrün geboren. Während des letzten Krieges lebten nur die Familien Stöckner und Schönecker im Haus Nr. 73.

Nicht nur der Bäuja Pepp wohnte mit seiner Familie im Bohrturm (Nr. 28), sondern auch der frühere Pächter, da Frånz Kårl (Anm.: “Fleischa”, geb. 29.3.1895) und die Familie vom Glåuma (Siegl Josef) Seffn. Die Frau vom Fleischa hieß Resi (Anm.: Theresia Johanna Harbauer, geb. 19.5.1900 in Poschetzau). Fleischa war gewissermaßen der Hausname von Frånz Kårls Angehörigen. Die Kinder waren die Alice (Anm.: oder Lydia/Lidde, geb. 10.4.1922) und der Engelbert (Anm.: “Engerl”, geb. 5.7.1929). Gegenwärtig läßt sich die Alice Lydia rufen. Solange sie noch in Pechgrün wohnte, wurde sie Lidde genannt, das jüngere Brüderchen war s’ Fleischa Engerl (Engelbert). Zeitweilig lebten auch die Eltern von der Fleischare, die altn Harbauers aus Poschetzau (Anm.: Anton Harbauer, geb. 14.6.1860 in Poschetzau, und Johanna Seifert, geb. 9.6.1868 in Zettliz), im Bohrturm. Auch ein Verwandter vom Fleischa, der Putz Walter, half oft mit beim Schlachten. Lehrling beim Frånz Kårl war der Schröder Rudi.

Da Glåuma war mit der Scherbaum Em(ü)lla verheiratet. Ihre Kinder hießen: Anna, Marie, Gerda, Emil und Rudolf. Marie war mit dem Sohn des Besitzers vom Bohrturmwirtshaus (Nr. 28) Emil Glöckner, die Anna mit dem Kreuzer Wendelin verheiratet. Die Söhne von Emil und Marie, Heinz, Manfred und Peter, sind im Bohrturm geboren. Nachdem der Saruba (Anm.: Johann Saruba, geb. 11.12.1904 in Wien) die Pacht der Gastwirtschaft und Fleischerei 1936 abgab, war Emil Wirt im Bohrturm. Die Siegl Gerda war mit dem Friseurmeister Alfred Passauer verheiratet. Er war da Rasierare, da Duadan Em(ü)lla ihr Sohn aus erster Ehe. Er betrieb einen Friseursalon in Chodau. Bei ihm war der Brandner Karl in der Lehre. Vom Siegl Emil, dem älteren Bruder der Gerda, ist nur bekannt, daß er 1994 verstorben ist. Der jüngere und ledig gebliebene Ruu(d)l lebte mit seiner verwitweten Schwester Gerda seit der Aussiedlung in häuslicher Gemeinschaft und ist 1989 in Schwangau bei Füssen/Allgäu gestorben.

Karl Langhammer und seine Frau Fanny wohnten ebenfalls einige Jahre im Bohrturm. Auch der Wach Schousta wohnte vorübergehend dort, bevor er ins eigene Haus im Fuazwinkel umgezogen ist.

Der letzte Eigentümer des Gasthauses zum Bohrturm (Nr. 28) war der Tiefbohrunternehmer Engelbert Glöckner. Er besaß auch den hinter dem Wirtshaus gelegenen Bauernhof. Wirtshaus und Bauernhof waren früher Besitz der Familie Seidl (Bårtl). Ehe der Glöckner die beiden Anwesen kaufte, war der Bårtl Dolf Eigentümer. Er war mit Matzl Egons Schwester Marie verheiratet. Nach dem Verkauf des Wirtshauses und des Bauernhofs übersiedelte er mit Frau und den Kindern Marie, Egon, Emma und Rudi nach Altrohlau (Anm: im Einwohnermeldebuch finden sich keine Daten zu den Kindern Marie, Emma und Rudi. An ihrer Stelle werden Ida und Paula erwähnt). Da ålt Glöckner, nicht verwandt und verschwägert mit dem Glöckner Ludwig, war kein gebürtiger Pechgrüner, auch seine Frau Th(ü)lda war von auswärts. Sie hatten mehrere Kinder. Außer dem Emil gab es noch eine Mina, eine Pirosch, eine Luis, einen Ruu(d)l und den Engelbert jun., der durch Stromschlag bei der Arbeit tödlich verunglückte. Eine Tochter Anna verstarb schon als Kind von 11 Jahren.

Unweit vom Glöckner Huaf (Nr. 27) lag am Meißlsberch, früher Teichwiesnberch, das Anwesen vom Euin Tone (Nr. 76). Er war ein Bruder des Euin Seffn, dem Erben des Euin Huafs (Nr. 21). Sein zweiter Bruder hieß Kårl, er lebte als Knecht auf dem Hof, wo er als Junggeselle auch starb. Die Tochter des Tone Alwina (Albine) war mit dem Owasteicha der Pechgrüner Feuerwehr – nicht zu verwechseln mit einem Montanobersteiger – Josef Roßmeißl verheiratet. Den Hausnamen Meißl brachte der Pepp aus Köstldorf mit in die Ehe. Obersteiger war er nur bei der Pechgrüner Feuerwehr. Die Meißlkinder hießen: Josef, Karl, Franz, Berta und Marie. Die zwei ältesten Söhne sind gefallen. Bertas Mann war aus Chodau und hieß Eisenkolb. Marie heißt Moißl und lebt in Oberstdorf. Als Quartierleute sind bei der Gemeinde Karl und Marie Sättler registriert, die später den Hof Nr. 1 besaßen. Während des Krieges wohnten im Meißlhaus d’ Wewa Hermina (Tratnik) und ihr Mann Ernst. Ihre beiden Söhne Rudolf und Helmut sind dort geboren.

D’ Wewa Hermina (Scherbaum) stammte aus dem Haus Nr. 5. Ihre Eltern waren der Wewa Wenzl und d’ Wewa Th(ü)lda (Scherbaum). Bereits in der Robotliste von 1850 wird der Vater (Anm.: Großvater) des Wenzl Josef Scherbaum als Hausbesitzer genannt. Th(ü)lda und der Wenzl hatten 8 Kinder, 3 Buben und 5 Mädchen. Die Söhne hießen Herbert, Richard und Josef. Herberts Frau hieß Agnes und war in Braunsdorf daheim. Sie hatten 2 Töchter: Irene und s’ Friedl. Richard war Angestellter auf der Bohemia und ist als SS-Offizier 1944 in Rußland gefallen. Da Wewa Pepp war gelernter Schreiner, ein junger Mann, der nicht auffiel. Von den Töchtern hatte die Anna einen unehelichen Sohn vom Steidl Peppm, er heißt Herbert und lebte mit seiner Mutter bei seinem späteren Stiefvater Grundl in Chodau. Agnes war mit dem Hergeth Karl verheiratet und hatte zwei Kinder: Richard und Anna. Von der Limley Frieda wird im Gemeinde-Einwohnerbuch nichts berichtet. Sie ist eine Altersgenossin von der Friedl Emma, der Siegl Gerda und der Somma-Lima Mare. Von der Amalie findet man im Einwohnerbuch, daß sie in Albernhof lebte, Scheitler hieß und zwischen 1932 und 1946 vier Buben das Leben schenkte. Hermine wohnte mit ihrem Mann und den Kindern bis zur Vertreibung in Pechgrün.

Hinter dem Wewa Haus (Nr. 5) und oberhalb von Plzns Bergla stand das Plz Haus (Nr. 8). Als Besitzer werden die Eltern von der Plz Anna und ihrem Bruder Kårl, Wenzl und Mathilde Schuldes aus Oberlohma und Oed genannt. Plz Anna wurde immer Anna genannt, obwohl sie ihrer Figur nach eher das Bild einer Nannl abgab. Sie war mit dem Blaasch Tone (Bauer) aus Kofl verheiratet und hatte mit ihm vier Kinder. Die Tochter Frieda hatte einen Mann aus Abertham und hatte mit Josef Schmieder drei Töchter: Renate, Vera und Christl. Die P(ü)lz Boun hießen Ernst, Rudolf und Franz. Ernst und Rudolf starben in Stuttgart. Franz war Maurer und besaß in Gerlingen bei Stuttgart ein Haus. Bei ihm lebten seine Eltern Anna und Anton Bauer bis sie starben; er selbst erlebte seinen 60sten Geburtstag nicht. Plz Anna hatte daheim eine Dachkammer an die Lutz Berta, der Schwester vom Lutz Peppm vermietet.

Der Plz Kårl (Schuldes) hatte sich hinter dem Haus des Dotzauer Ernst (Nr. 77), etwas abseits von der Straße, um 1930 ein Haus gebaut (Nr. 91). Da es in ihm keine Räume gab, die hätten vermietet werden können, blieb es ein echtes Einfamilienhaus. Seine Frau Amalie kam aus Stelzengrün. Sie hatten eine Tochter Marie, die im Oberallgäu verheiratet war. Da Plz Kårl war viele Jahre Schriftführer bei der Gemeinde, er arbeitete nach 1938 als kaufmännischer Angestellter aaf da Schlåmm.

Zwischen Plzn und Måtz’n bestanden keine verwandtschaftlichen Verbindungen, aber nachbarlich gehörten sie schon sehr eng zueinander. Dort wo der Kutschaberchweg mit dem Schöellberchweg zusammentraf, wo das Gelände bis zur Kapelle hin eben war, stand das Måtz’n Haus Nr. 6. Der Hausname war ban Måtz’n oder ban Schneida. Anton Frank, das Familienoberhaupt, war Steinmetzmeister, seine Frau Marie war eine geborene Künzl aus Köstldorf. Hausbesitzer um die Jahrhundertwende war Josef Frank, Schneidermeister. Von ihm stammt der Hausname Schneider. Anton und Karl waren Söhne des Josef. Den Hausnamen Måtz’n muß die Marie mit aus Köstldorf gebracht haben, denn er wurde nur für die weiblichen Familienmitglieder benutzt. Die Kinder vom Schneider Tone und der Måtz’n Mare waren: da Schneida Dolf, da Schneida Karl, da Schneida Pepp und der Ede. Von den Mädchen weiß man, daß man sie mit Måtz’n Anna, Måtz’n Erna, vereinzelt auch noch Måtz’n Trude, sonst aber Schneider Trude rief. Der Dolf wohnte einige Jahre beim Wach Schousta (Nr. 83), er war verheiratet. Karl war mit der Anna Rödig aus Braunsdorf verheiratet, sie haben eine Tochter Ilse. Karl ist 1941 auf der Krim gefallen. Auch der Pepp ist gefallen; 1945 auf dem Rückzug ist es in Ungarn passiert. Vorher ist er wegen außerordentlicher Tapferkeit zum Leutnant befördert worden. Der Ede war noch zu jung, um Soldat zu werden. Er lebt wie auch seine Schwester Gertrud Möckl im Odenwald. Der Mann von der Anna hieß Slatina und die Erna ist eine verehelichte Vogl.

Vom Måtz’n (Nr. 6) bis zur Hanrich Emma (Nr. 52) waren es nur einige Meter. Das Haus Nr. 52 gehörte früher einmal dem Karl Pleier. Doch noch vor dem 1. Weltkrieg hat dieses Haus der Hanrich Seff (Heinzl Josef) gekauft. In diesem starb nicht nur der Mann von der Emma geb. Zinner, dort starb auch 1916 der damalige Besitzer der Hanrich Seff; seine Frau d’ Masta Resl starb 26 Jahre später ebenfalls in diesem Haus. Emmas Mann, der Hanrich Wenzl, ist schon 1926 allzufrüh gestorben. Seit dieser Zeit lebte sie allein mit ihren Kindern Erwin, der 1942 im Kaukasus gefallen ist, und ihrer Tochter Frieda verh. Eckl. Die Familie Passauer (Liehl) wohnte als Mieter im Haus 52, bevor es der Hanrich Seff kaufte. In den 20ern lebte die alte Liehl Resl mit ihrem Sohn Karl und der Tochter Hedwig bei der Schindler Berta (Nr. 53). Die Hedwig heiratete den Bejchana Knübbl und wohnte dann am Vuaglsång (Nr. 87). Auch die Stiafl Mare und ihr Mann Josef wohnte um die Jahrhundertwende im Haus Nr. 52.

Zumindest bis 1898 war das Haus Nr. 66 am Wejdichn Oxn im Besitz von Josef Heinzl (Hanrich Seff), denn sein jüngster Sohn, da Hanrich-Wickn Adolf ist dort noch geboren. Auch für die Tochter, d’ Ruaß Nannl und für die Söhne Karl und Wenzl ist es das Geburtshaus. Noch vor Beginn des 1. Weltkrieges hat der älteste Sohn Karl die Kleinstlandwirtschaft vom Vater übernommen und lebte dort zusammen mit seiner Frau Anna geb. Hüttl, sie kam aus Kiabrich (Kührberg), bis zu seinem frühen Tod; seine Frau und seine Nachkommen blieben bis zur Verheiratung oder Aussiedlung auf dem Haus. Die Kinder vom Karl und der Anna waren: Emma, Hedwig, Marie, Adolf, Rudolf und Frieda.

Ein Bruder vom Hanrich Seffn, Anton Heinzl, der Vater von der Matzl Frieda, – er war auch der Großvater vom Bauma Walter – wohnte im Haus Nr. 71, dem Moaliesahaus. Nach dem frühen Tod von Walters Vater und nachdem die Frieda in den Matzl Huaf (Nr. 19) gezogen war, wohnte kein Erbe des Moaliesahauses (Nr. 71) dort. Es wurde vermietet und die Quartierleute lösten sich laufend ab. Es sollen nur einige aufgezählt werden, die in den letzten 25 Jahren vor der Aussiedlung in diesem Haus lebten: Tischler Mare (Gerber) und ihr erster Mann der Brändl Wenz aus Chodau. In zweiter Ehe war die Mare mit dem Steidl Peppm liiert. Der Strunzn Richard und Ida, bevor das Haus Nr. 98 bezugsfertig war. Der Kellner Gustav Wohner (Anm.: geb. 3.9.1899), der später beim Strunzn Richard (Nr. 98) in Miete war. Die alten Harbauer Leute (Anm.: Anton Harbauer, geb. 14.6.1860 in Poschetzau, und Johanna Seifert, geb. 9.6.1868 in Zettliz), sie waren die Eltern von der Fleischa-Franz Kårl Resi (Anm.: Theresia Johanna Harbauer, geb. 19.5.1900 in Poschetzau). Wenzl Fischer und Laura Gebhart mit Tochter Sylvia. D’ Äidana Emma und ihr Möckerl (Franz Möckl) mit Tochter Irma.

Eine Schwester vom Moaliesa Anton und vom Hanrichn Seff war die Tilp Liesl. Sie war mit dem Tilp Seffn verheiratet. Ihre Kinder waren der Wenzl, der mit der Bauma Anna verheiratet war und mit ihr den Sohn Karl und die Tochter Hildegard hatte, sowie die Marie, die mit ihrem Mann, dem Lenk Karl, im Haus Nr. 88 auf dem Vuaglsång lebte. Der in der Robotliste von 1850 genannte Hausbesitzer Frank Martin (Nr. 31) könnte der Bruder des Frank Wenzl des Eigentümers vom Nachbarhaus Nr. 47 gewesen sein.

Im Haus Nr. 34 wohnten die Möhlfranks. In der Ehe des Karl Frank mit der Lehna Mare gab es 7 Kinder. Es waren 3 Töchter und 4 Söhne. Die Söhne hießen Rudolf (Dolf), Wenzl, Engelbert und Ernst. Von diesen 4 Brüdern ist besonders der Engelbert hervorzuheben. Er war Angestellter bei der Schlämmerei „Osmose“. In einem Tochterbetrieb der Zettlitzer Kaolinwerke in Merkelsgrün, wo man Stromisolatoren fertigte, war Engelbert im Labor beschäftigt. Als das alte Möhlfrank Haus (Nr. 34) 1932 abbrannte, war es der Engelbert, der den Wiederaufbau betrieb. Das neue Haus wurde nie ganz fertig; es war viel größer konzipiert als es die vorhandenen Mittel erlaubten. Die Möhltöchter waren meist schon verheiratet und lebten außerorts. Anna Maurer wohnte in Stelzengrün und Hedwig Schneider am Häuchnstolln, oberhalb von Gibacht nahe bei Neudek. Nur d’ Frieda blieb im Haus. Sie hatte zwei Töchter Vera, Walburga und einen Sohn Franz. Sie (Anm.: Vera) blieb eine Frank, obwohl ihr Vater Franz Wohlrab ihre Mutter Frieda, nach vielen Wilde-Ehe-Jahren doch noch heiratete (Anm.: Bei Veras Vater könnte sich der Autor irren, da Walburga bei der Hochzeit nachträglich legitimiert wurde, Vera aber nicht). Die Schwestern vom alten Möhlfrank waren mit Männern aus der Nachbarschaft verheiratet. So war d’ Möhl Berta mit dem åltn Boochheinzl und d’ Möhl Mare mit dem Girgn Peppm (Heinzl) verheiratet, die nach der Hochzeit auf der anderen Seite des Baches in Nr. 4 wohnten.

Das Geburtshaus vom Girgn Peppm ist das Haus an der Poopl (Nr. 39). (Anm.: Der Girgn Pepp kam nicht im Haus Nr. 39, sondern im Haus Nr. 62 zur Welt.) Der Vater des 1850 als Besitzer angegebenen Johann, hieß Georg (egerl. Girch) Heinzl, daher der Hausname ban Girgn. (Anm.: der 1850 als Besitzer von Nr. 39 angegegebene Johann Heinzl hieß tatsächlich Johann Georg Heinzl, geb. 22.1.1809. Der Hausname von Nr. 39 ist nach ihm benannt. Er war der Großvater des hier zitierten Girgn Pepp.) Oft hat man diesen Hausnamen auf den Georg Fuchs (Girgl) aus Doglasgrün bezogen. (Anm.: Georg Fuchs hat Nr. 39 ca. 1883 erworben.) Vom Girgla ging die Mär, daß er am 7. März 1850, am gleichen Tag wie der erste tschechische Staatspräsident Thomas G. Masaryk geboren sei und deshalb jedes Jahr zum Geburtstag 100 Kronen von der Kanzlei des Präsidenten erhalten habe. Laut Gemeinde-Einwohnerbuch ist jedoch Georg Fuchs am 24. März 1852 in Doglasgrün zur Welt gekommen; es war aber dem Girgl zuzutrauen, daß er sich mit dieser unwahren Geschichte Geltung und Ansehen im Dorf verschaffen wollte. Die Tochter vom Girgla war die Agnes Dorschner. Ihr Mann Josef war Eisenbahner und stammte aus Neurohlau. Es gab sechs Dorschner Kinder. Die älteste Tochter Gisse (Gisela) Hauer ist noch in Neurohlau geboren, doch der Sohn Josef, zu dem man auch Girgn Pepp sagte, wie zum Großvater von der Möhl Ölsa, kam schon in Pechgrün zur Welt. D’ Girgn Frieda (Elfriede) war in erster Ehe mit dem Neurohlauer SS-Mann Rippl verheiratet. Nun heißt sie Müller und lebt in Lechbruck/Allgäu. Ledig geblieben ist die Marie. Sie trug nie den Hausnamen Girgn, sie war schon immer d’ Dorschner Mare. Die zweitjüngste Dorschner Tochter heißt jetzt Edeltraud Hipp und ist 1927 geboren. Die jüngste ist die verheiratete Margit Bosch. Nachkommen von den Dorschner Töchtern sind: Hauer Franz und Edda und Kastner Marietta geb. Rippl.

D’ Möhl Mare war seit 1918 Witwe, denn als ihr Mann Josef Heinzl (Girgn Pepp) starb, war das älteste der 4 Kinder, die Anna''' gerade 14 Jahre alt. Ihre Söhne waren der [[I501648|Heinrich und der Wenzl, die jüngste Tochter hieß Ella (Angela). Ihr Mann, der Hüttl Emil, war aus Granesau; sie hatten 2 Buben, wovon s’ Hüttl Pepperl der ältere war, der kleine, der einige Jahre später zur Welt kam, hieß wie sein Vater Emil. Heinrich hatte eine Frau aus Chodau. Seine Kinder wurden nach der Mutter Heinisch gerufen: da wars’ Heinisch Kåral, s’ Heinisch Reserl und die kleinste hieß Christl. Vom Wenzl, dem zweiten Sohn der Möhl Mare, ist selbst im Einwohnerbuch der Gemeinde nur das Geburtsdatum vermerkt. Anna, die älteste der Möhl Kinder, hatte die Elisabeth, d’ Möhl Ölsa, ledigerweise und heiratete anfangs der 30iger Jahre den Uhl Gustl aus Elbogen. Mit ihm hatte die Anna den Erich und nach der Aussiedlung kam noch ein Näuchhutscherl Adele zur Welt.

Als Besitzer des Hauses Nr. 4 wird 1850 Karl Bauer genannt, sein Sohn Franz Karl Bauer wird 50 Jahre später angegeben. Seine Tochter Marie heiratete den åltn Duadan Edawadn (Bräutigam), der aus Neudek nach Pechgrün kam. Es ist zu vermuten, daß der Karl Bauer, der Ur-Duadan war. Seine Enkeltöchter Anna und Marie heirateten auswärtige Männer, die später den Hausnamen Duadan trugen. Die Anna war mit dem Mörtl Ignaz und die Marie mit dem Bräutigam Eduard verheiratet. Nur so läßt sich die Verwandtschaft der Duadan Em(ü)lla zur Bräutigam Familie im Haus Nr. 59 erklären, sie war die Nichte von Edawadns Weib Marie. Da ålt Edawad kaufte den Huaf (Nr. 59) am Wejdichn Oxn von Karl Frank, der danach s’ ålte Hiachahaus (Nr. 14) erwarb. Der einzige Sohn des åltn Duadan, er hieß ebenfalls Eduard, holte sich seine Frau Marie aus Poschetzau. Auch die jungen Bräutigams hatten nur ein Kind. Die Herta wurde mit ihren Eltern nach Rosenheim ausgesiedelt. Sie heißt jetzt Wahlich und lebt schon lange in Rosenheim.

Hinter dem Duadan Huaf (Nr. 59), im Haus Nr. 57 wohnte der Ruaß Tone (Müller Anton) mit Frau Marie aus Kaltwasser und zahlreichen Kindern. Die Söhne hießen Anton, Karl und Franz; Karl war gelernter Schuster, wie auch der Brandner Leo. Ein paar Jahre vor Beginn des letzten Krieges wurden beide Leiter von Bat’a Filialen. Karl etwas früher in Neuhammer, der Leo übernahm später eine Filiale in Unterreichenau. Bat’a war der größte Schuhfabrikant in der alten Tschechei. In der Schweiz und in Frankreich gibt es auch heute noch Bat’a-Läden. Anton, der ältere Ruaßbou, war Bergmann; seine Frau heißt Kamilla und stammt aus Poschetzau. In erster Ehe war er mit der Euin Anna, der Schwester von der Meißl Alwina, verheiratet. Franz starb schon sehr jung. Die Ruaß-Töchter waren: Anna, Erna, Olga, Mille (Emilie) und Adele.

Vom Eckl Franz wurde bereits erzählt, daß er stellvertretender Feuerwehrkommandant und mit der Sommer Elsa verheiratet war. Die Elsa und der Franz hatten keine Kinder. Ihr Haus in herrlicher Aussichtslage hatte die Nr. 94. Nachdem der Franz verstorben war, heiratete die Elsa ihren langjährig heimlichen Freund, den Unger Joosa. Mit ihm hatte sie eine Tochter Hannelore. Zur Miete wohnten in diesem Haus die Familien Johann Löffler, die vorher im Haus Nr. 95 auf der Luft logierten; Josef Hauer mit seiner Frau, da Girgn Gisse (Gisela Dorschner) mit den Kindern Franz und Edda.

Im Haus (Nr. 93) von Råchlwenzls Kårl und der Hommer Berta wohnte der Kreuzer Wendelin und seine Frau, die Siegl Anna. Ihr Sohn Franz kam in diesem Haus zur Welt. S’ Racherl, wie ihn die Pechgrüner boshafterweise nannten, hieß Karl Frank und war vor seiner Heirat mit der Hommer (Kraus) Berta in Köstldorf, afn Hintahaisan, daheim. S’ Racherl war eines Tages seines Lebens überdrüssig und versuchte sich zu erhängen. Seine Frau mußte etwas geahnt haben und ging ihm nach und fand ihn bereits an einem Balken hängend. Kurz entschlossen schnitt sie ihn los, ließ ihn ins Krankenhaus bringen, und er überlebte. Man sah ihn in der Folgezeit stets mit einem Halsverband herumlaufen. Anscheinend war er heilfroh, daß er überleben durfte, denn er hat diesen Selbstmordversuch nicht wiederholt. Ihre Kinder waren s’ Tonerl und s’ Maritschl. Als 1932 die Scheune des Hommer Tone, seinem Onkel, abbrannte, verdächtigte man s’ Tonerl als Brandstifter; er war damals gerade 6 Jahre alt.

Das Haus Nr. 54 vom Hommer Tone (Anton Kraus) lag am Weg nach Neurohlau. Sein Vater, der Hommer Seff (Josef Kraus) aus Köstldorf, erwarb es vom Schindler Seffn (Josef Pecher), der es um 1900 besaß und dort mit seinen Töchtern Marie, Berta, Resl, Emma und dem Sohn Felix wohnte. Der Hommer Seff, von dem man sich eine herrliche Geschichte erzählte, hatte zwei Kinder. Sein Sohn Anton war Nebenerwerbslandwirt und Schuster. Da ihn aber beides nicht ernährte, arbeitete er auch noch aaf da Schlåmm. Seine Schwester Berta war mit Karl Frank (Råchlwenzls Kårl) verheiratet. Tones Frau war aus Doglasgrün. Sie hatten zwei Töchter mit Namen Gerlinde und Herta. Beide sind ständige Teilnehmerinnen bei den Pechgrün-Treffen. Da ålt Seff hatte einen Abszess im Gnack (Genick). Deshalb ging er zum Arzt, der ihm Diaculumsalbe verschrieb, besser bekannt unter der Bezeichnung Stangerlsalm. Der Apotheker, er war ein Spaßvogel, gab auf Seffns Frage, was er mit diesen Stangerln anfangen solle, zur Antwort: „Aanemma, hold aanemma!“ Auf dem Heimweg von Chodau nach Pechgrün hat der Seff gleich ein kräftiges Stück vom Stangerl abgebissen und kam schimpfend daheim an, weil er diese zähe Salbe nur sehr schlecht wieder aus seinem lückenhaften Gebiß herausbekam.

Es ist anzunehmen, daß Schindler Mares (Pecher) Mann das Haus Nr. 72 vom Lima Josef etwa zur gleichen Zeit kaufte, als der Hommer Seff aus Köstldorf in Nr. 54 einzog. Dieses Haus wurde fortan Kempf Haus genannt, denn der Vater von der Erna, vom Peppm und der Herta war der Imligauer Anton Kempf. Die Frau vom Sohn Pepp heißt Marie und stammt aus Wintersgrün, seine Kinder Christl, Heinz und Hildegard sind alle drei in Wintersgrün geboren. Sein jüngster Bub ist allerdings schon in der neuen Heimat in Augsburg zur Welt gekommen, wo der Pepp 1989 gestorben ist. Die älteste Kempf Tochter, die Erna, war mit dem Chodauer Josef Gebhart verheiratet. Er war Konditor und betrieb auch vorübergehend im Gasthaus Bohrturm (Nr. 28) eine Konditorei. Da sich diese in Pechgrün nicht rentierte, wurde daraus so nach und nach ein Gemischtwarengeschäft. Weil er gleich nach Kriegsbeginn zur Wehrmacht eingezogen wurde, mußte seine Frau Erna diesen Laden wieder aufgeben. Der Gebhart Pepp war ein exzellenter Fußballspieler. Er spielte nicht nur bei der Pechgrüner Elf, sondern er spielte zuvor und danach in Mannschaften in Chodau und Braunsdorf. In Chodau spielte er Verteidiger beim „Sturm“, einer Mannschaft der tschechischen 1. Staatsliga. Einmal wurde er sogar in eine Auswahlelf berufen, die in Chodau ein Trainingsspiel gegen eine sowjetische Nationalmannschaft bestritt. Sein Sohn Roland ist noch in Pechgrün geboren. Die Schwester von der Kempf Erna war 9 Jahre jünger als ihr Bruder Pepp. Sie heißt Herta, ihr Mann Oskar Rippl kam aus Neurohlau. Beider Söhne, es sind vier, bis auf Manfred kamen alle in Hessen zur Welt.

1900 gehörte das Haus Nr. 53 dem Bårtl Wenzl (Seidl). Nach dem 1. Weltkrieg ging das Haus in den Besitz der Schindler Berta (Unger) geb. Pecher über. Weil ihr Mann, der Josef Unger, schon 1914 gefallen war, durfte die Berta eine Tabaktrafik führen. Der Tabakwarenvertrieb war in der Tschechoslowakischen Republik Staatsmonopol und das Recht, Tabakwaren zu verkaufen, bekamen nur Kriegsinvaliden oder Kriegerwitwen. Die Berta muß, bevor sie sich endgültig in Pechgrün niederließ, ganz schön in der Welt herumgekommen sein, denn nur der jüngste, der Schindler Rudi, war in Pechgrün geboren; er war Sologeiger beim Regensburger Stadttheater und starb ehe er 60 war. Der älteste Sohn Joosa ist in Leipzig, der nächste, der Fred in Breslau und der Arthur ist in Warnsdorf geboren. In Bertas Familie lebte in den letzten Jahren seines Lebens ihr Schwiegervater, der Schmie Tone (Anton Unger), der im Einwohnerbuch um das Jahr 1900 als Besitzer des Hauses Nr. 50 erwähnt ist. In diesem Haus ist sein Sohn Josef Unger, Bertas Ehemann, 1881 geboren. Er war nach Angaben seines Sohnes Fred von Beruf ein Ingenieur.

In den späten 20iger Jahren erwarb Karl Krieglstein aus Kofl Schmie Tones Haus (Nr. 50). Seither hatte es den Hausnamen der Krieglsteins aus Kofl. Es wurde zum Ficker-Bäcka-Haus, wobei Ficker die Herkunft vom Karl anzeigte, Bäcka brachte seine Frau Karoline mit in die Ehe. Karls Frau war d’ Bäcka Lina. Sie hatten 3 Söhne: Der Lambert war kaufmännischer Angestellter bei der Bohemia, er war der Intelligenzler in der Familie. Josef, der Ficker-Bäcka Pepp, war Schlosser beim Gasch in Chodau. Bruno war das ganze Gegenteil vom Lambert. Er war kein besonderes Kirchenlicht, denn er verließ die Schule aus der Klasse, in die er 1928 eintrat. Da Ficker Karl war hauptberuflich Holzpantoffelmacher als die Poschetzaurer Schlämereien dicht machten. Anfangs fertigte er nur Holzpantoffeln an, später auch Filzpantoffeln. Zur Holzbearbeitung hatte er eine alte Schnitzbank, aber zum Zurechtschneiden des Birnbaumholzes besaß er eine hochmoderne elektrische Bandsäge. Die fertigen Pantoffeln mußte sein Weib, die Lina, mit dem Buckelkorb in den umliegenden Dörfern verhausieren. Sie war keine beneidenswerte Frau, denn sie mußte nicht nur die Pantoffel verkaufen, sie mußte auch noch eine Kuh versorgen und für vier Männer kochen und waschen. Es wurde für die Lina auch nicht besser als die Schwiegertochter Ella aus Kiabrich ins Haus kam, denn diese arbeitete in der Spinnbud in Neudek und konnte die Lina nicht entlasten.

Welche Verbindung besteht zwischen dem Ficker-Bäcka (Nr. 50) und dem Gemeindehaus (Nr. 46)? Lambert, der ledigerweise bei seinen Eltern lebte, wohnte als Familienvater beim Laurer (Nr. 99) und später nach 1938 im Gmoihäusla (Nr. 46). Wer wohnte noch im Pechgrüner Armenhaus? Lambert konnte nicht als Ortsarmer bezeichnet werden, denn nach 1938 hatten sich die Begriffe und Zustände verschoben. Zählen wir also von hinten her auf. Die Frau vom Lambert war aus Chodau, ihr Name war Berta Steidl. Von den Kindern kam nur der Pepp im Laurer Haus (Nr. 99) zur Welt, die übrigen drei, Anneliese, Gudrun und Günter sind in Nr. 46 geboren. Zu den Lambertbuben darf man feststellen, daß sie sich zu bedeutenden Medizinern entwickelt haben. Josef ist Professor Dr. an der Uni Marburg, Günter ist Augenarzt und lehrt als Professor Dr. an der Uni Köln, zuvor war er an der Uni-Augenklinik in Würzburg tätig.

In der Zeit der Bachregulierung 1938 wohnte im Gmoihäusla (Nr. 46) da Bossn Heinrich (Kunstmann) mit Frau und Kindern. Heinrich war ein Neffe vom Bossn Knopp. Er war geistig leicht behindert, hatte aber gesunde Kinder und eine tüchtige Frau. Heinrich war vor dem Anschluß ans Dritte Reich arbeitslos und wurde daher von den neuen, örtlichen Machthabern zur Bachregulierung kommandiert. Neben dem Arbeitslohn gab es von der Gemeinde für die Arbeiter Fleischkonserven, die der Heinrich brav daheim ablieferte. Von seinen Arbeitskollegen, die auch zur Regulierung des Bachbettes eingeteilt waren, wurde erzählt, daß sich Heinrich immer bitter beklagte, wenn sie in den Arbeitspausen von den empfangenen Fleischkonserven aßen. Verbittert ließ er seinem Groll freien Lauf und sagte: „I mou dåu hårt årwan u ea, damit meinte er sein Weib, sitzt dahaim uu frißt meina Bixn“.

Nun zu den wirklich Armen. Da war die Kutscher Berta verh. Lohwasser geb. Roßmeißl. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Pfaa Kårl, lebte sie einige Jahre im Gmoihäusla (Nr. 46).

Vor ihr wohnten in der Stube unter dem Glockentürmchen, die Schröders. Ignaz Schröder war ein vielgerühmter Hufschmied, ehe er zum Alkoholiker wurde. Seine Frau Anna stammte aus dem gutsituierten Bauernhof des Johann Heinzl. Sie war die Schwester des Girgn Peppm und der Lenk Berta, der 1. Frau vom Lehna Dolfn. In die Ehe mit dem Schröder Niklas, so wurde er boshafterweise im Dorf genannt, brachte Anna die Tochter Gusti Heinzl verh. Hörl mit. Weitere Kinder waren der Heinrich, der 75jährig in Chodau starb; der Rupert, er lernte beim Frånz Kårl (Anm.: “Fleischa”, geb. 29.3.1895) Fleischhauer und Selcher; d’ Mare verh. Kraus und da Schröder Pepp, er fiel bei Poldava in Rußland.

Weniger zahlreich waren die Kinder des Br(ü)lln Wenzn, einem der vielen Bäujaboum. Als Br(ü)lln Wenz wurde er wegen seiner Brille mit sehr dicken Gläsern verspottet, die er ständig tragen mußte. Aus Wintersgrün kam seine Frau Hedwig und nach Wintersgrün sind sie auch wieder zurück als die Kinder größer wurden. Sie hatten einen Sohn Rudolf und eine Tochter Erika.

Der dritte langjährige Mieter war der Frank Heinrich. Mit seiner Rosa hatte er vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen. Hans, nicht Håns, hieß der Knabe und Erna das Mädchen. Diese beiden sind in Chodau geboren. Die beiden jüngeren Emma und Luise kamen in Pechgrün im Armenhaus (Nr. 46) zur Welt.

Das Laurer Haus (Nr. 99) wurde bereits wiederholt als Domizil angesprochen. Johann Laurer war Maurer, sein Sohn Pepp hatte den gleichen Beruf, und so war es fast selbstverständlich, daß er sein Haus selbst erstellte, zudem war der Neffe von der Laurer Mare Baumeister (Anm.: Laurer Mare ist die Ehefrau des Johann "Håns" Laurer). Baumeister war ein Architekt ohne Universitätsstudium, der eine Baufirma unterhielt. Da Laurer Håns und sein Sohn Pepp arbeiteten in der Zeit der großen Weltwirtschaftskrise in den 30iger Jahren für den Baumeister Josef Heinzl in Saaz. Sie kamen nur an den Wochenenden heim nach Pechgrün. An solchen Wochenenden und im Urlaub mußte das Haus entstehen. Da Laura, sein Weib hatte bestimmt seinen Vornamen Håns vergessen, denn für sie war er nicht „mein Mann“ oder „mein Johann“, für sie war er eben nur da Laura. Wenige Monate nachdem das Haus bezugsfertig war, starb er am Neujahrstag 1938. In den 3 Räumen des Erdgeschosses wohnten das Ehepaar Laurer mit dem Sohn Franz, er hatte am Karlsbader Bahnhof Kellner gelernt und war anschließend bis 1938 arbeitslos. Dennoch heiratete er die Lehnhart Berta und zog mit ihr nach Neuhäuser, wo sich dann auch bald der Nachwuchs einstellte. Es war eine Tochter, die Helma getauft wurde. Die jüngste Laurer Tochter Frieda und ihr Mann Franz Reipold, er kam blind aus dem Krieg zurück, bewohnten den dritten Raum auf diesem Geschoß. Sie hatten vier Mädchen, die alle in Pechgrün im Haus Nr. 99 zur Welt kamen. Diese Kinder heißen Edeltraud verh. Klier, Inge verh. Siebert, Erika verh. Lebäus und Brunhilde verh. Kleine. Die Laurer Töchter Amalie Scheitler und Erna Kempf wohnten zu keiner Zeit im Haus 99. Im ersten Stock hatte der Lambert Krieglstein zwei Räume gemietet, den dritten bewohnte die Hammer Mare geb. Kraus. Sie kam nach der Scheidung vom Hammer Karl mit ihrer Tochter, der heutigen Heinl Berta, aus Braunsdorf nach Pechgrün. Im Dachgeschoß wohnte der Fuchs Karl mit seiner Frau Anna Heinisch. Ihre zwei Kinder heißen Ilse und Heidelinde.

Vom Laurer Haus (Nr. 99) zum Konnas Haus (Nr. 70) war es nur ein Katzensprung. Josef Lill, da Konnas Seff, war schon 1900 als Hausbesitzer angegeben. Seine Frau, d’ Schwacherl Berta, ist im Haus Nr. 50 geboren. Ihr Vater Josef Schwacherl wird im Einwohnerbuch der Gemeinde als Pechgrüner aufgeführt, wogegen Bertas Mann da Konnas Seff Kösteldörfer war. D’ Schwacherl Berta, als solche kannten sie nur noch sehr alte Dorfbewohner, war eine eifrige Kirchgängerin; nur der ålt Pleier tat es ihr gleich. Sie scheuten den täglichen Weg zur Kirche nach Chodau nicht. Bei den jüngeren Pechgrünern war sie d’ ålt Konnasse. Mit ihrem Mann Seff hatte sie drei Söhne und eine Tochter. Nur die Tochter Frieda lebte in Pechgrün, ihre beiden Brüder Ferdinand und Heinrich waren in Poschetzau verheiratet. Der älteste Konnasbou ist im ersten Weltkrieg gefallen. Dieser und sein Bruder Ferdinand sind in Köstldorf geboren, der jüngere Heinrich und die Frieda kamen in Pechgrün zur Welt. Die Frieda war mit den Straußna(n)raamer Franz Stark aus Doglasgrün verheiratet. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn Rudi, der in München starb. Die älteste der Konnasmäula heißt in zweiter Ehe Schmitzberger, daheim war sie mit einem Neurohlauer namens Zierhut verheiratet. Jetzt lebt sie in München, wo auch ihre Mutter Frieda 95-jährig starb. Sie war zu diesem Zeitpunkt die älteste Pechgrünerin; es gab keinen Pechgrüner oder Pechgrünerin, die je dieses hohe Alter erreichten. Die zweite Tochter Hilde lebt seit vielen Jahren in England und heißt Rosenzweig. Als Mieter im Konnas Haus sind im Einwohnerbuch verzeichnet: Karl und Cäcilia Kreuzer, die Eltern vom Kreuzer Franz und dem Kreuzer Karl; die Mutter vom Glöckner Ludwig und auch der Håu Ferdl (Bauer) mit seinem Weib Berta und Tochter Marie.

Wer über Pechgrün etwas aussagen oder erzählen will, wird am Eckl Huaf nicht vorbeikommen. Nicht weil er die Haus Nr. 1 trug, sondern weil laut Robotliste von 1850 dieser Hof einem Anton Heinzl gehörte. Obwohl der Vater des Hanrich Wiezenzn auch Anton hieß, erscheint dieser altersmäßig aber noch zu jung, daß er Besitzer des größten Hofes im Dorf gewesen sein könnte, zudem ist er im Hof Nr. 2 geboren. Es liegt aber nahe, daß dieser Anton vom Hof Nr. 1 der Taufpate und Onkel von Wiezenzns Vater war. Dieser Anton vom Hof Nr. 1 hatte vermutlich nur eine Tochter Ottilie, die den Sättler Ferdinand (Eckl) geb. 1844 geheiratet hat; so kam der größte Hof im Dorf in den Besitz der Eckl (Sättler) Bauern. (Anm.: Die beiden Antons stammen tatsächlich aus verschiedenen Heinzl Linien, die sich bereits Anfang des 17. Jahrhunderts getrennt haben. Sie sind Cousins 6. Grades.) Der Nachkomme vom Ferdinand war der Eckl Karl, den noch viele Pechgrüner persönlich kannten. Er besaß ein schönes Pferd, dazu einen offenen Landauer. Seine Frau Marie war Fahnenpatin des Chodauer Veteranenvereins. Das Ehepaar Sättler war kinderlos. Der Dutz Franz aus Neuhäuser war beim Ecklbauern viele Jahre als Knecht im Dienst und man konnte den Eindruck gewinnen, daß er einmal diesen Hof erben würde. Als der Eckl Karl verstorben war, hat seine Witwe Marie den Hof an eine Familie Stingl verpachtet (Anm.: Michael Stingl, geb. 21.3.1894). Dieses Pachtverhältnis hat nicht lange bestanden, denn nach dem Tod der Eckl Mare erbten den Hof eine Frau Magdalena Sättler und ihr Schwager Josef Sättler aus Sponsel. Obwohl Magdalenas Tochter Hilde nicht lange in Pechgrün gelebt hat, hält sie noch Verbindung zu den Pechgrünern. Der Sohn Heinz ist 1947 in russischer Gefangenschaft im Kaukasus gestorben. (Anm.: Magdalena Böswetter war die Ehefrau des 1939 verstorbenen Karl Sättler, dem Bruder des Erben Josef Sättler, beides Söhne von Franz Joseph Sättler, dem Bruder von Ferdinand Sättler und dem Onkel von Eckl Karl.)

Der Hanrich Hof Nr. 2 wurde Schulhaus. Der Bauer Schuster wird bereits 1850 als Besitzer genannt. Aus diesem Hof gingen die Neubauern Heinzl Karl vom Hof Nr. 44 und Heinzl Josef vom Hof Nr. 45 hervor (Anm.: Hof Nr. 45 ging aus Hof Nr. 1 hervor). Haus Nr. 2 wurde vorübergehend Dorfschule. Nach Fertigstellung des neuen Schulhauses, wohnten im alten Schulhaus die Oberlehrer der Pechgrüner Volksschule. Johann Zuber (Zuwa Hånnas od. Zuwa Knågga) (Anm.: geb. 22.2.1874 in Altenteich) war der Oberlehrer, an den sich die meisten heute noch lebenden Schüler seiner Amtszeit bestimmt gut erinnern können. Auch seine Familienmitglieder sind vielen noch bekannt. Seine Frau (Anm.: Mathilde Brückner, geb. 6.3.1873 in Poschetzau), die ein kurzes zweites Bein hatte, wurde mit Hopp Hannl, einer Waiz-Marionette, verglichen und verspottet. Der Sohn Willy (Anm.: geb. 28.8.1903 in Poschetzau) war Porzellanmaler und von ihm erzählt man sich eine Geschichte, die ihn in keinem guten Licht erscheinen ließ. Er war gehbehindert wie seine Mutter, Willy hatte einen Klumpfuß. Die älteste Tochter Agnes (Anm.: geb. 31.12.1901 in Poschetzau) war noch ledig als der Zuber Hånnass alters­halber als Oberlehrer abgelöst wurde. Die zweite Tochter Anna (Anm.: geb. 31.5.1908 in Poschetzau) kam schon etwas früher unter die Haube. Zubers Nachfolger Schlesinger (Anm.: Bernhard Schlesinger, geb. 23.7.1886) wohnte beim Siegert in Nr. 103, weil ihm die Wohnung im Schulhaus zu verwohnt erschien. In den letzten Kriegsjahren kam Rudolf Pach (Anm.: geb. 9.9.1912 in Elbogen) mit Frau (Anm.: Vera, geb. 18.12.1912 in Königsfeld) und den Kindern Irmgard (Anm.: geb. 1.11.1935 in Ungarn) und Eduard (Anm.: geb. 12.4.1929 in Ungarn) ins Schulhaus. Zuletzt wohnte der Schödl Heinrich mit Frau Sofie als Mieter in da ålten Schöll. Ihre Kinder, die noch in Pechgrün auf die Welt kamen, waren der Ernst, die Irma und die Iris; Irma kam bei einem Autounfall im Nov. 1993 in Buchloe ums Leben. Nach der Aussiedlung sind in Buchloe noch zwei weitere Schödl Töchter Hilde und Marianne geboren worden (Anm.: Marianne kam auch noch in Pechgrün zur Welt).

Aus dem Hanrich Huaf Nr. 2 wurden zwei neue Höfe, die es schon 1850 gab, weil die Besitzer bereits in der Robotliste dieses Jahres aufgeführt sind (Anm.: der zweite Neubauernhof entstand nicht aus Hof Nr. 2 sondern aus Hof Nr. 1). Den Hof Nr. 44 erbte Vinzenz Heinzl, man nannte ihn den Wiezenz. Seine Frau war die Th(ü)lda (Mathilde) geb. Lorenz aus Doglasgrün. Als Töchter dieser Ehe sind bekannt: Gisela Zuber, d’ Wiezenzn Ella, Emma Neudert war in Chodau verheiratet, d’ Wiezenzn Anna war mit Fuchs Kårls Bruder verheiratet. Sie wohnten in Chodau, später in Münchhof und hatten einen Sohn Walter. Frieda hieß nach ihrer Hochzeit Demethlo. D’ Wiezenzn Boum waren Hanrichn. Da Hanrich Oswald war Bauer und ein echter Hagestolz; er heiratete erst nach der Aussiedlung fast 50jährig und hat es noch zu einer Tochter gebracht, sie heißt Elfriede Emmert. Sein Bruder war der Hanrich Ernst. Er war gelernter Drogist, blieb ledig und lebte in Augsburg.

Der zweite Neubauern Hof (Nr. 45) war der Dåvadn Huaf (Anm.: entstanden aus Hof Nr. 1). 1890 erwarb David Fäustl aus Neuhäuser das Anwesen Nr. 45. Von dieser Zeit an wurde aus dem ehemaligen Hanrichn da Dåvadn Huaf. Nachfolger vom David Fäustl wurde sein Sohn Seff, der mit Marie Ullsperger aus Granesau verheiratet war. Ihre beiden Töchter hießen: Grabenau Anna und Siegl Gerlinde. Der Dåvadn Anton war Seffms Bruder. Geboren und gestorben ist er im Dåvadn Huaf, lebte aber viele Jahre als Lehrer in Poschetzau. (Anm.: Anton Fäustl war der Verfasser der Pechgrüner Gemeindechronik von 1925-27.)

Das Haus Nr. 103 des Franz Siegert wurde erst anfangs der 30er Jahre bezugsfertig. Als die Familie Reif das Pleierwirtshaus (Nr. 67) übernahm, zogen die Siegerts, der Franz und die Anna geb. Scherbaum sowie die Töchter Herta und Liesl ins eigene Haus. Beide Töchter leben als Herta Mader und Liesl Rödig in Selb. Im Haus Nr. 103 wohnten folgende Mieter: Oberlehrer Bernhard Schlesinger und Frau, Karl Russ und d’ Werdl Kamilla geb. Heinzl, Arthur Unger, da Schindler Thurl, seine Frau war d’ Stiafl Mare geb. Zinner aus Braunsdorf und die Tochter Ingrid.

Am Wejdichn Oxn, dort wo früher d’ Nazns Birkla waren, sind kurz vor Kriegsausbruch noch 3 Häuser gebaut und bezogen worden. Nr. 102 gehörte dem Sommer Peppm. Mit ihm lebten in diesem Haus seine Frau Amalie geb. Scherbaum. Ihre Kinder waren d’ Lilly und s’ Franzerl. Lilly wurde Lehrerin und heiratete im Allgäu den Schreinermeister Erich Dopfer. Leider verstarb sie noch jung an Jahren. Der Franz wurde auch nur 32 Jahre alt, er verunglückte bei der Arbeit auf dem Bau. Zur Miete wohnten beim Sommer die Familie Walter Kauer (Anm.: Der Familienoberhaupt hieß Heinrich Oswald Kauer und stammte aus Deutschbundesort). Er war Litmitzer und sie war die Glöckner Luis. Ihre drei Kinder sind im Haus am Wejdichn Oxn geboren.

Neben Sommer Peppms war das Haus Nr. 104 vom Pejda Rowertn. Da Rowert stammte aus Schwarzebach, sein Familienname war Lill uu san Wei war d’ Möhlma(r)tl Mare, sie wohnten im Pleierhaisla (Nr. 73), bevor sie ins eigene Haus zogen. Die Mare geb. Frank ist im Haus Nr. 31 zur Welt gekommen, denn ihr Großvater Martin Frank wird 1850 als Eigentümer des späteren T(i)lp Hauses genannt. Aus Martin Frank, dessen Hausname Möhl war und seinem Vornamen, wird der spätere Hausname Möhlma(r)tl. Da Rowert uu d’ Mare hatten 4 Kinder: Die Söhne hießen Karl und Anton, die Töchter Erna und Melanie. Karl war mit Emma Müller verheiratet, sie hatten eine Tochter, die heutige Helga Püsch; der Sohn ist noch in Pechgrün geboren, starb aber bereits als dreizehnjähriger. Da Möhlma(r)tl Karl siedelte sich nach dem Krieg im Rheinland an, weil er dort als gelernter Porzellanmaler in einer Keramikfabrik eine Beschäftigung fand. Da Möhlma(r)tl Tone ist noch kurz vor dem Waffenstillstand am 5. Mai 1945 in Berlin gefallen. D’ Möhlma(r)tl Erna war mit dem Bauma Anton verheiratet. Von ihren Kindern Lia, Rudolf und Anneliese sind die beiden jüngeren im großelterlichen Haus Nr. 104 geboren. Ernas Schwester Melanie ist in Kaufbeuren verheiratet und heißt jetzt Rutz. Im Haus vom Dutz Franz Nr. 106 wohnten außer seiner Frau Ella und den Töchtern Gerlinde, Marie und Helene, der Brandner Reinhard mit Frau und Tochter Christl.

Am anderen Ende von Pechgrün, schon fast in Neuhäuser hatte sich der Ullmann Håns ein ganz bescheidenes Häuschen (Nr. 105) gebaut. Heute würde man diese Bleibe Behelfsheim nennen. Nachdem das Haus vom Hussn Wenzl, in dem er in Neuhäuser wohnte, abbrannte, baute er das erwähnte Häuschen. Dort wohnte er mit seinem Weib Jule (Anm.: Jule war nicht seine Ehefrau, sondern eine Halbschwester) und den Töchtern Kamilla, Frieda und Olga. Von seinen übrigen Kindern war nur noch der Sohn Rudolf bei ihm. Ein älterer Sohn lebte damals schon in Stelzengrün. (Anm.: Aus den Einwohnermeldebüchern geht nicht eindeutig hervor, wem die Ullmann-Kinder zuzuordnen sind. Die zur Klärung notwendigen Kirchenregister bzw. Standesamtsunterlagen sind aus datenschutzrechtlichen Gründen bislang nicht veröffentlicht.)

Das Haus Nr. 107 war das letzte Haus, das noch kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges bezugsfertig wurde. Die Besitzer Franz und Marie Reif geb. Scherbaum wohnten nur kurze Zeit nach Ende des Krieges in ihrem Haus. Von den 5 Kindern hießen die Töchter Hilde, Trude, Anna und Liesl, der Sohn hieß Fritz. Die ersten Mieter in diesem neuen Haus waren: die verwitwete Hermine Eckl (Anm.: Hermine Ullsperger, geb. 4.9.1909 in Poschetzau) und ihr Sohn Heinz (Anm.: geb. 5.5.1936 in Münchhof), später verheiratete sie sich mit dem Hergeth Kårl. Das Ehepaar Rudolf und Else Hess, das aus Poschetzau zugezogen war, lebte dort nur kurze Zeit, weil die Tschechen 1945 dieses Mietverhältnis beendeten.

Man sollte mit dem Erzähler und Schreiber dieser Zeilen Nachsicht üben, denn es könnte möglich sein, daß es sich anders zugetragen hat als es aufgeschrieben wurde. In den vergangenen 50 Jahren haben sich nicht nur die Zeiten und die Menschen sehr verändert, auch der Lauf des Schwarzebachs wurde schon zum wiederholten Male geändert. Deshalb muß es verzeihlich sein, wenn manches Ereignis überzeichnet oder die Bedeutung von Geschehnissen unterbewertet wurde. Man bedenke auch, daß irren menschlich ist.

Einbezogen in diese Erzählung wurden Aufzeichnungen von Anton Strunz.